Türkei - PKK kann Hochburgen nicht halten

Lesezeit
2 Minuten
Gelesen zu

Türkei - PKK kann Hochburgen nicht halten

24. Februar 2016 - 14:22
Kategorie:
0 Kommentare

 Im Viertel Yeni Mahalle sowie im Dorf Dirsekli versuchen seit dem 16. Februar 4.000 Sondereinsatzkräfte der Polizei Barrikaden, Sprengfallen und Hindernisse aus dem Weg zu räumen und YGD-H sowie PKK-Terroristen zu stellen.

Seit vergangenen Dienstag ist über der zwischen Cizre und Sirnak liegende Kleinstadt Idil der Ausnahmezustand verhängt worden; dem letzten noch verbliebenen Rückzugsgebiet der PKK neben Sur, einem Stadtgebiet von Diyarbakir. 

Ankara / TP - Im Viertel Yeni Mahalle sowie im Dorf Dirsekli versuchen seit dem 16. Februar 4.000 Sondereinsatzkräfte der Polizei Barrikaden, Sprengfallen und Hindernisse aus dem Weg zu räumen und YGD-H sowie PKK-Terroristen zu stellen. In der vergangenen Nacht versuchten im Schutze der Dunkelheit weitere hinzugezogene PKK-Terroristen über ein Tal in das Viertel einzudringen und die belagerten Terroristen zu unterstützen. Die türkische Luftwaffe entsendete daraufhin Kobra-Kampfhubschrauber um Luftangriffe im Gebiet durchzuführen. Nach Angaben des Generalstabs wurden dabei alleine in der vergangenen Nacht insgesamt 12 Terroristen getötet. Bei einem Versuch in der gestrigen Nacht am Rande des Viertels eine in einer Barrikade deponierte Sprengfalle zu entschärfen, wurde ein Soldat schwer verletzt. In Idil-Yeni Mahalle begann am frühen Morgen die großangelegte Operation. Schüsse und Explosionen sollen seitdem zu hören sein.

Neben dem Stadtgebiet Yeni Mahalle in der Kleinstadt Idil ist der zentrale Stadtbezirk Sur in der überwiegend von Kurden bewohnten Metropole Diyarbakir noch im Ausnahmezustand. In Sirnak, Mardin, Nusaybin, Cizre und Silopi wurden dagegen die Ausnahmezustände seit einigen Tagen und Wochen aufgehoben. Die PKK hat während dieser Zeit vereinzelte Stadtbezirke in mehreren Städten entlang der türkisch-irakischen Grenze aufgeben müssen, nach dem die Polizei, das Militär und die Gendarmerie seit Sommer 2015 umfangreiche Operationen gestartet hatte. 

Mit Sondereinsatzkräften der Polizei und Gendarmerie drangen schwerbewaffnete Einheiten, mitunter auch mit Panzern und gepanzerten Räumfahrzeugen in die umkämpften Bezirke, um Barrikaden wegzuräumen, Sprengfallen zu entschärfen und Scharfschützen sowie leichbewaffnete Terroristen zur Aufgabe zu bewegen. Die Operationen fruchten nach Ansicht des Generalstabs, seitdem auch ununterbrochen Luftangriffe an der türkisch-irakischen Grenze gestartet werden. Fast jeden Tag veröffentlicht der türkische Generalstab Gefechte rund um die Städte Diyarbakir, Sirnak und Cizre, in die Terroristen erneut einzudringen versuchen, die sie zuvor mit erheblichen Verlusten aufgeben mussten. Lediglich in Diyarbakir und Idil befinden sich noch versprengelte Terrorzellen, die den Vormarsch der Polizei und Militär verzögern können. Experten zufolge hat die PKK in den bislang als Hochburgen geltenden Bezirken nicht nur die Kontrolle, sondern auch den Rückhalt innerhalb der Bevölkerung verloren.

Nach Ansicht des Militärs und der Nachrichtendienste muss aber mit weiteren Versuchen der PKK gerechnet werden, in der Region wieder Fuß zu fassen. Zur Zeit würden die Wetterbedingungen im Südosten für die Sicherheitskräfte arbeiten, zumal die PKK keine Terorristen im großen Umfang über die verschneiten Bergregionen entsenden kann. Ausserdem habe die PKK auch ein Mangel an Kämpfern, die sie nicht mehr kompensieren könne. Aufgrund der Kämpfe gegen den Islamischen Staat sowie oppositionellen gemäßigten Rebellen in Syrien und den dorthin verlegten PKK-Kämpfern, wolle die PKK wohl kein Risiko eingehen, Gebietsverluste in Syrien in Kauf zu nehmen, in dem man Kräfte aus Syrien abzieht, heißt es in einem Bericht eines unabhängigen Instituts für strategische Politik in Ankara.

weitere Informationen zum Artikel