Dortmunder Gartenverein grenzt Mitbürger wegen Herkunft aus

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Dortmunder Gartenverein grenzt Mitbürger wegen Herkunft aus

12. April 2018 - 23:05
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Im Dortmunder Kleingartenverein "In den Westkämpen e.V." wird eine Frau abgewiesen, die eine Garten-Parzelle pachten wollte. Die Begründung: man akzeptiere keine "Türken".

Dortmunder Gartenverein grenzt Mitbürger wegen Herkunft aus

Dortmund / TP - Im Dortmunder Kleingartenverein "In den Westkämpen e.V." wird eine Frau abgewiesen, die eine Parzelle pachten wollte. Die Begründung: man akzeptiere keine "Türken". Eine gewisse Frau D. beabsichtigte beim Gartenverein "In den Westkämpen e.V." in Dortmund einen Kleingarten zu pachten. Sie verabredete sich daher gemäß telefonischer Absprache mit dem stellv. Vorsitzenden und Gartenobmann des Vereins. 

Beim Treffen wurde Frau D. gefragt aus welchem Land sie komme. Ihre Antwort lautete: Aus der Türkei. Daraufhin erklärte der stellv. Vorsitzende unverhohlen, dass der Gartenverein keine Türken akzeptiere. Türken würden sich um ihre Gärten nicht kümmern und seien generell aggressiv, grob und respektlos. Außerdem sei die fremdartige Musik unerträglich. Mit Türken könne man sich zudem ohnehin nicht verständigen, da diese die deutsche Sprache nicht beherrschen würden. 

Zusammenfassend wurde mitgeteilt, dass Deutsche sich von der Anwesenheit von Türken generell gestört fühlen und in deren Anwesenheit dem Gartenverein fernbleiben würden. Eine Verpachtung an Türken komme daher nicht in Frage.

Der Gartenverein "In den Westkämpen e.V." ist dem "Stadtverband Dortmunder Gartenvereine e.V." angeschlossen und wird nach deren Vereinssatzung geführt. Demnach ist die Eingliederung von Mitbürgern, um deren gesellschaftliche Ausgrenzung zu vermeiden, so in der Satzung. Die Zusammenfassung aller am Kleingartenwesen interessierten
Bürger unter Ausschluss jeglicher parteipolitischer oder konfessioneller Ziele werde angestrebt.

Fatih Zingal, Rechtsanwalt aus Köln, der von der Benachteiliung unterrichtet wurde, erklärt hierzu: "Ich fordere den Stadtverband Dortmunder Gartenvereine e.V. daher auf, dem offenkundigen Rassismus und Fremdenhass, den der Gartenverein in den Westkämpen e.V. auszuüben pflegt, Einhalt zu gebieten. Das Gebaren des Vereins kann nicht ohne Konsequenzen bleiben. Wünschenswert wären auch eindeutige Statements aus der Politik, insbesondere von Herrn Oberbürgermeister Ulli Sierau. Mit Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass diese Art von Alltagsrassismus in Deutschland immer salonfähiger wird."

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