Türkei: In Silopi herrscht wieder Ordnung

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Türkei: In Silopi herrscht wieder Ordnung

07. März 2016 - 02:02
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Der PKK-Konflikt in der Türkei hat ein Schlachtfeld weniger. In der Stadt Silopi in der Provinz Sirnak herrscht wieder Ordnung. Die Sicherheitskräfte konnten die letzten PKK-Nester in der Stadt ausheben. Die Ausgangssperren wurden gelockert.

Ankara / TP - Seit dem 19. Januar galt die Ausgangssperre für die im Südosten der Türkei gelegene Stadt Silopi, die in der Provin Sirnak eines von drei Städten war, in der die PKK ihren Konflikt hineingetragen hatte. PKK-Terroristen und die Jugendorganisation YDG-H verbarrikadierten sich in einigen Stadtteilen und versuchten so die Ausrufung der Selbstverwaltung durch die PKK zu verwirklichen. Die Staatsmacht ging mit aller Härte dagegen vor.

Die Bilanz der Kämpfe in der Stadt, die seit dem 19. Januar und zeitweise auch davor mit örtlichen Polizeikräften stattfanden, ist verheerend. In der Stadt mit knapp 90.000 Einwohnern entstand nach ersten Schätzungen von Sachverständigen aus der Hauptstadt Ankara, alleine an Gebäuden Schäden in Höhe von umgerechnet 30 Millionen €. Von insgesamt knapp 7.000 erfassten Gebäuden sind 342 Gebäude schwer beschädigt. 17 weitere öffentliche Gebäude sind genauso stark betroffen, während 27 Gebäude wegen akuter Gefahr gleich eingerissen werden müssen. Nur 898 Gebäude hätten nach einem gemeinsamen Bericht von 23 Sachverständigen, überhaupt keine Schäden. 

Der Bericht der Sachverständigen wird in den kommenden Wochen auch noch die Infrastruktur erfassen, da durch die von der PKK errichteten Straßensperren, Gräben und Detonationen von Sprengfallen und Bomben erheblicher Schaden auch an Wasser-, Abwasser- und Gasversorgungsnetzen entstand.

Die Geschädigten sollen laut einer direktive des Präsidialamts in Ankara, unbürokratisch entschädigt werden. Die ersten Anträge sollen bereits beim Landrat in Silopi eingegangen sein. Teile der Bevölkerung kehren jedenfalls wieder langsam aus dem Umland zurück. Andere Familien wollen noch abwarten und erst nach dem die Spuren beseitigt sind, in die Stadt zurückkehren. Aber der Grundgedanke ist bei fast allen der gleiche: Sie wollen derartiges nicht noch einmal erleben und in Frieden leben.

Die Kämpfe in Silopi forderten von den Sicherheitskräften enorme Anstrengungen. Während der Operation "An den Gefallenen Polizisten Muhammet Omur" wurden insgesamt 518 Barrikaden aus dem Weg geräumt, 270 Gräben mussten wieder gefüllt werden. Knapp 800 Sprengfallen wurden dabei entschärft oder kontrolliert gesprengt.