Deutsch - Türkische - Blähungen

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Deutsch - Türkische - Blähungen

20. Juni 2018 - 17:13
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“Und täglich grüßt das Murmeltier“, jeden Tag Türkei - respektive Erdogan-Bashing, jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben, meint M. Teyfik Oezcan.

Deutsch - Türkische - Blähungen

Kommentar - Es ist bei mir mittlerweile zur Gewohnheit geworden, am Morgen nach dem Aufstehen das Smartphone auf die virtuelle Welt loszulassen. Los geht`s mit den Nachrichtenportalen Spiegel, Focus und Süddeutsche Zeitung. Schon beim Durchlesen des Spiegels ahne ich, dass wird kein guter Tag für die Deutsch-Türkische-Freundschaft und muss mich an den Film erinnern: “Und täglich grüßt das Murmeltier“, jeden Tag Türkei - respektive Erdogan-Bashing, jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben.

Es ist derweil trendy geworden, auf den fahrenden Türkeibashing-Zug aufzuspringen und seinen unqualifizierten Beitrag dazu zu leisten. Jede Nichtigkeit aus der Türkei wird von den deutschen „Qualitätsmedien“ zu einer Sensation hochstilisiert. Der Furz eines Rentners aus einem ostanatolischen Dorf bestimmt hier tagelang die deutschen Schlagzeilen und ist ein wichtiges Streitthema bei den Talkrunden. 

Die AFD schreit: „Wir wollen keinen furzenden Rentner aus der Türkei in Deutschland haben“ obwohl der Rentner überhaupt keine Absichten hegt, sein Dorf zu verlassen und nach Deutschland auszuwandern. Die CSU plakatiert:“ Wir haben es schon immer gesagt, die Türkei gehört nicht zu EU“, der Rentner orientiert sich lieber Richtung Mekka, aber das versteht die CSU noch nicht. Trotzdem ist bei der CSU der Populismus an der Tagesordnung.

Die CDU deklariert:“ Der Rentner kann nach Deutschland einreisen, er muss aber die deutsche Furz(leit)kultur annehmen“. Wie die wohl aussieht? Die FDP apostrophiert:“ Wir sind eine liberale Partei und dazu stehen wir, aber inhaltlich schließen wir uns der AFD an“. Ein Widerspruch, den selbst die FDP nicht lösen kann. Einfach pervers. 

Die SPD möchte die deutsche Medienlandschaft inhaltlich dominieren und schlägt für den Rentner eine temporäre doppelte Staatsbürgerschaft vor. Er muss aber spätestens mit 90 Jahren sich für eine Staatsbürgerschaft entscheiden. Der Rentner wird es verkraften, obwohl er nicht weiß, was er mit einer deutschen Identität anfangen soll. Ich vermute bis heute, dass es die SPD auch nicht weiß. 

Die Grünen deklarieren den Rentner zu einem gefolterten Armenier um, fordern von der Türkei eine Geste der Entschuldigung für den Rentner, schreien nach EU-Sanktionen und einem Lieferstopp für Bohnen in die Türkei. Die hanf-bohnenpflanzenden Grünen sollten erstmal vor der eigenen Haustür kehren, da liegen noch die Reste der Hanfpflanzen vom letzten Reichsparteitag. 

Die Linken konsultieren vorab ihre Freunde von der PKK und fragen nach der Ethnie des Rentners nach. Als es sich herausstellt, dass es sich um einen kurdischstämmigen Rentner handelt, beschließt die Parteiführung der Linken umgehend, im Sinne der Europäischen Menschenrechtskonvention zu handeln und die sofortige Auslieferung, zum Schutze des verfolgten Rentners, zu beantragen. Der Rentner ist Mitglied der MHP, aber das verstehen die Linken nicht. 

Vielleicht sollten wir Gerhard Schröder als Vermittler einschalten. Um die Gesamtsituation zu entschärfen, schlägt die türkische Regierung der deutschen Bundesregierung vor, den Rentner im Austausch für Cem, Claudia und Sevim in Betracht zu ziehen, um einen Beitrag zum europäischen Frieden zu leisten. Da der Rentner ein großer Patriot ist, kann er sich mit dem Vorschlag anfreunden. Wir warten noch auf die Antwort der Bundesregierung, die den Fall mit der CIA besprechen muss.

M. Teyfik Oezcan
Freier Journalist

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