Hauptangeklagten zum Putschversuch droht lebenslänglich

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Hauptangeklagten zum Putschversuch droht lebenslänglich

11. Mai 2018 - 22:14
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Dem ehemaligen hochdekorierten Luftwaffenkommandeur Akın Öztürk drohen im Hauptverfahren zum gescheiterten Putschversuch in der Türkei 252-mal lebenslänglich.

Hauptangeklagten Akin Öztürk droht zum Putschversuch lebenslänglich

Ankara / TP - Im Hauptanklageprozess drohen dem ehemaligen hochdekorierten Luftwaffenkommandeur Akın Öztürk wegen Planung und Beteiligung am gescheiterten Putschversuch in der Türkei am 15. Juli 2016, 252-mal lebenslänglich. Die Generalstaatsanwaltschaft in Ankara will im Plädoyer für 224 weitere Beschuldigte ebenfalls 252-mal lebenslänglich fordern.

Laut türkischen Medienberichten will die Staatsanwaltschaft für den ehemaligen Oberst Fırat Alakuş sogar 2.987-mal lebenslänglich fordern. Generalstabschef Hulusi Akar hatte Fırat Alakuş in einer Zeugenaussage als "erschreckende" Figur bezeichnet, der ihm im Generalstabssitz in Ankara während des Putschversuchs entgegen getreten sei. Alakuş organisierte die Festsetzung des Generalstabschefs und die gewaltsame Überführung auf den Luftwaffenstützpunkt Akinci nahe Ankara.

Unterdessen tauchen immer mehr Details über die Vorwürfe gegen Öztürk auf. Dieser soll bereits 2007 etwaige Verdachtslisten zu Anhängern der Gülen-Bewegung innerhalb der türkischen Luftwaffe mit Hilfe des Islamtheologen Adil Öksüz beiseite geschafft und so die Arbeit des militärischen Abschirmdienstes sabotiert haben. Öksüz selbst gilt als die Blackbox der Gülen-Bewegung in der Türkei, hat sich jedoch nach dem gescheiterten Putschversuch und nach seiner Verhaftung nahe des Luftwaffenstützpunkts Akinci und zeitnahen Freilassung, ins Ausland abgesetzt. Die Liste über mutmaßliche Gülenisten hatte damals der Journalist und Republikanische Abgeordnete Tuncay Özkan (CHP) dem Militär zur Überprüfung gereicht, die jedoch auf dem Tisch von Öztürk gelandet sei. 

Die besagte Namensliste aus dem Jahre 2007 hatte im Juli 2017 der Vorsitzende der CHP, Kemal Kilicdaroglu, wieder aufgegriffen und näher erläutert. Demnach ist man sich inzwischen sicher, dass ein Armeeangehöriger mit Verbindungen zur Gülen-Bewegung ein USB-Stick mit den Namenslisten verloren hatte, die auf umwegen dem CHP-Abgeordneten Tuncay Özkan übergeben wurde. Dieser wertete die Daten aus und reichte diese 2007 dem damaligen türkischen Generalstabschef Ilker Basbug. Aufgrund des Inhalts die überwiegend die türkische Luftwaffe berührt habe, soll diese Liste dem Luftwaffenkommandostab weitergereicht worden sein. Hier sei jedoch die Überprüfung im Sande verlaufen. Damals war Akin Öztürk der Oberkommandierende der Luftwaffe. Er soll auch dabei mitgeholfen haben, unbequeme hochrangige Offiziere des militärischen Abschirmdienstes der Luftwaffe erst verdächtigt, dann suspendiert und vom Dienst entfernt zu haben, berichtet das Online-Nachrichtenportal OdaTV.

Tuncay Özkan lieferte im Juli 2017 eine weitere Namensliste von Militärs auf einer CD, in der "einer von uns" die Rede ist. Dabei soll es sich um Dutzende Militärs handeln, die als Gülen-Anhänger innerhalb des Militärs bevorzugt behandelt werden sollten, so der bisherige Ermittlungsstand. In diesem Zusammenhang könnten die jüngsten Verhaftungswellen in dieser Woche gegenüber 91 Angehörigen in den Streitkräften stehen.

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