YPG setzt in Afrin geächtete Waffen ein

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YPG setzt in Afrin geächtete Waffen ein

15. Februar 2018 - 12:40
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Seit Wochen geht die Türkei militärisch gegen die syrische Terrororganisation YPG vor. Doch die Armee kommt nur langsam voran. Mit ein Grund sind die von der YPG eingesetzten Antipersonenminen. Minenräumdienste des türkischen Heeres durchsuchen freigekämpfte Siedlungen, Dörfer und Pfade mit Detektoren und pflügen mit schwerem Gerät ganze Landstriche.

YPG setzt in Afrin geächtete Waffen ein

Gaziantep / TP - Seit dem 20. Januar geht die Türkei militärisch gegen die syrische Terrororganisation YPG im nordsyrischen Distrikt Afrin vor. Doch die Bodentruppen des türkischen Heeres sowie Milizen der Freien Syrischen Armee (FSA) kommen nur langsam voran. Mit ein Grund sind die von der YPG (Volksverteidigungseinheiten) eingesetzten Antipersonenminen. Minenräumdienste des türkischen Heeres durchsuchen derzeit freigekämpfte Siedlungen, Dörfer und Pfade mit Detektoren und pflügen mit schwerem Gerät ganze Landstriche.

Eigentlich sind Antipersonenmine nach der Ottawa-Konvention aus dem Jahr 1997 verboten. Daran halten sich zwar bisher 161 Staaten, auch die Türkei, die USA oder Russland haben die Konvention jedoch nicht ratifiziert. Terrororganisationen halten sich an Ächtungen erst recht nicht, weshalb auch in Nordsyrien die türkische Armee vor einer großen Herausforderung steht. 

Das behutsame Vorgehen des türkischen Militärs in Afrin wird seit Wochen von der türkischen Regierung wie auch dem Generalstab immer wieder betont. Man wolle zivile Opfer so gering wie möglich halten. Das Ergebnis ist, dass die Bodentruppen wie schon während der Operation "Schutzschild Euphrat" sorgfältig abwegen, wo Luftschläge angebracht sind, wie schnell man am Boden gegen die Terrormiliz YPG und IS (DAESH) vorgehen kann. 

Während die Terrormiliz IS auf Selbstmordkommandos und IED (improvised explosive device) setzt, um den Vormarsch der türkischen Allianz zu stoppen, versucht die YPG offenbar gezielt mit Antipersonenminen und IED´s ganze Landstriche in Afrin zu verminen. Immer weitere Verbände der türkischen Armee überqueren derzeit die syrisch-türkische Grenze, darunter auch Minenräumdienste mit schweren Maschinen wie Minenräumfahrzeuge. Damit ist es möglich, systematisch Minen und Sprengfallen schnell und effektiv auszulösen. Zudem melden türkische Medien, dass die türkischen Truppen inzwischen Einheiten im rückwärtigen Raum abgestellt haben, die eben solche Minen mit Dedektoren aufspüren sollen.

Erste Funde solcher geächteten Waffen, die wenn sie nach einem Konflikt nicht entfernt werden auch Zivilisten treffen, bestätigen die Befürchtungen des Militärs. Bereits zwischen dem 10. und 12. Februar wurden laut Militärangaben mehrere neu angelegte Schützengräben und Befestigungen von der YPG erobert, in denen Waffendepots mit zahlreichen Antipersonenminen gefunden wurden. Seither legen Minenräumdienste des Militärs eine Antipersonenmine nach dem anderen an Pfaden, neben befestigten Straßen und sogar in Siedlungen und Dörfern frei. Allein am 21. Februar legte ein Räumdienst auf dem Berg Bersaya immerhin weitere 12 Antipersonenminen frei, die sie bereits Ende Januar von der YPG befreit hatte.

Die Suche nach solchen Antipersonenminen gestaltet sich dabei als schwierig, zumal die bisherigen Funde darauf schließen, dass die YPG solche verwendet, die mit Dedektoren aufgrund ihrer Beschaffenheit nur schwer zu orten sind. Ein anderes Problem bereiten sogenannte IED, die als Stein oder Fels getarnt an strategisch wichtigen Punkten positioniert werden. Drucksensoren oder eine Drahtfalle löst die Sprengvorrichtung aus. Die Wirkung ist verheerend, weil die Bomben mit Nägeln und Stahlkugeln verstärkt werden. 

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