Landgericht urteilt: Beschneidung bei Jungen ist Körperverletzung

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Landgericht urteilt: Beschneidung bei Jungen ist Körperverletzung

25. Juni 2012 - 01:03
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Einem Urteil des Landgericht Kölns zufolge ist die religiös begründete Beschneidung als Körperverletzung zu bewerten

In dem Urteil ging es um einen Jungen, der auf Wunsch der Eltern durch einen muslimischen Arzt beschnitten wurde. Nach dem Eingriff kam es zu Komplikationen, dass Kind ins Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft wurde in Kenntnis gesetzt, es kam zu einer Untersuchung und Anklage gegen den Arzt. Bei dem Verfahren vor dem Amtsgericht wurde der Arzt freigesprochen, die Staatsanwaltschaft legte daraufhin Berufung ein, der Fall landete in der nächst höheren Instanz, dem Landgericht Köln.

Dieser Entschied nun entgegen der Auffassung des Amtsgerichts, dass der religiös motivierte Schnitt ein Eingriff in die Unversehrtheit des Körpers ist und auch nicht mit dem Elternrecht oder der Religionsfreiheit gerechtfertigt werden kann. Das betrifft aber nunmehr auch die Ärzte direkt. Sie müssen jetzt davon ausgehen, bei einem weiteren Eingriff wegen Körperverletzung verklagt zu werden.

Die muslimischen und jüdischen Verbände sind strikt gegen solche Entscheidungen, die die Religionsfreiheit einschränken und wollen gegen diese Entscheidung eventuell vorgehen. Man werde aber vorab die Begründung des Urteils prüfen, schreibt die Financial Times in ihrer heutigen Ausgabe.

Migranten mit türkisch-muslimischen Hintergrund waren vermehrt dazu übergegangen, die religiöse Beschneidung in Deutschland vornehmen zu lassen. Sollte das Urteil anhalten oder gar durch eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs bestätigt werden, muss man davon ausgehen, dass die rituelle Beschneidung weiterhin in der Türkei, u.a. während der Sommerferien stattfindet. Von der Gerichtsentscheidung sind aber auch die jüdischstämmigen Bürger betroffen, die ebenfalls die Beschneidung in jungen Jahren vornehmen.

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