"Ethnische Säuberung" gegen Rohingya in Myanmar halten an

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"Ethnische Säuberung" gegen Rohingya in Myanmar halten an

08. März 2018 - 02:03
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Ein UN-Vertreter hat Myanmar eine anhaltende "ethnische Säuberung" gegen die muslimische Minderheit der Rohingya vorgeworfen. "Die ethnische Säuberung gegen Rohingya aus Myanmar geht weiter", erklärte der UN-Vizegeneralsekretär für Menschenrechte, Andrew Gilmour, am Dienstag nach einem Besuch von Flüchtlingslagern in der Stadt Cox's Bazar in Bangladesch. Inzwischen werde versucht, die Rohingya auszuhungern und somit aus Myanmar zu vertreiben

"Ethnische Säuberung" gegen Rohingya in Myanmar halten an

TABP - Ein UN-Vertreter hat Myanmar eine anhaltende "ethnische Säuberung" gegen die muslimische Minderheit der Rohingya vorgeworfen. "Die ethnische Säuberung gegen Rohingya aus Myanmar geht weiter", erklärte der UN-Vizegeneralsekretär für Menschenrechte, Andrew Gilmour, am Dienstag nach einem Besuch von Flüchtlingslagern in der Stadt Cox's Bazar in Bangladesch. Inzwischen werde versucht, die Rohingya auszuhungern und somit aus Myanmar zu vertreiben

"Die Art der Gewalt hat sich verändert, vom wilden Blutvergießen und von den Massenvergewaltigungen im vergangenen Jahr hin zu einer Kampagne von niedrigerer Intensität des Terrors und des Aushungerns", erklärte Gilmour.

Eine Rückkehr geflohener Rohingya aus Bangladesch sei unter den derzeitigen Umständen "unmöglich" und "unvorstellbar", bekräftigte der UN-Vertreter. "Die Regierung von Myanmar erzählt der Welt, dass sie bereit ist, Rohingya-Rückkehrer zu empfangen, während ihre Truppen sie (die Rohingya) weiterhin nach Bangladesch treibt."

Die muslimischen Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Ende August eskalierte der Konflikt, als Rohingya-Rebellen bei Angriffen rund ein Dutzend Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt und zerstörte zahlreiche Rohingya-Dörfer, Flüchtlinge berichten von Ermordungen und Vergewaltigungen. Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wurden allein im ersten Monat der Gewalt 6700 Rohingya getötet. Rund 700.000 Angehörige der Minderheit sind seit August nach Bangladesch geflohen.

Drei Friedensnobelpreisträgerinnen hatten vor zwei Wochen die ebenfalls mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi aufgerufen, ihr Schweigen über die Verfolgung und Vertreibung der muslimischen Rohingya-Minderheit zu brechen. Das Vorgehen von Myanmars Regierung und Militär komme “eindeutig einem Völkermord” an den Rohinya gleich, sagte die nordirische Friedensaktivistin Mairead Maguire am Montag nach einem zweitägigen Besuch der nahe der Grenze zu Myanmar gelegenen Flüchtlingslager in Bangladesch.

Am Montag erklärte das US-Holocaust-Museum, Aung San Suu Kyi den Elie-Wiesel-Preis (2012) für Menschenrechte abzuerkennen. Man sei entsetzt über Myanmars Vorgehen gegen die Rohinyga - und das lange Schweigen von De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi. 

Kyi hat zahlreiche Preisauszeichnungen erhalten, darunter 1990 den Sacharow-Preis, Thorolf-Rafto-Gedenkpreis, 1991 den Friedensnobelpreis, 2000 den Presidential Medal of Freedom, 2005 den Olof-Palme-Preis, 2008 die Goldene Ehrenmedaille des US-Kongresses, 2012 die Ehrendoktorwürde in Zivilrecht, University of Oxford, 2012 den Kommandeur der Ehrenlegion und 2014 den Internationaler Willy-Brandt-Preis.

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