Hakan Sükür wegen Erdogan-Beleidigung angeklagt

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Hakan Sükür wegen Erdogan-Beleidigung angeklagt

24. Februar 2016 - 17:12
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Dem türkische Ex-Fußballprofi und Politiker Hakan Sükür drohen nach einem Twitter-Eintrag 4 Jahre Haft.

Istanbul / TP - Der einst prominenteste Fußballprofispieler der Türkei, Hakan Sükür, ist nach einer Meldung der Nachrichtenagentur DHA ins Visier der türkischen Staatsanwaltschaft in Istanbul geraten. Wie die Agentur weiter berichtet, soll Sükür der zuletzt bei Galatasary spielte, den Staatspräsidenten Erdogan in einem Twitter-Eintrag beleidigt haben. 

Der 45-jährige der bis Ende 2013 für die Regierungspartei AKP in der Provinz Istanbul im Parlament vertreten war, erklärte nach seinem Rücktritt, dass die "feindliche Haltung" der amtierenden Regierung gegen die Fethullah Gülen-Bewegung den Ausschlag für den Parteiaustritt gegeben habe. Seitdem spitzte sich die Situation zwischen der AKP und Hakan Sükür immer weiter zu. Ende Februar 2016 soll gegen Sükür ein Prozess wegen Präsidentenbeleidigung eröffnet werden: Ihm wird vorgeworfen, über Twitter beleidigende Aussagen über Staatspräsident Erdogan verbreitet zu haben, was er über seine Anwälte bestreiten ließ.

Ein weiteres Verfahren in Zusammenhang mit der Präsidentenbeleidigung reiht sich in eine Fülle von vielen Strafanzeigen. In einer weiteren Meldung in türkischen Medien wird über einen 13-jährigen berichtet, der über sein Facebook-Account den Präsidenten nach dem Ankara-Bombenanschlag am 10. Oktober 2015 beleidigt haben soll. Laut Meldung wurde der Junge anhand seiner Facebook-Einträge und aus seinem nahen Umfeld polizeilich ermittelt und im Elternhaus verhört. Eine Verhaftung entging der 13-jährige wegen seiner Unmündigkeit und weil man nachweisen konnte, dass der Eintrag nicht von ihm stammte.