Der ewige Diskurs: der türkische Nationalismus

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Der ewige Diskurs: der türkische Nationalismus

18. Oktober 2011 - 15:52
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Vielfach verkannt, verklärt und verstümmelt dargestellt. Nach Lesart manch eines Eiferers ein Extremismus, das an Hitler-Deutschland erinnert, nach Deutungshoheit anderer das Sinnbild des Re-Nationalisierungskonzeptes der Türkei auf deutschem Boden: der "türkische Nationalismus"

Das Thema ist zu umfangreich, um sie detailliert auf wenige Zeilen zu konzentrieren. Dennoch schaffen es manche, darunter meine Lieblingsphilosophin Madlen Vartian, das Thema nicht nur gekonnt zu vermarkten, sondern auch eine dafür zur Zeit sehr empfängliche Mehrheitsgesellschaft anzusprechen. Vielfach sind die Auslassungen politisch motiviert. Sei es um die Anerkennung von diesem, die Verhinderung von jenem, die Verunglimpfung von Türken, die sich nicht instrumentalisieren lassen wollen oder aber bestimmten politischen Betätigungen mit einem NEIN begegnen. Das Stichwort "instrumentalisieren" wird in diesem Artikel noch mehrfach fallen und dieses Thema ist mehr als instrumentalisiert worden. Statt den Linksextremismus in Frage zu stellen oder dem deutschen Rechtsextremismus entschiedener zu begegnen, wird die türkische Trumpfkarte gezogen.

Madlen Vartian spielt weiterhin mit dem Feuer, auch wenn sie nach der ersten herben Schlappe gegen die Staatssekretärin für Integration beim Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Zülfiye Kaykin (SPD), erlitt. Sie und ihre Weggefährten im Kampf gegen den "türkischen Nationalismus" dürften eigentlich einiges gegenüber Zülfiye Kaykin nicht mehr behaupten. Das Madlen Vartian in einem neuen Artikel dennoch weiterhin redet wie ihr der Mund gewachsen ist, sei ihr gegönnt. Ich überlasse es dem Land NRW, ob sie darin einen Verstoß gegen eine gerichtlich ausgesprochene Verfügung sehen.

Madlen Vartian schreibt in ihrem Blogartikel wie man es von ihr gewohnt ist. Erst einmal einen Vorfall oder Ereignis ausschlachten, um dann zum gewohnten Grundtenor zu kommen, und die heißt, der ewige Kampf in Deutschland gegen den sogenannten, geradezu hoch stilisierten "türkischen Nationalismus". Es gibt aber keinen einzigen Vorfall oder Ereignis, die sie nicht hierzu verwenden würde. Der Job, die Familie, der Streß in etlichen Vereinen und Vereinigungen verhindern wohl eine ausschweifende literarische Verwertung aller Ereignisse, die mit den Türken in Deutschland in Verbindung gebracht werden können. Ob sie sich tatsächlich bewusst ist, worüber sie da ständig lamentiert? Kennt sie eigentlich die Fakten über Türken, Idealisten, meine Wenigkeit?

Der "türkische Nationalismus", ein Vagabund daselbst. Er verträgt sich, nach so manch einem Blogger zufolge mit dem deutschen Rechtsextremismus nach nationalsozialistischer Vorgabe. So berichteten jüngst rechtsradikale Blogs, in einem ostdeutschem Bundesland hätte sich ein "Grauer Wolf" verirrt und mit einem NDP-Kreis Händchen sowie ein Schäferstündchen gehalten. Wer jedoch die Idealisten verfolgt, kann mit Fug und Recht behaupten, dass Mitglieder allesamt zu Stubenhockern degradiert wurden. Das heißt, die Zentrale der Idealisten in Deutschland hat eine Botschaft an alle Mitglieder und Anhänger verteilt, in der jedwede Beteiligung, sei es an Demonstrationen, Kundgebungen oder Ausschreitungen zu unterlassen sind. Es dürfen ferner keine Erklärung abgegeben werden, weshalb man seit Jahren auch nichts von ihnen hört. Nicht einmal die türkische Presse in Deutschland kann über die Idealisten berichten, weil es nichts zu berichten gibt, aber Madlen Vartian kanns.

Dennoch, vor Jahren haben sie auch genausogut dem deutschen Rechtsextremismus Paroli geboten, in Mölln oder Solingen, wo Graue Wölfe gegen den Rechtsextremismus marschierten. Wo war da eigentlich die armenische Gemeinde und wo sind sie heute, wenn in Deutschland Migranten, Juden oder ganz einfach Menschen angepöbelt, misshandelt oder verprügelt werden? Es kommt immer auf die Sichtweise an, auf den Standpunkt des Betrachters. Betrachtet man nun als Türke den Nationalismus an sich, dann sind Vaterlandsliebe und Bevölkerungszusammenhalt die Kernpunkte, die einem in den Gedanken aufkommen. Eventuell spielt auch die Religionszugehörigkeit bei manch einem eine große Rolle.

Die Geschichte hat mich bzw. die Türken auch gelehrt, dass die Religion an sich nicht der Maßstab aller Dinge ist. Für andere, die damit ein Politikum etablieren wollen, aber schon. Nicht ohne Grund leben in der Türkei oder aber auch in Deutschland Aleviten, Sunniten und Christen nahezu friedlich und unbekümmert zusammen. Sicher gibt es den einen oder anderen Fall in der Türkei, der zu verurteilen ist, doch kommen diese Vorfälle im Vergleich zu Europa nicht häufiger vor und auch in der Türkei gibt es dazu eine Botschaft. Die MHP-Parteizentrale hat auch hier ihren Mitglieder untersagt, sich in irgend welchen Demonstrationen oder Kundgebungen zu beteiligen. Die Order wird jährlich wiederholt, der oberste "Graue Wolf" sprach das auch in diesem Jahr aus. Bislang haben sich die Mitglieder daran gehalten und wenn Ausschreitungen in der Türkei auf die MHP abgewälzt werden, in Verbindung gebracht werden konnten sie damit letztendlich nicht.

Die Idee dahinter ist simpel und einfach: die MHP versucht bereits seit Jahren, das Image loszuwerden, das ihr anhaftet. Parteivorsitzender Bahceli ist sich sicher, die Partei die es vor dem Militärputsch gab, die ist heute erwachsener. Sie spielt in der Politik ganz groß mit, muss sich sogar nachsagen lassen, sich nicht für die Todesstrafe für Abdullah Öcalan, dem Staatsfeind Nr. 1, eingesetzt zu haben, ja sogar dafür gestimmt zu haben, dass es dem PKK-Chef jetzt viel besser geht, als im syrischen Exil. Als vor einigen Jahren Can Dündar in der Milliyet eine Kolumne über den Führer der Idealisten schrieb, staunten auch die Möchtgern-Mitglieder und Sympathisanten nicht schlecht. Hatte sich doch der größte "Wolf" sich dem sogenannten Staatsfeind Nr. 2, Armenien angenähert.

Lange bevor die Debatte in Deutschland angestoßen wurde. Noch heute dienen bestimmte Ereignisse in den 80´er und 90´er Jahren für die Verklärung der MHP als Partei und seinen Idealisten. Ausgeklammert wird dabei ständig die andere "Extreme", die noch gefährlichere Strömung, die heute in Gestalt von gewaltbegleiteten Demonstrationen einhergeht. So verwundert es auch viele Türken in Deutschland nicht, dass der Fokus absichtlich auf den Idealisten gerichtet wird, der Linksextremismus oder der nationalistische Wahn in Deutschland u.a. auch unter den PKK-Anhängern konsequent negiert wird. Noch heute staune ich über die Berichte in den Zeitungen der 80´er und 90´er Jahre, in denen die Gewalt von türkischstämmigen Linksextremisten ausging, die in Deutschland den Kampf aus der Türkei austrugen. Heute ist das Spektrum der Anfeindungen gegenüber den Idealisten reicher, obwohl sie viel weniger ja sogar kaum noch in die Nähe der Gewaltszene gerückt werden können. Selbst der Verfassungsschutz muss sich zusammennehmen, um nicht als tendenziöses Staatsapparat aufzufallen und nur in Einzelfällen berichten die Länder über Paralellgesellschaften und geschlossenen Kreisen, die der Völkerverständigung negativ gegenüber stehen. Von Völkerverständigung kann aber auch bei solchen Artikeln wie die einer Madlen Vartian nicht gesprochen werden.

Dann spielt auch bei einigen Türken die Sozialisierung eine Rolle, wenn nicht gar die große Rolle. Hier spielt aber die Verantwortung der Politik und Gesellschaft eine Rolle, in der sie allen die gleiche Grundlage bietet und den Gleichbehandlungsgrundsatz auch umsetzt. Noch ist dieser Vorstoß im Anfangsstadium und wird bereits jetzt heftig kritisiert, weil nicht konsequent umgesetzt wird.

Madlen Vartian sieht das alles ganz und gar anders, sie kennt ja die Türken in und Auswendung. Ihrer Meinung nach sind die türkischen und islamischen Verbände, die sie in ihrem Blog eins nach dem anderen beim Namen nennt, nichts anderes als der verlängerte Arm der Türkei und obendrein Opfer-Migranten. Die Türkei alleine bestimmt demnach, wie sich die Türken hierzulande zu Verhalten haben, wie sie ihr politisches Geschick dem Vaterland zuliebe auf deutschem Boden missbrauchen und welcher Ideologie sie angehören. Sie soll es sein, die hier den "Nestbeschmutzern" das Leben schwer macht und sich nahezu ungestört in alle deutschen Spitzenparteien einbringt. Bei jedem deutschstämmigen schrillen automatisch die Alarmglocken, wenn sie den Blogartikel gelesen haben. Nun stellt sich mir die Frage, wen Madlen Vartian eigentlich ansprechen will! Die Politiker oder die Gesellschaft?

Wenn es die Politik sein sollte, dann stellt sich auch die Frage, ob sie die Partizipation von Türken aus einem für mich nicht ersichtlichem und falsch dargestelltem Sachverhalt heraus verhindern will. Wenn dem so ist, dann stellt sich auch die Frage, ob nicht der "totalitäre" Staat Armenien nicht ebenfalls einen verlängerten Arm eingesetzt hat. Das einfachste wäre also, man hindert alle Migranten und nichdeutschstämmige daran, sich in der deutschen Politik zu betätigen. Ob es im Sinne von Madlen Vartian ist? Ich bezweifle das stark!

Wenn Madlen Vartian nun aber die Gesellschaft anspricht? Sarrazenen haben wir eigentlich genug! Ob sich einer mehr oder weniger an der unmissverständlichen Botschaft an die deutsche Gesellschaft beteiligt, was spielt das dann noch eine Rolle? Es zeichnet sich schon so ab, worauf es hinauslaufen soll, wenn man all die Blogs liest: "Ausschaffung".

Unser Kollege Özgür Ümit Aras der seit einem Jahr ein "Experiment" am laufen hat, kann darüber nachwievor schmunzeln, ich jedoch nicht mehr. Eine Szene, besser gesagt eine große Gesellschaftsschicht hat sich regelrecht wie eine Traube an TURKISHPRESS angeheftet und nuckelt begierlich am süßen Saft der Vorurteile und Ängste. Ob nun Rechsradikale, Neonazis, sogenannte Pro-Israelis oder Pro-X oder wie auch immer sie sich nennen, sie alle haben sich in die Prototürken aus dem fiktivem Hause "FDPT - Freiheitlich Demokratische Partei Türkland" eingeschossen. Denn, die Prototürken wollen die Herrschaft in Deutschland an sich reißen; und das gilt in dieser Szene als ein Affront. Nicht einer getraut sich in dieser illustreren Runde, es als Satire zu verkaufen. Die Sau wird einfach durchs Dorf getrieben, weil eben zeitgemäß und genug Menschenmaterial daran glaubt.

Direkte Morddrohungen haben wir zwar noch nicht vernommen, man kann schließlich nicht alle Hundert Beiträge im Netz und Zehntausende Kommentare überblicken und was hinter vorgehaltener Hand gesagt wird, davon will ich zunächst einmal auch nichts Wissen. Aber, der Hass ist da, unverkennbar.

Um nun zum Bild des Opfer-Migranten zu kommen: Madlen Vartian verkennt nicht nur die Tatsachen, sie etabliert erst dieses Opfergetue, in dem sie den Türken unterstellt, sich bewusst als "Unterdrückte" oder als "Opfer" zu verkaufen. Unterdrückt sind wir ganz sicher nicht, sonst würde ein Herr Aras oder eine Schar von Menschen sich nicht artikulieren können oder sich ein "Affront" erlauben.

Opfer von Deutschland sind wir auch noch nicht; was nicht ist kann ja aber noch werden, wenn Madlen Vartian weiterhin auf dieser Schiene fährt und bestimmten Kreisen das Butter aufs Brot schmiert. Diejenigen die sich wirklich als Opfer betrachten, darunter auch M. Vartian und all ihre Weggefährten, u.z. als Opfer der Türkei bzw. dem "türkischen Nationalismus", sie führen sich hier wie Moralaposteln auf. Die Moral der Geschichte ist aber, dass die Türken, welche inzwischen meist die deutsche Staatsbürgerschaft haben, mit der Türkei an sich keine großen Bindungen haben, ausser Urlaub und Eltern, aus der Zwangsjacke lösen wollen.

Hier von einer Manipulation durch die Türkei zu sprechen, sie als den verlängerten Arm der Türkei zu betrachten, das ist selbst für mich eine Nummer zu hoch. Dieses Gerücht, die seit Jahren in den Medien verstreut wird, ist eine Instrumentalisierung der Türken an sich. Vielleicht können es die 9/11 Phantasten verwenden, um die offizielle Lehrmeinung darüber in Frage zu stellen? Vielmehr sollte M. Vartian mal in Betracht ziehen, ihre politische Arbeit in Frage zu stellen! Kann es nicht vielmehr daran liegen, dass sie mit aussenpolitischen Themen aus der Türkei und Armenien, hier in Deutschland Innenpolitik betreibt? Und was haben die "Protodeutschen" und die türkischen Migranten bzw. türkischstämmigen Deutschen davon? Nichts, aber auch rein gar nichts. Stattdessen wird Hass geschürrt, Vorurteile gefestigt und Ängste aufgebaut.

Klassische Feindbilder der Türken sind weder Armenier noch Kurden, sondern "Protodeutsche" die sich hier wie Herrenmenschen aufspielen sowie Linksextremisten und PKK-Aktivisten, die einem ans Leder wollen und da kann die Madlen Vartian weiterhin davon halluzinieren, so oft sie will. Bevor also Madlen Vartian davon ablenkt, wie hier in Deutschland Gewalt ausgedrückt oder ausgeübt wird - siehe brennende Automobile, Ausschreitungen bei Anti-PKK-Demonstrationen, Übergriffe auf Türken, Juden und Migranten allgemein - sollte sie sich schleunigst überlegen, wen sie hier bedient. Die jüdischstämmigen Bürger dieses Landes haben dieses Opfer-Getue damals nicht an den Tag gelegt sowie die Türken vor den 90er Jahren, tun es aber heute aus einem ganz einfachen und trifftigem Grund. Vartian wird aber noch tunlichts vermeiden, von Opfer-Juden zu sprechen.

Wenn Madlen Vartian also den Türken das Grundempfinden einer wahrgenommenen Abneigung gegenüber ihrer Gesellschaft in Abrede stellt, so handelt sie genauso fahrlässig wie einst diejenigen, die weggeschaut haben. In dem Sie von einer Re-Nationalisation von Türken redet, baut sie hier selbst ein Feindbild auf, unterstreicht es dann aber - damit es mit der deutschen Geschichte Konform geht - mit der Armenier-Frage als Pendant zum Holocaust.

Nicht DIE Kurden, Aleviten oder Armenier sind die "Feindbilder" der Türken oder türkischstämmigen, sondern diejenigen werden kritisch betrachtet, die mit aussenpolitischen Themen aus der Türkei hier in Deutschland ständig auf Tuchfühlung gehen und Türken mit Etiketten überhäufen. Madlen Vartian folgt den Spuren eines Herrn Kubilay Demirkaya, eines Ali Yildiz oder eines Ali Ertan Toprak, die nicht davor zurückschrecken, mit politischen Manövern ein Schachzug nach dem anderen zu ziehen, um dabei immer wieder den einen oder anderen Bauern zu opfern.

Die TGNRW (Türkische Gemeinde in NRW) wankt bereits unter der "Schirmherrschaft" eines Deniz Güners, der sich erlaubte den "türkischen Nationalismus" an den Pranger zu stellen. Die Betrachtungsweise von Güner stieß bei den türkischen Bürgern in NRW zunächst auf Unverständnis, dann als die Verbindungen offen zu Tage gefördert wurden, zur offenen Rebellionen innerhalb der TGNRW. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wie lange sich die Spitze der AABF (Alevitische Gemeinde Deutschland) noch halten wird, nach dem mehrere inkonsequente Bemühungen, eine Staatsministerin aus dem Amt zu jagen, nicht fruchteten oder die Verklärung von Tatsachen über Türken, insbesondere über die Sunniten über das Maß hinaus ging. Selbst im religiösen Rat der Aleviten wollte man von den Auslassungen der Verbandsspitze nichts Wissen.

Und was den verlängerten Arm angeht, die TGD (Türkische Gemeinde Deutschland) selbst hat anscheinend eklatant das vernachlässigt, was M. Vartian immer wieder zu unterstellen versucht. Das gleiche Bild auch bei der DITIB, dem sogenanntem Pendant zum türkischen Amt für Religionsangelegenheiten. Zwar verwaltet der Dachverband die Vereinsgeschicke seiner mehr als 800 angeschlossenen Vereine und stellt auch die Imame auf, doch die beschränken sich bei Freitagsgebeten auf religiöse Inhalte statt die Staatslinie an den Mann zu bringen. So lange der Islam aber weiterhin nicht anerkannt wird, so lange wird auch dieses Gerücht seine Runden drehen. Im Gegensatz dazu bringen sich sämtliche Kirchenvertreter, politische Parteien und sogar der deutsche Staatsapparat in der Türkei ein, um den Christen einige Freiheiten abzugewinnen. Noch spricht man in der Türkei nicht von einer Einmischung oder einem verlängertem Arm Deutschlands, vielleicht braucht das Land auch eine Aufklärerin wie die M. Vartian?

Es ist ausschließlich ein bestimmter Kreis, die sich unter dem Dunstkreis der Armenier-Frage, der PKK-Terrorfrage in der Türkei sowie in der neu etablierten "Aleviten"- bzw. "Religionsfrage" bewegt und unter dem Deckmantel des Humanismus, Demokratie und Freiheit bestimmten Gesellschaftschichten - Türken unter dem Stichwort "türkischer Nationalismus" - unentwegt Steine in die politische Partizipation wirft. Eine gesamtgesellschaftliche Frage kann nur im gesamten gelöst werden. Es war weder gestern noch heute möglich, die NPD oder die Pro-Köln zu verbieten und das sollte auch im Sinne einer Demokratie weiterhin nicht möglich sein. Wer das verkennt, hat in der Politik schlichtweg nichts zu suchen.

Von vornherein aber Menschen aufgrund ihrer ideologischen Einstellung, ihrer Haltung zur alten Heimat, ihrer Weltanschauung bwz. religiösen Ausrichtung den Weg in die Politik zu verbarrikadieren, ist nichts anderes als die undemokratische Grundhaltung zur Schau zu stellen. "Wir sind schließlich nicht in der Türkei" und schon gar nicht in Armenien. Mit Etikettierungen kann man umgehen, mit dem Ausschluß aus der politischen Mitverantwortung in dieser Gesellschaft aber nicht. Schon gar nicht durch Blogbeiträge, in denen ständig verklärt, desinformiert und verleumdet wird um im Grunde das eigene Anliegen in den Vordergrund zu rücken. Im Gegensatz zu totalitären Ideologien verfolgen die Türken in Deutschland ein  Pluralismus in der unterschiedliche Interessen und politische Positionen legitim sind, selbst Rechtsextreme Deutsche in der Politik mitmischen können, auch armenischstämmige. Die Frage lautet daher: ist Armenien bereits in Deutschland?

Veröffentlicht von turkishpress.de am 1. September 2011 von Nabi Yücel

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