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Tag der Lehrer und Lehrerinnen widmet sich dem Terror

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Tag der Lehrer und Lehrerinnen widmet sich dem Terror

24. November 2017 - 00:04
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Der "Öğretmenler Günü" wird seit 1981 in der Türkei am 24. November begangen. Am Donnerstag wurde der Tag der Lehrer an die Lehrer und Lehrerinnen gewidmet, die durch den Terror der PKK gestorben sind.

Aybüke Yalçın

Ankara / TP - Der "Öğretmenler Günü" wird seit 1981 in der Türkei am 24. November begangen. Am Donnerstag wurde der diesjährige "Tag der Lehrer und Lehrerinnen" an diejenigen Lehrerinnen und Lehrer gewidmet, die durch den Terror der PKK gestorben sind.

In weiten Landesteilen richteten Schülerinnen und Schüler ihre Gedichte, Lieder oder Grüße ihren und allen Lehrerinnen und Lehrer des Landes. In diesem Jahr widmeten sich die Schulen, in denen Lehrer oder Lehrinnen bei Terroranschlägen oder Morden durch die PKK getötet wurden, insbesonderen an diesem Tag den Opfern. In Ankara wurden Schülerinnen und Schüler als Vertreter dieser Schulen vom Bildungsministerium empfangen. Dabei stellten sie ihre Gedichte, Geschichten und Lieder vor, die sie ihren Lehrerinnen und Lehrer widmen wollten.

In diesem Jahr starb Anfang Juni die junge 22-jährige Lehrerin Aybüke Yalçın bei einem Terrorangriff der PKK in der Provinz Batman. Yalçın hatte erst vor 7 Monaten das Staatsexamen bestanden und war Musik-Lehrerin in der Provinz Batman. Zwei PKK-Terroristen hatten ein Fahrzeug unter ihre Gewalt gebracht und in der Provinz Batman in Kozluk vor einer Gendarmeriestation aufgelauert. Bei der Ausfahrt eines Dienstwagens des Bezirkbürgermeisters von Kozluk beschossen die Terroristen das Fahrzeug, trafen dabei aber auch ein Kleinbus, in der die Lehrerin Yalçın saß. Sie verstarb noch am Tatort.

Ende Juni meldete die PKK-nahe Nachrichtenagentur ANF die "Bestrafung eines Agenten" in der Provinz Tunceli. Bei dem "Agenten" handelte es sich um den 23-jährigen Necmettin Yılmaz, der fünf Tage zuvor entführt worden war. Der in der Grundschule der Provinz Sanliurfa beliebte Lehrer Yılmaz war zu einem Urlaub in seine Heimatstadt Gümüshane aufgebrochen, wurde jedoch auf der Landstraße zwischen Erzincan und Tunceli von PKK-Terroristen abgepasst und entführt. Das Fahrzeug des Lehrers wurde erst beschossen, dann in Brand gesetzt. Trotz Aufruf der Eltern und hinzuschalten der Menschenrechtsorganisation IHA wurde die Leiche des Lehrers eine Woche später in der Provinz Tunceli gefunden.

Laut einem Bericht des Untersuchungsausschusses der Menschenrechtskommission des türkischen Parlaments, wurden zwischen 1981 bis 2011 155 Lehrerinnen und Lehrer bei Terroranschlägen der PKK getötet. Die Untersuchungskommission schlussfolgert, dass die PKK mit Gewalt verhindern will, dass die Lehrerinnen und Lehrer im Südosten Schüler und Schülerinnen unterrichten.

Ende 2015 hatte die nationalistisch-kurdische Partei HDP und der Demokratische Gesellschafts Kongress (DTK) nach einem Aufruf des stellvertretenden Vorsitzenden der PKK, Mustafa Karasu, alle Elternvertreter im Südosten des Landes aufgefordert, ihre Kinder nach den Sommerferien nicht in die staatlichen Schule zu schicken. Der Boykott-Aufruf, der sich vor allem gegen den Sprachunterricht in Türkisch und für den Muterrsprachunterricht in Kurdisch in Grundschulen konzentrierte, geriet jedoch zur Farce. Die Schüler kamen mehrheitlich dennoch zum Unterricht.  

Lehrer und Lehrerinnen bekommen im türkischen Kulturraum seit jeher besonderen Respekt gezollt. Der Beruf des Lehrers ist in der Türkei ein sehr ehrenhafter und verantwortungsvoller Beruf, da es in den Händen der Lehrenden liegt, die nächsten Generationen gebildet und mündig zu erziehen. Nach der Schriftreform am 01. November 1928 der damals noch jungen Türkischen Republik, wurde am 24. November 1928 eine Landesweite Umschulungsmaßnahme eingeleitet und es wurden die "Milli Mektepler“ (dt. Volksschule) gegründet in denen intensiv die lateinische Schriftsprache gelehrt und gegen den Analphabetismus vorgegangen werden sollte. Bei der feierlichen Eröffnung dieser Schulen wurde Mustafa Kemal Atatürk als Gründer der Türkischen Republik zum Hauptlehrer ernannt. Seit 1928 feiert daher die Türkei den 24. November als den Tag der Lehrer.

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