Bürgermeister von Thessaloniki gegen griechische Nationalisten

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Bürgermeister von Thessaloniki gegen griechische Nationalisten

21. Mai 2018 - 17:36
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Der Oberbürgermeister von Thessaloniki will bessere Beziehungen zur Türkei, von griechischen Nationalisten erntet er Spott und Hohn, wird geschlagen und getreten.

Bürgermeister von Thessaloniki gegen griechische Nationalisten

Thessaloniki - Yiannis Boutaris (75) ist seit 2011 Oberbürgermeister der griechischen Stadt Thessaloniki. Nach einem Berufsleben als Geschäftsmann und Winzer übergab er das von ihm geleitete Familien-Weingut 2002 an seine Kinder und engagiert sich seitdem ehrenamtlich in der Politik. Boutaris ist Gründungsmitglied der Initiative für Thessaloniki und der Kleinpartei Drasi. Die Partei ist Mitglied der europäischen Fraktion "Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa". Bei einer Gedenkfeier wird der Oberbürgermeister Thessalonikis zu Boden gestoßen und von mehreren Personen mit Schlägen und Tritten am ganzen Körper traktiert

Auf einer Gedenkfeier am Samstag hatte sich der Vorfall ereignet, als der Oberbürgermeister der zweitgrößten Stadt Griechenlands für "bessere und intensivere Beziehungen zum Nachbarland Türkei" in "gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen" ausgesprochen hatte.

Nach seiner Ansprache wurde Yiannis Boutaris von einem Mob aus mehreren griechischen nationalistisch-rechten Personen umringt und zu Boden gerissen. Anschließend schlugen und traten die Täter heftig auf den am Boden Liegenden ein. Die Tortur geht selbst dann noch weiter, als Boutaris bereits ohne Besinnung ist.

Der Oberbürgerneister von Thessaloniki wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus eingeliefert, welches er, entgegen dem Rat der behandelden Ärzte, auf eigenen Wunsch am gestrigen Sonntag wieder verließ.

Ein Sprecher der Polizei in der griechischen Stadt teilte am Sonntagabend mit, dass zwei Täter festgenommen worden seien. Einer der Festgenommenen, es soll sich um einen 20 Jahre alten Mann handeln, habe seine Tatbeteiligung gestanden. Als Motiv gab der Mann an, ihn hätten die Äußerungen von Yiannis Boutaris provoziert, wonach der Bürgerneister bessere Beziehungen zur Türkei anzustrebe.

Bei dem anderen festgenommenen Verdächtigen handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen wegen Raubes mehrfach vorbestraften 36-jährigen Mann. Nach weiteren Verdächtigen, möglicherweise einem Dutzend, werde gefahndet.

Der 75-jährige Yiannis Boutaris wird wegen seiner objektiven Haltung zur Türkei von griechischen Rechtsextremen, aber auch griechischen Amtskollegen immer wieder beschimpft und verunglimpft. So twitterte der Bürgermeister von Mykene-Argos, Mitglied der liberalkonservativen Partei Neue Demokratie: „Das ist das Schicksal von Verrätern des griechischen Volkes.“ In den sozialen Medien gab es weiterer derartiger Äußerungen von Mitgliedern und Anhängern nationaler und faschistischer Organisationen.

Boutaris hatte Ende 2016 vorgeschlagen, eine von türkischen Wirtschaftsvertretern und Freunden vorgeschlagene direkte Fährverbindung zwischen Thessaloniki und der westtürkischen Stadt Izmir anzunehmen. Die Pläne gerieten jedoch in Kritik, woraufhin Boutaris davon zunächst Abstand nahm.

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