"Strafrechtliche Ermittlungen" gegen Adil Öksüz

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"Strafrechtliche Ermittlungen" gegen Adil Öksüz

16. April 2018 - 11:28
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Laut einem Artikel der türkischen Tageszeitung "Karar" hat Berlin in Zusammenhang mit dem mutmaßlichen türkischen Putschisten Adil Öksüz "strafrechtliche Ermittlungen" eingeleitet. In der Türkei zeigt man sich über den Ausgangspunkt eines jeden Strafverfahrens verwundert. Hält sich Öksüz doch in Deutschland auf?

Tageszeitung Karar: "Strafrechtliche Ermittlungen" gegen Adil Öksüz

Berlin / TP - Laut einem Bericht von Bursa Sarikaya von der türkischen Tageszeitung "Karar" hat Berlin in Zusammenhang mit dem mutmaßlichen türkischen Putschisten Adil Öksüz "strafrechtliche Ermittlungen" eingeleitet. In der Türkei zeigt man sich über den Ausgangspunkt eines jeden Strafverfahrens verwundert. Hält sich Öksüz doch in Deutschland auf?

In Berlin heißt es aus vertraulichen Kreisen des Innenministeriums, dass die Ermittlungen auch die Festnahme von Adil Öksüz beinhaltet, wobei das Auslieferungsersuchen der türkischen Justiz vorangeführt wird, die seit Januar dieses Jahres vorliegt. Über Einzelheiten des Ermittlungsstands habe der Berliner Beamte jedoch keine konkreten Angaben gemacht, sie würden zu diesem Zeitpunkt unter Verschluss gehalten. 

Fest steht laut dem Bericht von Sarikaya, dass die deutschen Behörden erst Ermittlungen über den Aufenthaltsort angestrengt haben, nun auch ein Erlass zur Festnahme vorliegt. Dabei soll zuerst dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge das türkische Auslieferungsersuchen zugestellt worden sein, auf deren Grundlage das Ministerium versucht habe den Aufenthaltsort herauszufinden. Inzwischen sollen die Ermittlungen vertieft worden sein, was die Annahme bestärkt, dass der Aufenthaltsort deutschen Behörden bekannt ist.

Adil Öksüz, umgangssprachlich in der Türkei auch der "Imam der Luftwaffe" genannt, gilt als Putschführer des gescheiterten Putschversuchs vom 15. Juli 2016. Er wird von türkischen Ermittlern als die "Blackbox" der Gülen-Bewegung genannt und wird als die rechte Hand des islamischen Predigers Fethullah Gülen gehandelt. Öksüz wird dafür verantwortlich gemacht, auf der Akıncılar-Airbase in Ankara als Zivilist die Luftangriffe auf Istanbul und Ankara befehligt zu haben. Zahlreiche Videoaufnahmen aus der Airbase zeigen, wie der Theologe Offiziere anleitet, Befehle erteilt. Kurz nach dem ersichtlich wurde, dass der Putsch scheitern wird, versuchte Öksüz sich abzusetzen, wurde jedoch in der Nähe der Airbase von Sicherheitskräften gefasst und festgesetzt. Nur wenige Tage später, am 18.Juli wurde Öksüz unter Auflagen freigelassen, seitdem befindet Öksüz auf der Flucht.

Bis vor kurzem konnte man nicht konkret nachweisen, wie Öksüz die Flucht gelang oder welche Wege oder Hilfe er dabei in Anspruch nahm. Nur wenige Monate nach dem Putschversuch wurde der Richter Çetin Sönmez verhaftet, der für die Freilassung von Öksüz am 18. Juli 2016 verantwortlich war. Mitte Mai 2017 kamen erste Medienberichte auf, wonach Sönmez, der derzeit wegen Mitgliedschaft in der Terrororganisation FETÖ in Untersuchungshaft sitzt, erklärt habe, zur Gülen-Gemeinschaft anzugehören und auch mit Fethullah Gülen an einem Tisch gesessen zu haben. Laut Medienberichten entließ Sönmez den Putschführer Öksüz nicht nur unter Auflagen am 18. Juli 2016 aus der Haft, vermutlich hat er auch Öksüz gewarnt, sein Handy weiter zu benutzen und auszuschalten. Medienberichten zufolge hat Sönmez um eine Kronzeugenregelung gebeten und will vollumfänglich geständig sein.

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