Ladendedektiv in Wien rastet wegen Kopftuch völlig aus

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Ladendedektiv in Wien rastet wegen Kopftuch völlig aus

13. November 2017 - 01:45
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Im Wiener Stadtbezirk Floridsdorf wurde in einer Drogeriemarktfiliale eine türkischstämmige Kundin von einem Dedektiv angegriffen. 

Ladendedektiv in Wien rastet wegen Kopftuch aus

Wien / TP -  Übergriffe auf Migranten, vor allem Frauen mit Kopftuch nehmen von Tag zu Tag zu. Diesmal traf es eine junge Kundin in einer Filiale der Drogeriemarktkette "Müller" im Wiener Stadtbezirk Floridsdorf. Ein Dedektiv nutzte ein Missverständnis aus, um eine türkischstämmige Kundin mit Kopftuch zusammenzuschlagen. Laut einer Meldung der "Viyana Manset Haber" war die gesamte Atmosphäre davor, bis zum Übergriff und auch danach ziemlich angespannt.

Vorurteile gegenüber Migranten, vor allem gegen Frauen mit Kopftuch führen dazu, dass die Menschen gereizt und völlig irrational auf unschuldige Menschen losgehen. Das spürte am Donnerstag eine junge türkischstämmige Frau mit Kopftuch, die im Beisein von weiteren Bekannten und einem Kind im Drogeriemarkt Kleinigkeiten besorgt hatten. Nach der Bezahlung an der Kasse stoppte die Gruppe jedoch durch den lauten Alarmton am Ausgang, woraufhin auch Mitarbeiter der Filiale ziemlich aufbrausend hinzustießen und erklärten, man müsse einen Moment warten, bis der Kaufhausdedektiv komme.

Dieser Dedektiv kam auch, doch was dann geschah, werten Zeugen als völlig überzogen und als ziemlich gewalttätig. Auch die nachfolgenden Szenen nach eintreffen der Polizei seien in keinster weise nachvollziehbar, erklären mehrere Zeugen in einem Gespräch mit "Viyana Manset Haber", einem lokalen türkischen Medienportal. Laut den Zeugenaussagen, die der Nachrichtenportal befragte, wollte der Dedektiv, dass die Kundin erneut durch den Ausgang läuft, um zu erkennen, ob der Alarm erneut ertönt. Als der Alarm auch nach zwei Durchgängen nicht ertönte und offensichtlich der erste Alarm sich als falscher Alarm erwies, wollte der Dedektiv diesmal die Handtasche kontrollieren, riss der Kundin dabei dieses aus der Hand. Als auch das nichts ergab und die Kundin diesmal ernergisch darauf bestand, ihre Handtasche zurückzuerhalten, weil er nicht das Recht dazu habe und damit drohte, die Polizei zu rufen, versuchte der Dedektiv diesmal die Kundin selbst abzutasten, worauf die Kundin zum Handy griff und versuchte die Polizei zu rufen. Da rastete der Dedektiv aus stieß und schlug laut Zeugen wie wild auf die schmächtige, gerademal 40 kg. schwere junge Frau ein. 

Dabei soll der Dedektiv auch "Kopftuchschlampe" gerufen haben und mehrmals in den Leib getreten, den Kopf gegen ein Getränkeschrank gestoßen oder mit dem Knie auf die am Boden liegende Frau.eingetreten haben. Ausserdem soll der Dedektiv versucht haben, dabei das Kopftuch herunterzureißen. Laut Zeugenaussagen schlug der großgebaute Dedektiv mit russischem Akzent den Kopf der jungen Dame mehrmals gegen einen "Redbull-Schrank". Die Aussage (via Live-Videoübertragung) des Opfers und der anwesenden Zeuginnen und Zeugen bestätigen den Tathergang. Erst als ein hinzugerufener türkischstämmiger Mann die Aufmerksamkeit des Dedektiven auf sich gelenkt habe, sei er von der Frau abgewichen, die mit zahlreichen Blutergüssen und Prellungen am Boden liegen blieb. Erst als die Polizei in Sichtweite war, beruhigte sich der Dedektiv, auch der Mann kam dabei nicht mehr in Kontakt mit dem Dedektiven, der sich bereits zu ihm gewendet hatte.

Darüber hinaus soll die hinzugerufene Polizei es unterlassen haben, den Notarzt zu rufen. Weitere Zeugen bestätigen, dass die Polizeibeamten weder auf die Verletzungen von zwei Frauen reagierten, noch anstalten hegten, die Sache aufzuklären. Stattdessen sollen die Beamten dem Dedektiven geschützt haben. Auf Anfrage erklärten die Beamten unter anderem laut Zeugenaussagen, dass ein Notarztwagen unterwegs sei. Einem weiteren Zeugen zufolge, habe aber die Leitzentrale des Notdienstes keinen Anruf von der Polizei erhalten, noch einen Einsatz für diese Adresse angefordert bekommen, nach dem er selbst die Notrufnummer angerufen habe.

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