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Grup Yorum Bandmitglieder am Düsseldorfer Flughafen abgewiesen

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Grup Yorum Bandmitglieder am Düsseldorfer Flughafen abgewiesen

15. November 2015 - 17:05
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Die deutsche Bundespolizei verweigert Bandmitgliedern aus der Türkei die Einreise, weil sie auf einer Liste stehen soll.

"Herz und Stimmen gegen den Rassismus" sollte das Motto des Konzerts lauten, dass die linke türkische Rockband Grup Yorum in Oberhausen am 14.11. geben sollte.

Für die Band wäre das Konzert bereits Anfang November ins Wasser gefallen, nach dem das deutsche Konsulat in Istanbul die Visaanträge von vier Mitgliedern abgelehnt hatte. Die Reaktionen fielen entsprechend negativ aus, schließlich hatte sie auch schon in den vergangenen Jahren in Oberhausen vor einer begeisterten Anhängerschaft gespielt. Im letzten Jahr solidarisierte sie sich bei dem Konzert mit den Opfern des NSU-Terrors. Doch in diesem Jahr wird die Band wohl nicht mehr kommen können. Die deutsche Bundespolizei verweigerte gestern am Düsseldorfer Flughafen vier der Mitglieder die Einreise. Özkan Erkişi, Sedat Baştük, İlkay İşler und Bahar Kurt wurden am Düsseldorfer Flughafen 9,5 Stunden festgehalten und befragt, ehe sie mit dem nächsten Flieger in die Türkei zurück mussten. Das Konzert konnte dennoch stattfinden, nach dem sich andere Mitglieder und Freunde bereiterklärt hatten, das Konzert stattfinden zu lassen.

In einer Erklärung der Gruppe Anfang November hieß es: "Obwohl wir zuvor mehrere Konzerte in Deutschland und Europa gespielt haben, wurde unser Visumantrag vergangene Woche vom deutschen Konsulat abgelehnt. Als ob das noch nicht reicht, gibt man an, dass man Maßnahmen einleiten wird, damit den Grup-Yorum-Mitgliedern auch in Zukunft die Rechte aus dem 'Schengener' Abkommen vorenthalten werden."

Begründet wurde die Visaverweigerung vom deutschen Konsulat mit Sicherheitsbedenken. Ihnen werde die Einreise verweigert, weil elf der Bandmitglieder im Schengener Informationssystem SIS gelistet seien. Dabei handelt es sich um eine Datenbank europäischer Polizei- und Sicherheitsbehörden, in der etwa zur Fahndung ausgeschriebene oder "unerwünschte" Personen gespeichert werden. Welche Gründe bei der gestrigen Verweigerung der Einreise eine Rolle gespielt haben, ist bislang nicht bekannt.
 

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