Gesinnungsschnüffelei und Denunziantentum wie in der DDR

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Gesinnungsschnüffelei und Denunziantentum wie in der DDR

12. April 2018 - 21:02
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Gestatten? Kurdische Gemeinde Deutschland, Verteidiger des Abendlandes, Pfeiler der Meinungsfreiheit, Hüter der Demokratie und Retter des Grundgesetzes. 

Gestatten? Kurdische Gemeinde Deutschland, Verteidiger des Abendlandes, Pfeiler der Meinungsfreiheit, Hüter der Demokratie und Retter des Grundgesetzes. 

Kommentar - Gestatten? Kurdische Gemeinde Deutschland, Verteidiger des Abendlandes, Pfeiler der Meinungsfreiheit, Hüter der Demokratie, Retter des Grundgesetzes und Bollwerk gegen den "türkischen Faschismus". Die Kurdische Gemeinde Deutschland e.V. unter dem Vorsitz von Ali Ertan Toprak (CDU) ist – fast bin ich geneigt, zu schreiben "wie könnte es anders sein?“ – Schnüffler, Denunziant, Richter und Henker zugleich. Und die KGD gilt zudem nach außen hin als ein humanistisch-demokratisches Bollwerk gegen die sogenannte "türkische Beeinflussung" durch türkische Migranten bzw. Türkischstämmige Deutsche. 

Aber der Reihe nach, was ist geschehen? Im sozialen Netzwerk Facebook brilliert die KGD mit Stasi-Methoden. Ein Denunziantenpamphlet der KGD in bester DDR-Manier beschäftigt derzeit die türkische Community im Netz. Darin schreibt die KGD am 10. April:

Manche turkisch-Stämmige Bürger in Deutschland begrüßen den völkerrechtswidrigen Einmarsch der Türkei in Afrin und lassen sich von der Regierung der TR instrumentalisieren. Zum Beispiel wie dieser Herr Tolga Özgül aus Köln. Er muss aber damit rechnen, dass sein Arbeitgeber, die DB AG über seine öffentliche Äußerung informiert wird.

und teilt dabei auch noch das Profilabbild des Betroffenen Türkischstämmigen. Nun ist es ja eine Sache, ob der Einmarsch im nordsyrischen Afrin völkerrechtswidrig ist oder nicht, über dessen Beurteilung letztlich die KGD demokratisch noch so oft sinnieren kann wie sie will. Und immerhin gibt sich ja eine gewisse Größe im Land große Mühe, dass Berlin diesbezüglich gleichzieht - jedoch ohne Erfolg.

Eine ganz andere Sache ist das kritische Kommentieren einer anderen Meinung mit dem Hinweis, dessen Arbeitsgeber über seine Haltung zum unstrittig gehaltenen Thema informieren zu wollen. Die KGD hat wohl vergessen, wie stark das alltägliche Leben während der DDR oder z.B. in der Nazi-Zeit und auch danach bis in die 70er Jahre hinein, durch autoritäre Verhaltensweisen geprägt war, in der Freiheit, freie Meinung, freie Haltung, freies Leben verunmöglicht wurde. Mit den 68´ern wurde in Deutschland die Kultur des Gehorsams, des Denunziantentums beseitigt, und nun führt es eine Gemeinde wieder ein, die sich humanistisch-demokratisch gibt? Die KGD ist weder moralisch überlegen, noch mit irgend welchen Funktionen ausgestattet, die ihr ermöglicht, hoheitliche Aufgaben zu übernehmen.

War es denn nicht die KGD, die sich noch vor Monaten über angeblichen Denunziantentum einzelner DITIB-Imame gegenüber mutmaßlichen Gülen-Anhängern beschwert und rebelliert hat und nun dazu selbst übergeht, politische Konkurrenz zu denunzieren, sie auch noch bei Arbeitgebern anschwärzen zu wollen?

Fremdenfeindliche oder demokratiefeindliche Propaganda belastet nicht nur die Völkerverständigung, sie wird durch eben solchen Denunziantentum und Gesinnungsschnüffelei geradezu pervertiert.

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