Kurdische PYD / YPG verhindern Rückkehr der Flüchtlinge nach Afrin

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Kurdische PYD / YPG verhindern Rückkehr der Flüchtlinge nach Afrin

22. Mai 2018 - 19:16
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Von Schüssen an Checkpoints zwischen der nordsyrischen Region Afrin und Nubl bzw. al-Zahraa ist die Rede. Es soll Tote und Verletzte geben, melden kurdische oppositionsnahe Nachrichten. Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und ihr politischer Ableger, die Partei Demokratischen Union (PYD) wollen mit Waffengewalt verhindern, dass die Flüchtlinge in Nubl oder al-Zahraa wieder in die Region Afrin zurückkehren. Mehreren Hundert kurdischen Flüchtlingen gelang dennoch die Flucht nach Afrin. Allein letzten Monat sollen so an die 400 Fahrzeuge nach Afrin gelangt sein.

Kurdische PYD / YPG verhindern Rückkehr der Flüchtlinge nach Afrin

Gaziantep / TP - Seit Monaten werfen kurdische Aktivisten mit einer Nähe zu den Volksverteidigungseinheiten (YPG), dem politischen Ableger in Nordsyrien, der Partei Demokratischen Union (PYD) sowie der Terrororganisation PKK der Türkei vor, Flüchtlinge daran zu hindern, in ihre angestammten Gebiete in Afrin zurückzukehren. Die Vereinten Nationen sprachen bislang von manchen "Parteien", die die Rückkehr der Flüchtlinge in die Region Afrin verhindern würden, ohne dabei konkret Namen zu nennen.

Jetzt melden oppositionsnahe kurdische Nachrichtenplattformen, dass an manchen Checkpoints zwischen der Region Afrin - die seit März 2018 unter der Kontrolle der türkischen Streitkräfte und ihrem Bündnispartner, der Freien Syrischen Armee (FSA), ist - den Regionen Nubl sowie al-Zahraa Flüchtlinge mit Waffengewalt daran gehindert werden, nach Afrin zurückzukehren. Am Montag soll ein Flüchtling dabei von den Volksverteidigungseinheiten (YPG) beim Versuch erschossen worden sein, den Checkpoint im Dorf Binah in der Gegend von Shirawa zu passieren. 

Nach den tödlichen Schüssen auf den Familienvater sei es zu heftigen Protesten des Flüchtlingskonvois gekommen, woraufhin die YPG Verstärkung von regimetreuen Milizen Assads angefordert hätten. Offenbar hatten die türkischen Streitkräfte sowie die FSA rund 1.500 Flüchtlingen die Rückkehr erlaubt. Die von den USA unterstützte YPG habe das aber laut Meldungen bislang mit Gewalt verhindert, wobei es zu Versuchen der Flüchtlinge gekommen sei, den Checkpoint trotzdem zu passieren. Dabei soll auch der tödliche Schuss gefallen sein.

Offenbar warten noch immer rund 100 Fahrzeuge am Checkpoint Binah, um nach Afrin zu gelangen. Andere würden wiederum Schleichwege nehmen, um in die Region zu gelangen. Die YPG bzw. PYD versuche auch diese Wege zu blockieren, meldet auf dem Kurznachrichtendienst Twitter die Journalisten der Middle East Eye, Elizabeth Tsurkov, die dazu auch ein Video über die Warnschüsse teilt. Ihren Meldungen nach sollen Flüchtlinge die Regionen Nubl und al-Zahraa verlassen haben, um die von der FSA und TSK (türkische Streitkräfte) angekündigte Lockerung der Rückkehrprozedur auszunutzen. 

In einem Tweet-Beitrag, die auch von Tsurkov geteilt wird, fordert eine hochrangige Funktionären der YPG/PKK die "kurdischen Flüchtlinge" auf, nicht nach Afrin zurückzukehren und den "demografischen Wandel" zu unterstützen. Damit verhindere man den bewaffneten Kampf gegen die "Terroristen" [FSA und türkische Armee] und untergrabe die Bemühungen der YPG/PKK. An eine Rückkehr sei dann zu Denken, wenn Afrin "befreit" sei, so die Funktionärin Ilham Ahmed. 

Bereits im vergangenem Monat war es rund 400 Fahrzeugen mit Flüchtlingen gelungen, in die Region Afrin zurückzukehren, twittert Elizabeth Tsurkov.

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