Erdogan: "Wir haben leider Todesopfer und Verletzte" in Istanbul

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Erdogan: "Wir haben leider Todesopfer und Verletzte" in Istanbul

11. Dezember 2016 - 00:28
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Der türkische Staatspräsident Erdogan hat in einer Pressekonferenz erklärt, dass die Türkei nach dem Terroranschlag in Istanbul vor der Vodafone-Arena in Besiktas, Verletzte und Todesopfer zu beklagen hat. Experten in türkischen Medien fordern die türkische Regierung offen auf, das Inlands- und Auslandsgeheimdienst zu stärken, um die Sicherheit des Landes aufrecht zu erhalten. Vor allem im Ausland müsse der Kampf gegen den Terror aufgenommen werden, damit sie erst gar nicht die Türkei erreiche.

Erdogan: "Wir haben leider Todesopfer und Verletzte" in Istanbul

Istanbul / TP - In einer Serie von Bombenanschlägen in Istanbul, bei der eine Autobombe vor der Vodafone-Arena sowie eine weitere Bombe in der Nähe im Park von Macka explodierten, ist aufgrund der verhängten Nachrichtensperre bislang nichts genaues zu erfahren. Bislang hieß es offiziell, dass der Terroranschläge die gegen ein Mannschaftswagen der Polizei, die das Erstligaspiel zwischen Besiktas Istanbul und Bursaspor sichern sollte und am Eingang für Fans der Auswärtsmannschaft aufgestellt worden war, zu mehr als 20 Verletzten führte. Inzwischen geht man von bis zu 70 Verletzten aus, darunter vielen Schwerstverletzten, deren Zustand kritisch ist.

Das Koordinationszentrum des türkischen Gesundheitswesens in Istanbul teilte vor kurzem mit, dass die ersten Krankenwagen um 22.24 Uhr Ortszeit an den Tatorten ankamen, insgesamt 106 Krankenwagen und ein Koordinationsteam eingesetzt wurden. Laut diesen Informationen sind 11 gesicherte Todesopfer zu beklagen, während man anhand von Leichenteilen von bis zu 15 Todesopfern ausgeht. Insgesamt sollen sich um 0.00 Uhr Ortszeit 69 Verletzte in umliegenden Krankenhäusern befinden.

In sozialen Netzwerken berichteten jedoch Augenzeugen, dass die Detonationen nicht nur Verletzte hervorgerufen haben, sondern entstellte Leichen auf der Straße lagen. Der türkische Innenminister Soylu erklärte jüngst, dass die erste Explosion vor der Arena, die zweite kleinere Explosion in einem nahen Park in Macka in Besiktas stattfand. Zur Stunde ist Soylu am Tatort, um sich über die Lage zu informieren. Soylu sagte, dass die Behörden demnächst ein offizielles Statement abgeben werden, um genauere Auskunft über die Opferzahlen zu geben. 

In einer Pressekonferenz kurz nach Mitternacht erklärte Staatspräsident Erdogan in Ankara, dass das Land leider Todesopfer sowie Verletzte zu beklagen hat.

In türkischen Medien wird auf eine professionelle Herangehensweise hingedeutet, mit der die Serie von Bombenanschlägen in Istanbul stattfand. Laut bisher durchgesickerten Informationen, soll der Terroranschlag von mehreren Attentätern geplant und ausgeführt worden sein. Dabei sollen beteiligte Fahrzeuge sowie Beobachter den Anschlag koordiniert haben, weshalb kurz nach den Explosionen auch Schüsse sowie Salven von Maschinengewehren zu hören sind. Bei der ersten größeren Detonation handle es sich demnach um eine Autobombe während es sich bei der zweiten Explosion um einen Seöbstmordattentäter handelt, der zu Fuß unterwegs war, berichten Medien.

Laut einer Meldung der Al Jazeera geht man von von mindestens 15 Todesopfern aus. Die Anschlagsserie ereignete sich kurz nach 22:20 Ortszeit im Istanbuler Stadtteil Besiktas. Zuvor war das Erstligaspiel zwischen Besiktas Istanbul und Bursaspor beendet, die Fans hatten zum großen Teil das Stadium verlassen. Doch laut Augenzeugen hielten sich noch etliche Fans und Wochenendbummler um das Stadion herum, vor allem an einer Bushaltestelle nahe der ersten Detonation auf. In mehreren Bildern die im Netz kursieren, sind auch Todesopfer neben der Bushaltestelle zu erkennen.

In TV-Nachrichtensendungen erklärten mehrere Terrorismus-Experten, dass die Türkei noch immer nicht genug gegen den Terrorismus sowie die Abwehr unternehme. Die nachrichtendienstlichen Bestrebungen würden bei weitem nicht ausreichen, erklärte unter anderem Cetin Ercetin in CNN-Türk. Auch andere Experten fordern die Regierung auf, ihre Terrorabwehr nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland zu verstärken. Der Terror dürfe erst gar nicht ins Land getragen werden, so das Resümee.

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