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First-Lady Erdogan besucht in Bangladesch Rohingya

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First-Lady Erdogan besucht in Bangladesch Rohingya

07. September 2017 - 18:02
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Die First-Lady der Türkei, Emine Erdogan, hat am Donnerstag in Begleitung des türkischen Außenministers, Flüchtlingslager in Bangladesch besucht. Nicht nur der Himmel brach dabei durch und Regen prasselte auf die Delegation aus der Türkei, auch die Rohingya-Frauen brachen in Tränen aus und ließen die First-Lady an ihrem Leid zumindest für kurze Zeit teilhaben.

First-Lady Erdogan besucht in Bangladesch Rohingya

Dhaka / TP - Die First-Lady der Türkei, Emine Erdogan, ist am frühen Morgen in Dhaka gelandet. Hier hat die Ehefrau des Präsidenten Erdogan sich mit Flüchtlingen getroffen, die aus dem Bundesstaat Rakhine in Myanmar geflohen und in Bangladesch Schutz vor Verfolgung und Tod gefunden haben. Unter den Flüchtlingen sind sehr viele der muslimischen Minderheit Rohingya.

Um 3 Uhr Ortszeit landete die Maschine der türkischen Luftwaffe auf dem Shah Jalal International Airport in Dhaka. In Begleitung des türkischen Außenministers Cavusoglu ging es dann weiter in das rund 200km. entfernte, südöstlich von Dhaka gelegene Kutupalong-Flüchtlingscamp der Vereinten Nationen (UNHCR), nahe der Grenze zu Myanmar.

Gemeinsam mit einer Delegation des Roten Halbmonds und des türkischen Präsidiums für Internationale Kooperation und Koordination (TİKA), besuchte die First-Lady die Rohingya-Muslime im Flüchtlingslager. Dabei wurde die Delegation nicht nur vom Monsunregen überrascht, auch die Kinder und Frauen der Minderheit der Rohingya konnten ihrer Ohnmacht über das erlebte Leid und Schmerz freien Lauf lassen und brachen in Tränen aus. Emine Erdogan konnte zwar eine zeitlang den Menschen Mut und Trost spenden, doch auch sie konnte sich angesichst des Elends der Flüchtlinge nicht beherrschen und brach immer wieder in Tränen aus.

Während des Besuchs informierte sich die First-Lady aus erster Hand über die Erlebnisse der Flüchtlinge in Myanmar. Die Ehefrau Erdogans appellierte an die internationale Staatengemeinschaft, die Vorfälle nicht zu ignorieren, nur weil es sich bei den Betroffenen nicht um die eigenen Kinder handelt. Die ganze Welt sei verantwortlich für dieses Menschheitsverbrechen. Aus diesem Grund sei sie und die Delegation hier, um der Weltöffentlichkeit die Augen zu öffnen. Sie seien in Bangladesch um den Bedürftigen zu helfen und Trost zu spenden.

Der türkische Außenminister Cavusoglu traf sich währenddessen in Dhaka mit Premierminister Sheikh Hasina, um ihn und dem Land für die Kooperation und Hilfsbereitschaft zu danken. Ankara wolle die Hilfsaktion mit der Internationalen Flüchtlingsorganisation weiter fortsetzen und Bangladesch helfen, die Flüchlinge zu versorgen. Außerdem wollen sie den Rohingya-Muslimen gemeinsam mit Bangladesch helfen, sagte der Außenminister. Cavusoglu stellte ferner fest, dass Präsident Erdogan, der derzeit auch Ratspräsident der Organisation für islamische Zusammenarbeit (OIC) ist, über die Rohingya- und Flüchtlingsfrage mit mehreren muslimischen gesprochen hat, um eine Lösung zu finden. Derzeit haben sich auch Indonesien und Katar bereit erklärt, die Hilfsmaßnahmen zu unterstützen. Indonesien übt zudem als südostasiatisches Land Druck auf Myanmar aus.

Die Regierung von Myanmar hatte am Dienstag dem türkischen Präsidium für Internationale Kooperation und Koordination (TİKA) erlaubt, 1.000 Tonnen Hilfsgüter an Rohingya-Muslime in Rakhine zu verteilen. Die Erlaubnis dazu kam von Myanmar wenige Stunden nach Erdogans Telefongespräch mit Aung San Suu Kyi, der Staatssekretärin Myanmars.

Die muslimischen Rohingya leben als verfolgte Minderheit im Südwesten Myanmars im Bundesstaat Rakhine. Viele der Verfolgten Rohingyas sind in das südöstlich gelegene Zipfel von Bangladesch, ins Bezirk Cox's Bazar geflüchtet. Rund 125.000 Rohingya sind laut UNHCR aus der südwestlichen Küstenregion Myanmars ins benachbarte Bangladesch geflohen. Die muslimische Minderheit wird in Myanmar nicht als Volk des Landes akzeptiert, ihnen werden grundlegende Rechte verweigert. Stattdessen werden die Rohingya von nationalistischen Buddhisten verfolgt, unterdrückt, ermordet. Seit 2016 geht auch die Armee Myanmars wegen angeblicher Angriffe auf Grenzposten gegen die Rohingya vor. Die UN sprechen von "Völkermord" und "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". 

Die höchste Amtsträgerin und Friedensnobelpreisträgerin von Myanmar, Aung San Suu Kyi, hat unlängst die unverhohlene Symphatie der UN für die Minderheit Rohingya kritisiert. Sie erklärte nach langem Schweigen, dass man hiermit Terroristen unterstützt und die Gewalt die von ihnen ausgeht, legitimiert.

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