Türken haben ihre Lesben, die Deutschen ihre Erdoganisten

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Türken haben ihre Lesben, die Deutschen ihre Erdoganisten

23. November 2017 - 01:06
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Die Türken haben die LGBTi (Lesben, Schwule (englisch: Gays), Bisexuelle, Transsexuelle und intersexuelle Menschen), die Deutschen haben ihre AKP-Anhänger, Grauen Wölfe und seit neuesten Kemalisten, die sie auf den Index gesetzt haben. Tolle Werte wie Toleranz, Weltoffenheit, Freiheit, Demokratie, Liberalität usw. haben wir, hier und da.

Türken haben ihre Lesben, die Deutschen ihre Erdoganisten

Kommentar / TP - Toleranz, Weltoffenheit, Freiheit, Demokratie und Liberalität sind schon tolle Errungenschaften der "zivilisierten" Welt. Manchmal hapert es nur bei der Umsetzung. Jüngst hat der Provinzgouverneur von Ankara die deutschen LGBTi-Filmtage verboten, die am vergangenen Donnerstag in der Hauptstadt Ankara stattfinden sollte. Die deutsche Botschaft in Ankara hatte die Filmtage mit organisiert, gesponsert und die Gäste großartig eingeladen und dann so etwas. Hätte es ein anderer gemacht, wer weiß...

Welch ein Grund den Provinzgouverneur von Ankara geritten hat, dem deutschen Auswärtigen Amt die Show zu stehlen, darüber kann man breit und tief streiten. Die hiesige Presselandschaft schlachtet es derweil genüßlich aus. In der Türkei hält man das als direkte Einmischung in die türkische Gesellschaft, bis hin zu dem Versuch, in schwierigen Zeiten provozieren zu wollen. Komisch, denn die selbe Feststellung hört man auch hier in Deutschland in Bezug auf AKP-Anhänger, Graue Wölfe, ja sogar seit geraumer Zeit über Kemalisten. Diese Gruppen seien von Ankara, ja man glaubst kaum, auch von Atatürk indoktriniert und würden Deutschland schaden -  darüber tobt auch die türkische Presselandschaft und auch dann, wenn hier die türkische UETD Räumlichkeiten anmietet, die dann kurzfristig abgesagt werden, weil irgend eine politische Größe so etwas nicht dulden will.

Inzwischen hat sich in Deutschland auch dank der politischen Überzeugungsarbeit die Erkenntnis breitgemacht, dass die türkischen Lehrer, die aus Ankara entsendet werden, die hiesigen Schüler indoktrinieren, quasi um sie später als verlängerter Arm auf Deutschland hetzen zu können - daher hat Berlin schon mal nach mehr als 30 Jahren Untätigkeit einen Unterrichts-Verbot ausgesprochen. Imame aus der Türkei werden bereits als Spione verdächtigt und man versucht ihrer durch Staatsanwälte habhaft zu werden. Manche müssen sogar den deutschen Sicherheitsapparat durchlaufen, um z.B. in NRW in Gefängnissen das Freitagsgebet anzuführen, der lediglich zehn Minuten dauert. Demnächst könnte es auch sein, dass der türkische Staatsbürger auf die deutsche Verfassung einen Eid abgibt. In der Türkei wird man dafür dann ausgebürgert.

Was also für die Türken seit dem Filmfest-Verbot die LGBTi (Lesben, Schwule (englisch: Gays), Bisexuelle, Transsexuelle und intersexuelle Menschen) sind, die schief beäugt und in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränt werden, sind in Deutschland die Anhänger der AKP bzw. Erdogan, dann die Graue Wölfe oder Kemalisten, die von den Deutschen als gefährlich und verblendet betrachtet werden und daher immer größeren und härteren Repressionen unterliegen.

Wenn in der Türkei Veranstaltungen verboten wurden, hat Deutschland bereits einige verhindert oder behindert. Tolle Werte wie Toleranz, Weltoffenheit, Freiheit, Demokratie oder Liberalität sind das, die man da verteidigt. Es ist eben eine Frage des Standpunkts, wie tolerant, weltoffen man sein will, wem man wieviel Freiheiten gewährt, was Demokratie oder Liberalität bedeutet.

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