Waffenembargo - Deutschland will Türkei treffen

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Waffenembargo - Deutschland will Türkei treffen

15. September 2017 - 01:12
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Was bedeutet der temporäre Stopp von Waffenlieferungen der Bundesrepublik für die Türkei, fragt sich der Deutsch-Türkische Akademiker e.V. nach den Äußerungen von Außenminister Sigmar Gabriel während der "Handelsblatt"-Veranstaltung in Berlin am vergangenem Montag. Gabriel hatte erklärt, dass die meisten Waffenexporte in die Türkei in der Warteschleife hängen.

Waffenembargo - Deutschland will Türkei treffen

Kommentar Deutsch-Türkische Akademiker e.V. / TP - Was bedeutet der temporäre Stopp von Waffenlieferungen von der Bundesrepublik für die Türkei? Die Frage lässt sich relativ einfach mit Beispielen aus der Historie beantworten:

Bis vor wenigen Jahren war das Standart-Sturmgewehr der türkischen Landstreitkräfte die deutsche G3 von Heckler & Koch und die amerikanische M-16 aus den 70ern. Man wollte die neueren Modelle kaufen und die wurden verwehrt oder zu einem überproportional hohen Wucherpreis angeboten, ohne dass es einen rationalen Grund gab.

Die Antwort:

Die Türkei hat ihr eigenes Sturmgewehr M-TP 76 entwickelt, dass als einziges Gewehr in ihrer Klasse alle NATO-Tests bestanden hat und rüstet gerade die eigene Armee damit aus. Damit nicht genug, sind bereits Vorbestellungen aus Pakistan, Aserbaidschan, Bolivien, Brasilien und diversen arabischen Staaten eingegangen, obwohl die ersten Exemplare ins Ausland erst 2019 geliefert werden können.

Die Kampfhubschrauber bestanden voranging aus den US-amerikanischen Bell AH1-Cobra Modellen. Diese Kampfhubschrauber waren äußerst effektiv im Kampf in den bergigen Regionen gegen die Terrororganisation PKK. Die Türkei hatte von diesem leichten und wendigen Kampfhubschraubern nur 12 im Bestand. Man bestellte 30 weitere. Die Bestellung wurde im US-amerikanischen Kongress jedoch blockiert, mit der Begründung, es würde die "Kräfteverhältnisse" in der Region negativ beeinflussen.

Die türkische Antwort darauf:

Man entwickelte den türkischen Kampfhubschrauber ATAK. Es sind bereits 18 Exemplare extrem erfolgreich im Einsatz. Die Bestellungen aus dem Ausland können frühestens 2021 bedient werden.

Die Drohnen im Inventar der türkischen Armee bestanden vorrangig aus US-amerikanischen Predator und israelischen Herons. Als man von den Amerikanern bewaffnete Predators kaufen wollte, wurde das im US-amerikanischen Kongress abgelehnt. Mit der Begründung, dass dies das "Kräfteverhältnis" in der Region beeinflussen würde. Die israelischen Aufklärungsdrohne Heron wurde nach einer diplomatischen Krise zwischen der Türkei und Israel nach einem Versand bezüglich Wartungsarbeiten einfach und ohne Begründung nicht mehr zurückgeschickt, obwohl diese Eigentum der Türkei sind.

Die Antwort der Türkei:

Man entwickelte die türkische Kampfdrohne Anka und die Kamikaze-Drohne ALPAGU. Diese Drohnen sind bewaffnet und allesamt mit Nachtsichtgeräten ausgestattet. Seitdem diese Dronen eingesetzt werden, wurde die PKK in den türkischen Bergen in den letzen 1-2 Jahren fast ausgelöscht. Die Drohnen können nicht nur auf sofort gesichtete Terrorgruppen reagieren und diese bekämpfen, sondern den Einsatz von Kampfflugzeugen mit teuren Folgekosten gänzlich ersetzen. Die Türkei verkauft diese Drohnen momentan überhaupt nicht ins Ausland, obwohl es rege Nachfragen gibt.

Die Türkische Armee hat vorrangig neben US-amerikanischen M60 Panzern auch einige deutsche Leopard-Panzer im Programm. Ständig wurden nach jeder diplomatischen Krise die Lieferung von Ersatzteilen verweigert.

Die Antwort der Türkei:

Der nach gängigen Expertenmeinungen stärkste Panzer der Welt - ALTAY - wurde entwickelt. Mit der Serienproduktion wird voraussichtlich nächstes Jahr begonnen. Obwohl aktuell nur 3 Prototypen existieren, kann sich das Verteidigungsministerium vor Anfragen kaum retten.

Die Türkei hatte noch ältere US-amerikanische Truppentransporter im Einsatz. Man wollte neuere Truppentransporter, vor allem minensichere und stärker gepanzerte Fahrzeuge erwerben. Die USA verlangten den dreifachen Marktpreis für diese Fahrzeuge.

Die Reaktion der Türkei:

Man entwickelte eigene gepanzerteTruppentransporter, den sogenannten KIRPI (Igel). Die ersten 700 Fahrzeuge sind bereits im Einsatz. Ausländische Bestellungen können aufgrund der Lieferkapazitäten noch gar nicht angenommen werden.

Die Liste kann noch endlos weiter geführt werden, wie mit Artillerie, Fregatten, U-Booten, Raketenwerfern etc..

Jetzt sagt Siggi... dass sie einige bestellte Bauteile für Kriegsschiffe, Handfeuerwaffen und Kevlar-Schutzausrüstungen für Spezialeinheiten nicht liefern wollen.

Was sagen wir da?

Danke Siggi. 
Danke Bundesrepublik.

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Es sind 2 Kommentare vorhanden

Bild von Nemesis269

Es kursieren unzählige Videos in den sozialen Netzwerken, vor allem auf You Tube, über die türkische Waffenindustrie. Hat einer dem Herrn Gabriel schon verklikert, dass die Türkei ein neuer Player im Bereich der Waffenindustrie ist? So mancher würde mein Kommentar für überzogen halten aber, schaut Euch die Videos übr die neuesten Waffen, made in Türkey, dann wird man mich verstehen. Die Çanik TP-9 alle Serien sowie Çanik TP-55 sind der absolute Verkaufsrenner in den USA und macht der Pistole der Glockserie unheimliche Konkurrenz. Das MPT-76 Sturmgewehr ist laut U.S Waffenexperten und darin sind sich einige einig, die neueste Ausführung des türkischen "Scar,H&K 416, AR15 und M16 der 7 Generation" das allen Standards der Waffenindustrie entspricht und die Normen mehr als erfüllt. Laut US Verteidigungsministerium, die türkische Armee (TSK), ausgestattet mit solchen Waffen wäre eine ehrfürchtige globale Streitmacht, der sich jeder andere das Querstellen, mehrmals überlegen würde, trotz der überschaubaren Zahl der Angehörigen. Herr Gabriel vegisst auch dass die Türkei, mit dem Militärbudget bereits im Jahre 2014 mit knapp 20 mrd.Euro, stand. Wir nähern uns dem Ende des 2017 und das Militärbudget nähert sich der Zahl von 30 mrd. tendenzsteigend. Und Herr Gabriel, die Embargos sind meistens die Folgen der Ankurbelung der eigenen Industrie, gefolgt von Investitionen. Der türkische Altay Panzer konnte bereits als Prototyp in der Testphase, es mit jedem Leopard 2 A7 und Abrams 2 der nächsten Generation, spielerisch aufnehmen und diese spielerisch zum Schrotthaufen "verarbeiten". Also, wie der Autor schon sagte auch ich sage: "Danke Siggi für das Embargo, deinen abgelaufenen EU Schrott, kannst dir sonst wohin schieben!"

C

Sehr gut hab schon gedacht unsere Minister reagieren wir unsere Arabische Nachbarn sich als Opfer sehen und nur meckern und weinen. Was ich übels hasse bei uns Muslime mimimm mimmim. Wenn du kannst, dann mache es, wenn du nicht kannst, deine weine und meckere nicht, akzeptiere es fertig aus. Aber diese mimimi nervt übels.