Hrant Enveryan: Ein "Ja" für die gefallenen Armenier

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Hrant Enveryan: Ein "Ja" für die gefallenen Armenier

April 15, 2017 - 22:02
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Der armenischstämmige Türke Hrant Enveryan steht zu seiner Abstammung und verteidigt sich gegen den Vorwurf, als armenischstämmiger mache er einen großen Fehler, beim bevorstehenden Volksreferendum in der Türkei mit "Ja" zu stimmen.

Bild: Hrant Dink - Hrant Enveryan: Ein "Ja" für die gefallenen Armenier

Istanbul / TP - Der armenischstämmige Türke Hrant Enveryan hat im sozialen Netzwerk Twitter einen Befreiungsschlag gegen seine Kritiker gestartet. Vehement verteidigt der aus Malatya stammende Akademiker der Boğaziçi Universität von Istanbul den Standpunkt, dass der Türkei nichts besseres widerfahren könne, als das neue Präsidialsystem.

Nach Markar Esayan, einem weiteren armenischstämmigen türkischen Journalisten und Schriftsteller, der Volker Kauder für seine jüngste Meinung kritisierte, dass die Christen in der Türkei unterdrückt werden und als "Lügner" bezeichnete, kritisieren immer mehr Christen in der Türkei die Vorhaltungen aus Europa.

Enveryan twitterte wie Esayan unter anderem, dass er sich in der Türkei freier fühle als in Europa. Um auch dauerhaft frei zu sein, werde er beim bevorstehenden Volksreferendum für das Präsidialsystem stimmen, um die Türkei in ein neues Zeitalter zu begleiten, in der das Land freier als gegenwärtig werde. 

Enveryan twittere des Weiteren, dass gegen die Türkei und Präsident Erdogan seit mehr als 6 Monaten ununterbrochen aus dem Westen heraus gehetzt werde. Am 16. April werde das Land aber völlig frei werden, teilte Enveryan mit. 

Als Beweggrund meinte Enveryan im sozialen Netzwerk Facebook, dass das Land im Gedenken an die gefallenen armenischstämmigen osmanischen Soldaten in Gallipoli ein "Ja" verdient hätten. Ausserdem hätten die vielen toten Türken am 15. Juli 2016 bewiesen, dass sie das Land nicht für ein Regime aufgeben wollten und ebenfalls ein "Ja" verdient haben. Die Koalitionsunfähigkeit der "Militärverfassung" müsse aufgrund der Terrororganisationen FETÖ und PKK abgeschafft werden, so Enveryan weiter.

Enveryan hatte sich zuletzt für die Restaurierung des Geburtshauses von Hrant Dink eingesetzt, der 2007 in Istanbul vor seinem eigenen Verlagshaus ermordet wurde. Zwar konnte mit einer Petition angestrengt werden, dass die armenische Kirche restauriert, die Straße in der das Geburtshaus stand, nach Hrant Dink benannt wird, doch das schon teils heruntergekommene Haus selbst wurde von der in Deutschland lebenden Tochter aufgegeben, stattdessen ein modernes Wohnhaus gebaut.

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