Gelbwesten - Die Nacht vor den Protesten in Paris

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Gelbwesten - Die Nacht vor den Protesten in Paris

07. Dezember 2018 - 22:06
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Am Freitag konnte man den aufkommenden "Gelbwesten"-Sturm in Paris landesweit beobachten. In zahlreichen Städten im Land riefen Demonstranten für den Samstag zum "Ansturm" auf den Elysée-Palast auf. Die Polizei und Gendarmerie erwarten dagegen gewalttätige Randalierer, hat neuralgische Punkte der Hauptstadt zu Sicherheitszonen erklärt.

Gelbwesten - Die Nacht vor den Protesten in Paris

Paris / TP - Am Freitag konnte man den aufkommenden "Gelbwesten"-Sturm in Paris landesweit beobachten. In zahlreichen Städten im Land riefen Demonstranten für den Samstag zum "Ansturm" auf den Elysée-Palast auf. Die Polizei und Gendarmerie erwarten dagegen gewalttätige Randalierer, hat neuralgische Punkte der Hauptstadt zu Sicherheitszonen erklärt.

Insgesamt mehr als 90.000 Polizisten, Gendarmen und Soldaten, sollen am Samstag und Sonntag in Frankreich, 8.000 davon in der Hauptstadt Paris, für Sicherheit und Ordnung sorgen. Obwohl französische regierungsnahe Medien am Freitag noch von vereinzelten Protesten sprachen, bei denen etliche tausend Demonstranten gegen die Steuerpolitik der Regierung Macron´s die seit Wochen anhaltenden Proteste fortgesetzt hätten, versammelten sich alleine in der Nähe der Place de la Nation etliche Zehntausend Demonstranten. Landesweit gingen Schüler und Studenten von mehreren Hundert weiterführenden Schulen und Universitäten auf die Straße.

In Annency, Montbéliard, Carvin, Lille, Toulouse oder Aubervilliers, lieferten sich Schüler und Studenten ein Katz und Maus-Spiel mit Sicherheitskräften. Erneut brannten in den Zentren der Städte Fahrzeuge und Einrichtungen, wurden mit brennenden Mülleimern, Reifen und städtischen Mobiliar Straßensperren errichtet. Die Polizei und Gendarmerie gingen mit Wasserwerfern, Pferdestaffeln, Schlagstock und Tränengas vor. Dabei wurden erneut mehrere Demonstranten verletzt. Seit Beginn der Proteste der "Gelbwesten" sind bislang drei Menschen ums Leben gekommen, mehr als 222 Sicherheitskräfte und 1050 Demonstranten wurden verletzt. Über 1400 Demonstranten und Randalierer wurden festgenommen.

Der aufkeimende Ansturm auf den Elysée-Palast ist auch den Anwohnern und Geschäften im Zentrum der Stadt nicht entgangen. Zahlreiche Unternehmen verbarrikadieren ihre Geschäfte und Filialen, Anwohner bringen ihre Fahrzeuge in Sicherheit, beschlagen Fenster und Türen mit Sperrholz oder Metallplatten. Auch die Polizei sowie die Gendarmerie hat ein Sicherheitskonzept entwickelt und 22 neuralgische Punkte der Stadt zu Sicherheitszonen erklärt, hat 12 gepanzerte Fahrzeuge aufstellen lassen. Denkmäler, Museen, Theater und Sehenswürdigkeiten in Paris bleiben geschlossen, ein Festival sowie mehrere Veranstaltungen zum Advent wurden von der Stadtverwaltung abgesagt oder verboten, darunter auch ein Erstligaspiel zwischen Paris-Saint-Germain gegen Montpellier.

Landesweit bereiten sich hingegen die "Gelbwesten" für umfangreiche Straßenblockaden. Sich mit den Demonstrationen solidarisierende Lastkraftfahrer sind in zahlreichen Knotenpunkten mit LKW´s vorgefahren und unterstützen örtliche Protestherde. Andere LKW- und Treckerfahrer haben angekündigt, nach Paris zu fahren, um die Demonstrationen zu begleiten.

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