Artvin-Cerattepe: Baustop für Kupfermine verhängt

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Artvin-Cerattepe: Baustop für Kupfermine verhängt

24. Februar 2016 - 15:15
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Laut der türkischen Nachrichtenagentur DHA hat der türkische Ministerpräsident nach einer Sitzung mit Führern von Zivilorganisationen und der Stadt Artvin den geplanten Untertageabbau von Kupfer und Gold vorerst gestoppt. Der Baustop soll bis zur Klärung eines anhängigen Gerichtsverfahrens gelten, worauf sich laut Bericht die Parteien und Ministerpräsident Davutoglu geeinigt hätten.

Ankara / TP - Nach dem sich seit Mitte Februar eine breitere Bevölkerungsschicht in der Provinz Artvin am Schwarzen Meer gegen den geplanten Abbau von Kupfer und Gold in einem der schönsten Flecken der Türkei stark gemacht hat, ist der Friede in dem inmitten von bewaldeten Bergen und Tälern umgebenen Stadt Artvin der Friede dahin. Bereits seit 20 Jahren kämpfen Umweltschützer in Artvin gegen den geplanten Abbau von Erzen in der Region.

Seit Mitte Februar hatten Polizei und Hundertschaften immer wieder versucht, die bis dahin von einer kleinen Gruppe von Umweltschützern aufgebauten Hindernisse und Straßensperren nach Cerattepe wegzuräumen und so den angerückten Baufahrzeugen den Weg frei zu machen. Die Umweltschützer warfen dem Konzern vor, sich über ein noch anhängiges Verfahren hinwegzusetzen, die die Umweltschützer und eine Zivilorganisation zuletzt vor Gericht angestrengt hatten. 

Der Konzern Cengiz Holding hatte in der Region Cerattepe von Artvin die Lizens zum Abbau von Erzen, darunter Kupfer und Gold, erhalten. Die auf 5.000 Hektar geplante Mine war am Anfang als Übertageabbau geplant, wurde aber auf Demonstrationen und Gerichtsanträge von Umweltschützern hin, vom Konzern dann als Untertageabbau geplant. Dennoch hielt das aber die Umweltschützer nicht davon ab, den Protest fortzusetzen, bis es zu einer Konfrontation am 15. Februar kam, bei der die Polizei Wasserwerfer und Tränengas einsetzte. Seither ist die Lage angespannt, zumal auch von ausserhalb immer mehr Unterstützer anreisen und von der Polizei an den Zufahrtsstraßen in die Provinz kaum noch aufzuhalten sind.