Türkei - Gedenken nach dem Putschversuch

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Türkei - Gedenken nach dem Putschversuch

12. Juli 2017 - 22:47
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Im ganzen Land wird seit Dienstag an den gescheiterten Putschversuch in der Nacht vom 15. Juli auf den 16. Juli 2016 erinnert. Präsident Erdogan und Premier Yildirim besuchten am Montag die Gräber von 15 Opfern.

Das Bild des Wettbewerbgewinners Mert Sahin wird im ganzen Land gezeigt

 

Istanbul / TP - Am Dienstag besuchten der türkische Staatspräsident Erdogan und Ministerpräsident Yildirim den Märtyrerfriedhof im Istanbuler Stadtteil Edirnekapi, auf dem 15 der insgesamt 249 Todesopfer des gescheiterten Putschversuchs begraben sind. Damit beginnen auch eine Reihe von Gedenkveranstaltungen, die mit Mahnwachen, einer Rede des Präsidenten und zahlreichen Veranstaltungen bis Ende der Woche anhalten.

Am 15. Juli 2016 begann eines der blutigsten Putschversuche in der türkischen Geschichte. Angeführt durch den Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Akin Öztürk und Mitgliedern der Gülen-Bewegung versuchten die Putschisten die amtierende Regierung zu stürzen. Zivilisten und Sicherheitskräfte der Polizei, Gendarmerie und Armee konnten den Putsch am darauffolgenden Tag beenden. Dabei starben 249 Menschen, über 2.000 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Am 11. Juli 2017 begannen Feierlichkeiten im ganzen Land, um an den gescheiterten Putsch vom 15. Juli 2016 zu erinnern. Die Regierung, Unternehmen und Zivilorganisationen haben zu "Demokratiewachen“ aufgerufen, in der sich die türkische Bevölkerung eine Woche lang allabendlich auf den Straßen und Plätzen versammeln soll wie ein Jahr zuvor, als Bürger Plätze besetzten, um sie nicht Putschisten zu überlassen. Als Höhepunkt der Gedenkfeiern ist eine Ansprache des Staatspräsidenten Erdogan im Parlament im Ankara am frühen Morgen des 16. Juli 2017 um 02:32 Uhr Ortszeit geplant, also zu der Uhrzeit, als die Putschisten ein Jahr zuvor das Parlament bombardierten. Wie in der Putschnacht, als sich die Muezzins gegen die Putschisten stellten, sollen landesweit von den Minaretten der 90.000 Moscheen der Muezzinruf erklingen.

Im Rahmen der Feierlichkeiten stellte u.a. das größte und umsatzstärkste Telekommunikationsunternehmen in der Türkei, die Türk Telekom, den Gewinner des erstmalig ausgetragen Wettbewerbs zum 15. Juli vor. Bei dem Wettbewerb für Kinder und Jugendliche ging es thematisch um die Aufarbeitung des gescheiterten Putschversuchs. Gewonnen hat laut der Jury der 17-jährige Mert Sahin, der ein Bildnis des getöteten Unteroffizier Halis Özdemir gemalt hat. Özdemir stellte sich in der Putschnacht vor dem Haupteingang des Hauptquartiers der Sondereinsatzkräfte des Militärs in Ankara unter dem Kommando von Generalleutnant Zekai Aksakalli, den Putschistenanführern Brigadegeneral Semih Terzi und Major Fatih Sahin sowie Oberleutnant Mihrali Atmaca. Özdemir tötete den Putschistenanführer, woraufhin seine Begleiter ihn mit 30 Kugeln niederstreckten.

Zahlreiche türkische Medien, darunter die Habertürk, CNN Türk und Hürriyet bezeichneten diesen Vorfall als einen weiteren Grund des Scheiterns des Putsches. Die daraufhin entfachten Gefechte zwischen Militärangehörigen die den Putschisten nahestanden und Einheiten der Sondereinsatzkräfte konnte das Hauptquartier für sich entscheiden und zu weiteren Einsätzen gegen die Putschisten ausrücken.

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