Demonstrationen in Deutschland und der Türkei

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Demonstrationen in Deutschland und der Türkei

23. November 2011 - 21:15
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"Türken und Kurden sind Brüder" - das war die einschlägige Meinung aller Versammlungsteilnehmer von Demonstrationen in der Türkei und in Deutschland

Über die Wochenendtage versammelten sich in zahlreichen türkischen Städten Hunderttausende Menschen, um gegen die Terrororganisation PKK zu demonstrieren. Alleine in der Westküste nahmen annähernd 50.000 Menschen in der Küstenmetropole Izmir an einem Marsch durch die Innenstadt teil. In zahlreichen anderen Städten wie Kayseri, Istanbul, Antalya und Gaziantep das gleiche Bild. Die Proteste richteten sich gegen den Terroranschlag der PKK in Cukurca, bei der am Mittwoch mehr als 24 Sicherheitskräfte getötet wurden.

In zahlreichen Deutschen Städten kamen während des Wochenendes mehr als 20.000 Menschen zusammen, um gegen den PKK-Terror zu demonstrieren. Die Demonstrationen die von Zivilisten über soziale Netzwerke angekündigt und seit Freitag abgehalten werden, endeten zumeist friedlich. Neben Slogans und Plakaten in türkischer Sprache wurde nun auch in deutscher Sprache das Anliegen nahegelegt. In zahlreichen Plakaten rief man die Brüderlichkeit zwischen Kurden und Türken hervor, betonte immer wieder, dass die PKK auch in Deutschland weiterhin aktiv ist und unbehelligt den Terror in der Türkei unterstützt. Nur vereinzelt kam es nach bisherigen Informationen zu Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten und Störern, die die deutschlandweiten Demonstrationen stören wollten. Es kam aber zu keinem ernsthaftem Zwischenfall. Die Polizei sorgte mit zusätzlichen Einsatzkraften für Ruhe und Ordnung.

Stuttgart

In Stuttgart versammelten sich zunächst annähernd 2000 Menschen an der Lautenschlagerstraße, um gegen die PKK zu demonstrieren. Die Teilnehmer marschierten danach in Begleitung der Hundertschaft der Polizei in Richtung Schloßplatz. Es kam bei dem Marsch durch die Innenstadt zu zwei ernsthaften Zwischenfällen, bei der die Polizei kurzzeitig Pfefferspray gegen vereinzelte Demonstrationsgegner einsetzte, um eine Konfrontation zwischen Aufzugsteilnehmern und einer kurdischen Gruppierung sowie Personen, die der linken Szenen zuzuordnen sind, zu verhindern. Die Gruppierungen warfen Böller und leere Flaschen in die Demonstrationsmenge.

Am Schlossplatz stießen zur Abschlusskundgebung etwa 500 Demonstrationsteilnehmer hinzu. Nach mehreren Redebeiträgen erklärte der Versammlungsleiter die Veranstaltung bereits gegen 15.30 Uhr für beendet, nach dem die Sicherheit des Aufzugs nicht mehr gewährleistet werden konnte. Randalierer versuchten am Schloßplatz immer wieder die Kundgebung zu stören. Im Vorfeld und auch während der Veranstaltung kam es immer wieder zu Störungen durch verschiedene kurdische Gruppen. Bereits am Sonntagmorgen stellten Polizisten in der Theodor-Heuss-Straße mehrere politisch motivierte Farbschmierereien fest. Im Rahmen der Fahndung wurde eine 18 Jahre alte Kurdin vorläufig festgenommen. Sie hatte eine Spraydose und eine Sturmhaube bei sich. Auch am Gebäude eines türkischen Kulturvereins im Stuttgarter Osten wurden politisch motivierte Schmierereien entdeckt und angezeigt. Um 13.00 Uhr nahmen Polizisten drei kurdisch-stämmige Männer in Gewahrsam. Bei der Durchsuchung beschlagnahmten die Beamten verbotene PKK-Flaggen, Teleskop-Schlagstöcke und Rasierklingen. Die Veranstaltung am Schlossplatz musste von starken Einsatzkräften der Polizei geschützt werden. Dabei wurden die Beamten mit Gegenständen beworfen, Inventar umliegender Geschäfte beschädigt. Verletzt wurde nach bisherigem Stand niemand.

Auch nach der Versammlung kam es vereinzelt zu Zwischenfällen verschiedener Gruppierungen, die derzeit noch andauern sollen. An einem Lokal im Bereich der oberen Königstraße demolierten bislang unbekannte Täter mehren Stühle der dortigen Außenbewirtschaftung. Passanten meldeten gegen 17.00 Uhr, dass Personen im Bereich des Arnulf-Klett-Platzes mehrere Fahrzeuge demoliert hätten.

Hamburg

Gestern um 14 Uhr bis gegen ca. 16 Uhr demonstrierten ca. 10.000 Türken in der Hamburger Innenstadt gegen die Terrororganisation PKK. Die Menge traf sich am Hamburger Hauptbahnhof beim Bieberhaus danach zogen Sie Richtung Gänsemarkt. Am Gänsemarkt angekommen sprach einer der Veranstalter der Anti-PKK Demo zu den Menschen und erklärte „Die PKK finanziert sich in Europa durch Schutzgelderpressung, Drogenhandel, Menschenhandel. Deutschland drückt seine Augen zu gegenüber der Terrororganisation PKK. Wir hoffen, dass die deutschen Behörden mit den türkischen Behörden zusammenarbeiten. Wir rufen euch alle dazu auf bei den Läden die der PKK Geld geben zu boykottieren.“

Am Ende der Demo betonte eine Teilnehmerin das die PKK-Terroristen unsere Nachbarn sein könnten, "denn Sie sind bereits unter uns" erklärte Sie. Ein Augenzeuge berichtete der haber-news.net: „Also ich ging mit zwei meiner Freunden an dem kurdischen Restaurant Batman vorbei der Chef des Restaurants hat gesagt schaut her da gehen türken vorbei und davor standen die ganzen PKK-Terroristen danach sah einer der PKK-Terroristen die türkische Fahne in der Hosentasche meines Freundes Sie haben es ihm geklaut schmissen es auf den Boden und sie sprangen auf der Fahne herum. Die PKK-Terroristen schrien „Märtyrer sterben, das Land teilt sich“ dann rastete einer meiner Freunde aus und wir wollten auf die aber die kamen auf einmal mit 40 Leuten. Wir sind danach zu dem Laden seines Vaters geflüchtet. Dann ging später dort eine Türken Gruppe vorbei so ca. 5 Leute, die PKK-Terroristen sprühten den Türken dann Pfefferspray danach mussten Sie weglaufen. Es waren knapp 20-30 Einsatzwagen vor Ort die Straße war nur voller Polizisten was danach passiert ist daran kann ich mich nicht erinnern.“

Mannheim

In Mannheim kamen an die 300 Demonstranten zusammen, um friedlich gegen den PKK-Terror zu demonstrieren. Der Marsch durch die Innenstadt gestaltete sich ruhig.

Hagen

Zunächst friedlich fanden sich ca. 1000 Türken zusammen, um in der Hagener Innenstadt zu demonstrieren. Der Demonstrationszug wurde durch eine Polizeibereitschaft begleitet. Obwohl der Zug selbst friedlich verlief und die Demonstration nach einer Abschlussrede aufgelöst wurde, kam es unweit eines kurdischen Zentrums zu Ausschreitungen zwischen Heimgängern der Kundgebung und kurdischen Gruppen. Unweit des kurdischen Zentrums am Bunker Körnerstraße kam es zu einer heftigen und blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen. Die Polizei ging mit Pfefferspray und Schlagstöcken gegen die Randalierer vor.

Alsdorf bei Aachen

Am Sonntag demonstrierten Türken in der Stadt Alsdorf. Der Versammlungsführer Muaamer Öden erklärte, "Wir sind gegen Krieg, wir wollen nicht, dass Menschen sterben." Von der Broicherstraße aus zogen die annähernd 500 Demonstranten mit lauten Sprechchören, Fahnen- und Plakatschwenkend durch die Alsdorfer Innenstadt, um auf ihr Anliegen aufmerksam machen.

Berlin

In Berlin versammelten sich rund 3.000 Demonstranten um bis vor das Kottbusser Tor in Kreuzberg zu marschieren. Bereits am Vortag kamen mehr als 1.500 Menschen zusammen, um gegen den PKK-Terror zu protestieren.

Dortmund

Die Demonstration wurde gestern abgehalten.

Karlsruhe

In Karlsruhe versammelten sich über 1300 Demonstranten am Kronenplatz, ein Polizeiaufgebot sorgte dafür, dass keine Störenfriede aus der extremistischen PKK-Szene die Menge störte. Auch hier wurde für Frieden in der Türkei und gegen den PKK-Terror demonstriert. Die Demonstration verlief friedlich und gesittet.

Köln

Auch am Fuße des Kölner Doms kamen an die 600 Demonstranten zusammen, um friedlich gegen den PKK-Terror zu demonstrieren. Der Protest gestaltete sich recht ruhig und endete ohne Störungen.

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