Nach G20-Gipfel: "Unterm Führer wäre das nicht passiert!"

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Nach G20-Gipfel: "Unterm Führer wäre das nicht passiert!"

08. Juli 2017 - 22:05
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Nur Stunden nach dem die Staats- und Regierungschefs Hamburg per Flieger verlassen, meldet sich der psychologische Islamexperte Ahmad Mansour im sozialen Netzwerk und kann den PEGIDA- und Reichsbürger-Rentnern den Abend versüßen, die sich bereits am Linken-Getümmel in Hamburg laben.

Die Polizei in Deutschland hat ein Autoritätsproblem. Nicht erst seit heute wird sie als schwach, handlungsunfähig, als Feind wahrgenommen. Jeden Tag in Neukoelln, in der Kölner Silvesternacht und jetzt in Hamburg war das nicht zu übersehen.

Kommentar / TP - Ulf Poschardt bezeichnete noch am Freitag die gewalttätigen Ausschreitungen in Hamburg als "". Ich konnte nicht ahnen, dass er damit auch die Muslime als jene Freunde bezeichnete, die mit dem "faschistischen Linken" Hamburgs Stadtteile in Schutt und Asche gelegt haben.

Nur wenige Stunden nach dem Artikel in der WELT und nur kurz nach dem die ersten Staats- und Regierungschefs Hamburg verlassen haben, Kanzlerin Merkel ihre Abschlussrede hält, tritt der israelisch-palästinensische Islam- und Terrorexperte, Psychologe und Dauergast der öffentlich-rechtlichen - an die er angeblich keine GEZ mehr zahlt - , vor die sozialen Schwachmaten im Netzwerk und spannt einen Bogen von Neukoelln über die Kölner Silvesternacht bis nach Hamburg, nur um aufzuzeigen, wie die Polizei ausgebremst, welchen Kuschelkurs die Richter verfolgen. Denn, wer sich gegen die Muslime nicht zur Wehr setzt, braucht sich über Hamburg nicht zu wundern. Diese Glanzleistung honorieren gerade die PEGIDA- und Reichbürger-Rentner, und Ulf Poschardt.

klopft Mansour auf die Schultern, für etwas das er vor wenigen Stunden noch lobte, die mit "Augenmaß auf diese Bedrohungslage reagiert" hätten. Selbstverständlich nehme ich mal an, dass sich Poschardt dabei nicht auf diejenigen bezieht, auf die Mansour indirekt hindeutet, doch man muss sich schon fragen, ob Poschardt überhaupt verstanden hat, was Mansour damit ausdrücken wollte: "Unterm Führer wäre das nicht passiert!"

"Unterm Führer" hätten wir nicht erlebt, wie die Muselmanen in Neukoelln oder auf der Kölner Domplatte die arischen Mädchen befingerten und auch jetzt nicht die schrecklichen Bilder aus Hamburg im Jahre 2017 erlebt, wie einst während der Operation Gomorrha, oder war da wiederum der Führer dran schuld?! 

Genauso verdutzt musste ich dann auch noch einen Post von lesen, einmal, zweimal, ehe ich mir dann einen Zusammenhang mit Mansour´s Geschwurbel feststellte und die Ironie dahinter erkannte:

Der muslimische Mob tobt wieder. Diesmal ist Hamburg heimgesucht worden. Wann endlich wird die kulturfremde Zuwanderung gestoppt? Deutschland gehört den Deutschen. Wem das bisher nicht klar war, dem muss es spätestens jetzt wie Schuppen von den Augen fallen: Gewalttätige junge Männer - klar verschweigen Polizei und Lückenpresse deren ethnisch-religiöse Herkunft, das kennen wir - versetzen eine deutsche Stadt in Angst und Schrecken. Danke, Mutti.

Ja, sage ich mir, genau, diesen Stoß haben die Krücken von PEGIDA und Reichsbürger sowie all jene Besorgtbürger gebraucht, die unter Mansour´s Post ihren Like gesetzt haben und kräftig teilen. 

Aber kommen wir doch zur eigentlichen Frage, die mich beschäftigt und über die sich gerade die "faschistischen Linken - und anderen" ausheulen: die Polizei und Justiz. Vielleicht hat Mansour den Artikel von Poschardt nicht gelesen oder das Interview vom ehemaligen Polizisten und Polizei-Kritiker Thomas Wüppesahl. Während Poschardt der Polizei attestiert, sie sei mit Augenmaß vorgegangen - also richtig hart -, geradezu Wüppesahl und übt scharfe Kritik an der Polizeiarbeit. 

Wer dann noch den G20-Einsatzleiter Hartmut Dudde komplett übersieht, der muss sich ernsthaft um eine neuen Job kümmern. Dudde ist ja bekannt für seine Arbeit und wie Wüppesahl selbst feststellt, einiges auf dem "Kerbholz" hat. Wenn Dudde den Auftrag bekommt, bedeutet dass nur, dass die Bürgerrechte und die Demokratie erst einmal zurückstecken müssen, Sondereinheiten der Polizei mit angelegten Sturmgewehren durch die Hamburger Stadtviertel ziehen oder bewusst Plätze ausgesucht werden, wo Krawallmacher dingfest gemacht werden können. 

Das mag für Ahmad Mansour vielleicht Gewohnheit sein, in Israel ständig Armeeeinheiten der ISF mit angelegten Sturmgewehren patrouillieren zu sehen, aber in Deutschland ist man noch nicht soweit, Minderheiten, Lebensart oder Meinungen in einem übergroßen Ghetto einzupferchen, ihnen Strom und Wasser nach eigenem Ermessen zu liefern und dabei ständig in die Opferrolle abzugleiten, um genau das zu rechtfertigen.

Ahmad Mansour sollte von dem Trip loskommen, ständig neue Präventivmaßnahmen anzupreisen, herumzuschwafeln, die Polizei sowie die Justiz würden kaputtgespart, um damit zu attestieren, dass die Polizei oder Richter und Staatsanwälte unterbesetzt sind und deshalb Recht und Gesetz nicht durchsetzen können. Denn die eigentliche Glanzleistung ist es doch von diesen Exoerten, sich ständig mit neuen Szenarien zu profilieren und einzukassieren und damit Hunderten Polizisten Lohn und Brot streitig zu machen.

Ausserdem, die Mär, dass die deutsche Polizei unterbesetzt ist, dient nur als Bügelsteighalter zu mehr Anerkennung, mehr Auftritte, mehr Studien - wie man sie in Österreich gerade beobachten kann, denn allein in Deutschland waren laut einer Statistik aus dem Jahre 2016 über  im Polizeidient, Tendenz weiterhin steigend. Im Vergleich dazu: In der Türkei sind es , während es in Frankreich Polizisten und weitere  Gendarmen gibt.

Auch die Kritik, die Richter im Land würden einen Kuschelkurs fahren, kann nur der Phantasie eines PEGIDA- oder Reichbürger-Rentners entspringen, die wenn es nach ihnen ginge, längst das liberale Deutschland in eine liberal arische Art säubern lassen würden, worüber sich gerade eine AfD-Spitzen-Aussteigerin in den neuen Bundesländern recht eindeutig beschwerte. Die richterlichen Beschlüsse im Vorfeld des G20-Gipfels wurden in Pressemitteilungen von Bürgerrechtsorganisation wie den Republikanischen Anwälten oder der HU ebenso verurteilt, wie die totalitäre Haltung Dudde´s, aber Mansour schreit nach mehr Polizei, mehr Härte und mehr Geld, attestiert Richtern das Gespür für den gesellschaftlichen Zustand nicht zu habe.

Dabei sind es Richter, die entsprechend dem Momentanzustand der Gesellschaft und moralischen wie ethischen Veränderungen Recht nach eigenem Ermessen sprechen und somit den gesellschaftlichen Frieden sichern. Richter sorgen ausserdem dafür, dass sich Polizeiarbeit an Recht und Gesetz halten muss und aus dem Rechtsstaat kein Polizeistaat wird, aber Mansour will wohl genau das erreichen. 

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