Rotterdam: Keine BBQ-Party der PEGIDA vor Moschee

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Rotterdam: Keine BBQ-Party der PEGIDA vor Moschee

07. Juni 2018 - 22:30
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Am Donnerstagabend wollte die PEGIDA-Bewegung in Rotterdam mit Billigung der Stadt ein BBQ-Grillabend vor der Moschee abhalten. Als die bevorstehende Party jedoch von der türkischen Gemeiden vor der Moschee eingestimmt wurde, überlegten es sich die "Kotelett-Liebhaber" anders und sagten unverständlicherweise ab, so ein Türke gegenüber der Turkishpress.

Rotterdam: Keine BBQ-Party der PEGIDA vor Moschee

Rotterdam / TP - Die PEGIDA "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" in den Niederlanden wollte während des islamischen Fastenmonats Ramadan wie angekündigt vor der Rotterdamer Laleli-Moschee Schweinefleisch grillen. 

Dem Aktionsplan der PEGIDA zufolge sollte die Grillparty vor der Laleli-Moschee in Rotterdam ab Donnerstagnachmittag bis zum späten Abend stattfinden. Der Oberbürgermeister von Rotterdam Aboutaleb wie auch der gesamte Stadtrat von Rotterdam (mit Ausnahme der DENK-Partei) hatten die Aktion genehmigt und befürwortet. Die Partei DENK hatte vor Wochen einen Antrag zum Verbot der Kundgebung bei der Stadt eingereicht, wurde jedoch dabei von keiner anderen Partei unterstützt.

Nach Ansicht des umstrittenen OB Aboutaleb und dem Stadtrat, würde ein Verbot dem Demonstrationsrecht zuwiderlaufen. Andere Städte wie Den Haag, Gouda, Arnhem und Utrecht hatten zuvor die Kundgebungen der PEGIDA verboten. Sie argumentierten, dass die öffentliche Ordnung gestört werde, weil man Muslime im Fastenmonat vor Moscheen provozieren wolle. In Twitter erklärten Gegner der PEGIDA, dass diese Aktion vor einer Synagoge kaum vorstellbar wäre, vor einer Moschee aber unterstützt werde.

Während die PEGIDA in Rotterdam für Kost gesorgt hatte, stellte die Polizei zur Sicherung der öffentlichen Ordnung eine Polizeihundertschaft zur Verfügung. Für gute Stimmung zum bevorstehenden "BBQ" wollten offenbar hinzugestoßene Türken und Muslime mit Migrationshintergrund sorgen, so ein Teilnehmer vor der Laleli-Moschee. Rund 800 Menschen stimmten bereits den bevorstehenden Abend ein, als in Sichtweite die rund 30 PEGIDA-BBQ-Teilnehmer, die mit einem Reisebus ankamen, wieder kehrt machten und in Polizeibegleitung verschwanden. Offenbar konnte die Polizei den "Schutz" nicht garantieren.

Ein türkischer Teilnehmer vor der Laleli-Moschee erklärte gegenüber der Turkishpress, dass die "Kotelett-Liebhaber" unverständlicherweise abgesagt hätten. "Dabei hatten wir uns auf den gemeinsamen Abend so sehr gefreut. Wir wollten noch Melonen schneiden!", erklärte er weiter.

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