Polizei verhindert Gay-Pride-Parade auf Taksim-Platz

Lesezeit
1 Minute
Gelesen zu

Polizei verhindert Gay-Pride-Parade auf Taksim-Platz

25. Juni 2017 - 22:22
Kategorie:
0 Kommentare

Trotz einer Verbotsverfügung der Provinzverwaltung Istanbuls versuchten LGBT-Aktivisten auf den Taksim-Platz in Istanbul zu kommen. Bei anschließenden Auseinandersetzungen mit der Polizei wurden laut Organisatoren 23 Aktivisten vorläufig festgenommen. Auch ein niederländischer Fotograf soll von der Polizei festgehalten worden sein.

Polizei verhindert Gay-Pride-Parade auf Taksim-Platz

Istanbul / TP - Die Gay-Pride-Parade 2017 in Istanbul endete am Rande des Taksim-Platzes in Istanbul erneut mit vereinzelten Krawallen. LGBT-Aktivisten versuchten trotz Verbotsverfügung des Provinzgouverneur von Istanbul, über die Istiklal-Straße auf den Taksim-Platz zu marschieren. Bei den anschließenden Ausschreitungen mit der Polizei wurden laut Organisatoren der Pride-Parade 23 Aktivisten vorläufig festgenommen. In einer aktuellen Pressemitteilung heißt es, dass die meisten nach Aufnahme ihrer Personalien freigelassen wurden.

Am letzten Tag der diesjährigen Gay-Pride-Parade-Woche in Istanbul setzten sich über den Stadtteil Cihangir und Besiktas Hunderte Teilnehmer in Richtung Taksim-Platz. Die Polizei sperrte Zufahrtstraßen in der Nähe des Taksim-Platzes an der Istiklal-Straße ab, um die Verbotsverfügung des Gouverneur durchzusetzen. Vereinzelt kam es dabei zwischen Gegnern der Pride-Parade und LGBT-Aktivisten zu übergriffen, die Polizei ging immer wieder dazwischen, nahm rund sieben Personen fest.

Bei weiteren Vorstößen der Pride-Parade auf den Taksim-Platz kam es im laufe der Stunden zu Ausschreitungen mit der Polizei, die mit Hunden, zum Teil auch mit Gummigeschossen und Tränengas die Bewegung zurückdrängte. Dabei wurden weitere Aktivisten festgenommen. Auch ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP aus den Niederlanden, Bram Janssen der die Szenen fotografierte, wurde von der Polizei festgehalten, wegen fehlendem Personalausweis trotz amtlichen Presseausweis auf die Wache gebracht.

Die Organisatoren der Gay-Pride-Parade gaben in einer anschließenden Pressemeldung mit, dass die Polizei bislang 23 Personen festgenommen habe und dass die Freilassung derer bevorstehe. In der Erklärung heißt es weiter, dass die Verbotsverfügung gegen die demokratischen Werte und Menschenrechte verstoße. Seit 1993 werde die Istanbuler LGBT-Bewegung und der "Marsch für Stolz" abgehalten, ab 2002 sei sie auf dem Taksim-Platz nicht mehr möglich gewesen, so die Organisatoren. Die diesjährige 15.te Parade sei von der Provinzverwaltung verboten worden, da die Anmeldung nicht ordentlich verlaufen sei und die geplante Marschroute sowie Veranstaltungsort nicht in den ausgewiesenen Bereichen liege. Diese Regelung verstoße gegen die Europäischen Menschenrechte, heißt es in der schriftlichen Erklärung weiter.

weitere Informationen zum Artikel