Fürth: Aufzug ohne drei Halbmonde nicht akzeptabel

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Fürth: Aufzug ohne drei Halbmonde nicht akzeptabel

09. Januar 2017 - 21:22
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Das Fürther Marktamt untersagt der türkischen Folkloregruppe das Tragen der Fahne mit den drei Mondsicheln. Es sei ihrer Ansicht nach das Symbol der Anhänger der "rechtsextremen türkischen Organisation" Graue Wölfe. Die osmanische Militärkapelle, die bislang während des Erntedankfestes in Fürth am Zug teilnahm, trug die roten und grünen Fahnen mit den drei Mondsicheln, dem Symbol des Osmanischen Reiches, dass für die Einheit, Nation und Volk steht.

Fürth: Aufzug ohne drei Halbmonde nicht akzeptabel

Fürth / TP - Organisatoren des folkloristischen Festzugbeitrags vom türkisch-islamischen Kulturzentrum Ditib in Fürth zufolge, haben die drei Halbmonde auf rotem oder grünem Hintergründ nichts mit der aktuellen Politik in der Türkei zu tun. Vielmehr sollen sich Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes), eine islam- und fremdenfeindliche, völkische sowie weithin als rechtspopulistisch klassifizierte Organisation, daran gestört haben. Das geht aus einer Presseerklärung der Türkischen Union Fürth, in der auch die DITIB in Fürth vertreten ist.

Laut dem DITIB-Vorsitzenden Avci hätte es in den vergangenen Jahren während des Festzuges zum Erntedankfest keine Beanstandungen, schon gar keine negativen Äusserungen im Hinblick auf die osmanische Militärkapelle gegeben. Im Gegenteil, der Aufzug habe vielmehr für Begeisterung unter den Zuschauern gesorgt.

Avci zufolge sei es ausschließlich der Pegida und anderen politischen Strömen zu verdanken, dass das Fürther Marktamt die Entscheidung zu ungunsten des türkischen Aufzugs fallen ließ. Man habe nach der schriftlichen Zustellung der Entscheidung am 21. Dezember 2016 sich als Türkische Union Fürth am 8. Januar zusammengesetzt und einstimmig beschlossen, die Sachlage erneut mit dem Fürther Bürgermeister Dr. Thomas Jung zu erörtern. 

Die drei Halbmonde seien Symbole der Osmanischen Geschichte und somit auch der Ausdruck dieser Kultur, die mit tagespolitischen Themen nicht vermischt werden dürfe, so Avci in der Erklärung weiter. Man erwarte daher die Aufhebung des "verbotes".

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