Polizeigewalt in Köln gegen bekannten Kickboxer

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Polizeigewalt in Köln gegen bekannten Kickboxer

13. November 2017 - 10:10
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Der Kölner Kampfkunst-Meister Nihat Atamtürk ist sauer auf die Kölner Polizei, obwohl er mit der Polizeigewerkschaft seit Jahren zusammenarbeitet und Präventionsarbeit leistet. 

Polizeigewalt in Köln gegen bekannten Kickboxer

Köln / TP - Der 45-jährige Nihat Atamtürk ist Inhaber der Stammheimer Chinese Boxing Akademie Köln und langjähriges Mitglied in zahlreichen Vereinen, darunter Amnesty International. Bei seiner Jugendarbeit unterstützt der sozial engagierte Trainer auch die Polizeigewerkschaft, wofür er auch ausgezeichnet wurde. Doch das alles ist hinfällig, wenn ein Vorwurf im Raum steht, der im nachhinein betrachtet, sich nicht erhärtet.

Am 5. November, an einem Sonntag, bekam es Atamtürk in seiner Wohnung am eigenen Leib zu spüren, was Polizeigewalt bedeutet. Die versuchte am Abend ohne Durchsuchungsbefehl in die Wohnung des 45-jährigen mehrfachen Europameisters zu gelangen. Grund: anscheinend gebe es einen gemeldeten Vorfall von häuslicher Gewalt. Kurios dabei: Zuerst klingelten die Beamten beim Nachbarn im oberen Stockwerk, ehe sie an der Wohnungstür der Familie Atamtürk standen und Zutritt verlangten. 

Obwohl die Ehefrau an der Haustür erklärte, dass bei ihr alles OK sei und Nihat Atamtürk kurz darauf ebenfalls an der Haustür stand, um zu verstehen und um einen Durchsuchungsbeschluss nachzufragen, gingen diese unmittelbar auf ihn los, zerrten ihn auf den Boden und fixierten ihn mit Handschellen. Dabei soll ein Beamter den am Boden liegenden Atamtürk mehrmals in die Rippen geschlagen haben. Trotz verbaler Proteste des am Boden liegenden Atamtürk und ohne dabei Widerstand zu leisten, wurde er mit Hebel-, Würge- und Strecktechniken maltretiert, heißt es in einer Presseerklärung auf der Homepage der Akademie. 

Begründet wurde der harte Zugriff mit "Wir sind die Polizei", heißt es in der Erklärung weiter. 15 Minuten lang habe man die gesamte Familie bedroht und mit Androhung von Gewalt separiert. Dabei soll es auch zu Beleidigungen und Belustigungen der Beamten über den Titel des Kampfsportlers gekommen sein, schildert Nihat Atamtürk den Vorfall weiter. Mit Prellungen und einer verstörten Familie, von denen die Kinder durch weitere Beamte "verhört" wurden, ließen die Beamten dann von der Familie ab und erklärten, es handle sich wohl um eine Verwechslung.

Für Nihat Atamtürk ist das kein ausreichender Grund, denn bereits das vierte Mal sei die Polizei gezielt vor der Haustür gestanden, ohne "Erfolg", so Atamtürk. Laut der Pressemitteilung, hatte die Polizei für ihr Vorgehen kein Recht. Weder konnten sie einen "Durchsuchungsbeschluss“ vorzeigen, noch bestand "Gefahr in Verzug“. Nihat Atamtürk soll mit Gewalt dafür bestraft worden sein, weil er die Polizei zu Recht in seine Wohnung nicht gelassen habe. Tatsache ist, dass der Vorwurf der häuslichen Gewalt ihm nicht vorgeworfen werden konnte und daraufhin die Polizei selber gewalttätig wurde und dies dann als, "Widerstand gegen die Staatsgewalt“, ausgelegte, erklärt Atamtürk weiter.
 

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