Über "Akademiker für Frieden" ziehen dunkle Wolken auf

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Über "Akademiker für Frieden" ziehen dunkle Wolken auf

07. März 2016 - 00:23
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Mehr als 1.000 Akademiker hatten am 11. Januar eine Initiative unterschrieben, in der die türkische Regierung für ihr Vorgehen gegen "Kurden" kritisiert wird. Jetzt wirft die Regierung ihnen vor "Propaganda für eine Terrororganisation" zu betreiben und als ob das nicht ausreicht, sollen erste Ergebnisse der Sonderermittler vorliegen. Inzwischen hat eine weitere Unterschriftenkampagne über 2.000 AkedemikerInnen unter einen Dach vereint. Sie steht im Widerspruch zur ersten Akademiker-Erklärung. 

Ankara / TP - Mehr als 1.148 Akademiker aus der Türkei hatten die Initiative mitgetragen, die unter dem Motto "Akademiker für den Frieden" am 11. Januar veröffentlicht wurde und das Vorgehen der türkischen Regierung gegen die "Kurden" kritisierte sowie einen sofortigen Waffenstillstand forderte. Inzwischen wurde die Botschaft der Initiative um 4 Punkte erweitert, nach dem die Regierung die Initiative scharf verurteilte und die völlige Ausblendung der PKK-Realität als Grund nahm, gegen vereinzelte Akademiker auch juristisch vorzugehen. In der Botschaft heißt es nun, dass die Initiativträger die PKK ebenfalls kritisieren und einen Waffenstillstand einfordern.

Die Unterschriftenkampagne "Akademiker für Frieden" gerät aber erneut in die Schlagzeilen. Laut einer Meldung türkischer Medien haben Ermittler einer Sonderkommission einen Bezug zwischen der Initiative und der Union der Gemeinschaften Kurdistans (KCK) gefunden. Den Berichten zufolge soll die Exekutivratsvorsitzende der KCK, Besê Hozat, die Initiative mitorganisiert haben. Sollte sich das bewahrheiten, stehen die Zeichen wegen der unmittelbaren Nähe zur Terrororganisation PKK auf Sturm. Zahlreiche Akademiker in der Türkei wurden bereits vorläufig von ihrem Dienst suspendiert. Andere Akademiker zogen ihre Unterschriften wieder zurück. Eine der Initiativträgerinnen, Itır Erhart, die als Dozentin an der Bilgi Universität in Istanbul tätig ist, erklärte über Twitter, dass die Unterstützung für die Erklärung mittlerweile Hass, Gewalt und Polarisierung im Lande verursacht habe und fügte hinzu: "Meine pazifistische Seite fühlt sich nicht wohl bei der Sache."

Die Unterschriftenkampagne "Akademiker für den Frieden", stand unmittelbar nach ihrer Veröffentlichung sofort im Fokus öffentlicher Debatten in der Türkei. Das führte nur einen Tag danach dazu, dass eine weitere Unterschriftenkampagne gestartet wurde. Diesmal unter dem Motto "Akademiker für die Türkei". Die am 12. Januar gestartete Kampagne hat inzwischen laut Prof. Dr. Âlim Yildiz von der Cumhuriyet-Universität in Sivas, mehr als 2.000 Unterschriften gesammelt. In ihrer Gegeninitiative kritisieren die Akademiker die einseitige Haltung der "Akademiker für Frieden". Die Kampagne sei auch nicht nur auf den PKK-Konflikt begrenzt, sondern zu allen Themen, in der Fragen über die innere wie äussere Sicherheit der Türkei, das Volk in der Türkei ernsthaft beschäftige. Man werde daher als die akademische Stimme des Volkes für ihre Belange einstehen, heißt es in der Erklärung.