Syrischer General: PKK ist im Besitz von Senfgas

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Syrischer General: PKK ist im Besitz von Senfgas

16. November 2017 - 13:51
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Ein ehemaliger syrischer General der Waffenforschung und Befehlshaber über die syrischen Chemiewaffen erklärt, dass die Terrororganisation PKK im Besitz von Senfgas ist.

Syrischer General: PKK ist im Besitz von Senfgas

Ankara / TP - Laut der regierungsnahen türkischen Tageszeitung "Yenisafak", die auch von der "" und weiteren türkischen Medien zitiert wird, ist die Terrororganisation PKK im Besitz von einsatzfähigen Senfgas. Sie sollen aus dem Arsenal der syrischen Chemiewaffen stammen, erklärt der ehemalige Brigade-General Zaher al-Sakat, der bis Ende 2012 in der fünften Division der syrischen Armee Befehlshaber über die Chemiewaffen des Landes war. 

Sakat, der die Informationen aus gesicherten Geheimdienstkreisen erhalten haben will, hatte erst Anfang April gegenüber der britischen Zeitung "" erklärt, dass der syrische Machthaber Assad noch im Besitz von rund der Hälfte seiner Chemiewaffen wäre und vor den Vereinten Nationen wie auch der UN-Organisation OPCW erfolgreich verstecke. Aus diesem Bestand soll auch die PKK aufgrund einer Vereinbarung mit dem syrischen Regime Senfgas erhalten haben.

Brigade-General Sakat, der 2013 in die Freie Syrische Armee (FSA) desertiert ist, sagt aus, dass das syrische Regime am 31. August 2015 mit der Terrororganisation PKK eine Vereinbarung über die Lieferung von Waffen, darunter auch chemischen Waffen, getroffen habe. Bislang sollen der PKK so an die 100 Granaten mit Senfgas geliefert worden sein. 

Zuletzt habe die PKK in Deir ez-Zor während einer Übergabe eine Trance von Senfgas erhalten haben. Seit 2011 wurde Deir ez-Zor vom Islamischen Staat (DAESH) gehalten, bis es Ende Oktober dieses Jahres von der syrischen Armee befreit wurde. Hier sollen laut russischen wie syrischen Medienberichten chemische Kampfstoffe gefunden worden sein, die die IS gebunkert haben soll. Aus diesem Bestand soll laut dem Brigade-General auch die letzte Trance stammen. 

Laut Sakat stehe die Türkei als potentielles Angriffsziel in der Vereinbarung an erster Stelle. Vor allem aus diesem Blickwinkel betrachtet, sei es daher laut "Yenisafak" nicht auszuschließen, das auch die IS mit Giftgas wie Sarin versorgt wurde, um den Vormarsch der türkischen Armee während der Operation "Schutzschild Euphrat" zu behindern. Andererseits versuche das syrische Regime damit, auch den Druck durch die Vereinten Nationen abzumildern, in dem es die Terrororganisationen ins Spiel bringe. Während der Operation "Schutzschild Euphrat" soll es laut dem Bericht mehrmals zu Giftgasangriffen gegen Milizen der FSA und türkischen Truppen auf Höhe von Mare und al-Bab gekommen sein, bislang jedoch ohne Verluste unter den Milizen und türkischen Truppen.

Laut den Ausführungen von Sakat und Nachforschungen der "Yenisafak" soll sich derzeit ein beträchtlicher Anteil der Senfgas-Granaten in Manbidsch befinden, die sich unter der Gewalt der SDF (Demokratische Kräfte Syriens) befindet und sogar auf Raketensysteme umgerüstet worden seien. Die SDF gilt als verlängerter syrischer Arm der PKK. Einem Mitglied der "Armee der Revolutionäre" ((Jaysh al-Thuwar, JAT)) zufolge, die unter der Egide der SDF kämpft, soll das Giftgas-Arsenal in der Umgebung der Tischrin-Talsperre versteckt gelagert worden sein. Sie sollen der SDF/PYD (Partei der Demokratischen Union) als letztes Mittel dienen, einen Vorstoß der türkischen Armee in Richtung Manbidsch zu vereiteln und damit einen Großteil Nordsyriens zu verlieren.

Zwischen Dezember 2015 und August 2016 wurden der Vereinten Nationen und der OPCW mehr als 130 Berichte über Chemiewaffenattacken oder den Einsatz von Giftstoffen übergeben: In 13 Fällen soll den Angaben zufolge der Kampfstoff Sarin, in zwölf Fällen Senfgas, in vier das Nervengas VX sowie 41 Mal Chlorgas und 61 Mal andere giftige Chemikalien eingesetzt worden sein.

So benutzte mutmaßlich die Terrormiliz IS wiederum nach Erkenntnissen der UN-Experten am 21. August 2015 im Ort Mare nahe Aleppo das hochgiftige Senfgas. Ein Jahr später, während der Operation "Schutzschild Euphrat", wurden Milizkämpfer der FSA nach einem Vorstoßversuch auf al-Bab Ende November 2016 ins grenznahe türkische Militärkrankenhaus in Gaziantep mit Verdacht auf Senfgas-Symptome eingeliefert. Der türkische Generalstab meldete kurz darauf, dass die Verletzungen der 22 Kämpfer auf Senfgas deuten würden.

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