Dänemark liefert Verdächtigen von Reina-Anschlag nicht aus

Lesezeit
1 Minute
Gelesen zu

Dänemark liefert Verdächtigen von Reina-Anschlag nicht aus

11. Oktober 2017 - 00:49
Kategorie:
1 Kommentare

Ein 42-jähriger Usbeke, der in Dänemark seit Juli in Untersuchungshaft saß und mutmaßlich die Waffen für den Terroranschlag gegen den Istanbuler Reina-Nachtclub organisiert haben soll, wurde von dänischen Behörden freigelassen.

Dänemark liefert Verdächtigen von Reina-Anschlag nicht aus

Istanbul / TP - Trotz eines international ausgestellten Haftbefehls und nachträglichem Auslieferungsantrag der türkischen Justiz gegenüber dänischen Behörden, hat die Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag angeordnet, einen 42-jährigen Mann freizulassen, der seit Juli dieses Jahres in Untersuchungshaft saß. Die türkische Justiz wirft dem aus Usbekistan stammenden Ibrahimjon Asparov, der in Süddänemark lebt vor, Waffen für den Terroranschlag im Reina-Nachtclub in Istanbul beschafft zu haben.

Wie dänische Medien berichten, hat die Generalstaatsanwaltschaft der Kommune Vejle beschlossen, dass dem Auslieferungsantrag der Türkei nicht entsprochen werden kann und der Verdächtige zunächst auf freien Fuß gesetzt wird. Die Generalstaatsanwaltschaft kommentierte oder begründete die Freilassung nicht, so der Verteidiger von Asparov, Michael Juul Eriksen gegenüber einer lokalen Zeitung. 

Dem seit dem 20. Juli bis Dienstag in Untersuchungshaft sitzende Asparov wirft die türkische Justiz vor, den Reina-Nachclub Attentäter Abdulkadir Masharipov über einen kirgisischen Mittelsmann mit Waffen des Typs Kalaschnikow sowie Munition versorgt zu haben. Masharipov hatte nach seiner Festnahme den Terroranschlag zugegeben, die er in der Silvesternacht am 1. Januar 2017 verübte. Dabei wurden 37 Gäste des Nachtclubs in Istanbul getötet, weitere 65 zum Teil schwer verletzt. Abdulkadir Masharipov wurde zwei Wochen später nach intensiver Fahndung in einem Istanbuler Vorort festgenommen und legte ein umfassendes Geständnis ab. 

Masharipov kam laut Angaben der türkischen Polizei bereits im Januar des vergangenen Jahres mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in die Türkei. Zuvor soll der usbekische Staatsbürger vom IS in Afghanistan ausgebildet worden sein. In der Terrormiliz nahm er den Codenamen "Ebu Muhammed al-Horasani" an. Bei der Verhaftung hatte der Attentäter rund 197.000 US-Dollar, ein Quadrocopter, zwei halbautomatische Waffen sowie Munition bei sich.

Der türkische Vizepremier Numan Kurtulmus sagte in einem TV-Interview: "Es scheint, dass die Reina-Attacke nicht nur die Tat einer Terrororganisation war, sondern dass eine nachrichtendienstliche Organisation involviert war. Es war ein extrem organisiertes und durchgeplantes Attentat." 

weitere Informationen zum Artikel
Noch nicht bewertet

Es ist 1 Kommentar vorhanden

Bild von Aslan

"Something is rotten in the State of Denmark"...

& almost the whole EU?