PKK-Razzia in Celle - Medienwirksam inszeniert

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PKK-Razzia in Celle - Medienwirksam inszeniert

26. Oktober 2015 - 00:16
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Hat die optisch wirksame Inszenierung einer PKK-Razzia im sächsischem Celle etwas mit türkischen Befindlichkeiten zu tun?

Hat der jüngste Istanbul-Besuch der Bundeskanzlerin Merkel etwas mit der optisch wirksamen Inszenierung einer PKK-Razzia im sächsichem Celle zu tun? Bei der derzeitigen turbulenten Situation, in der sich die EU samt Deutschland befindet, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch. Denn nach derzeitigem Stand der Berichte über die Razzia in Celle, soll der mutmaßliche PKK-Mitglied schon seit längerem unter Beobachtung stehen. Das LKA in Niedersachsen hatte den Mann wohl in Hannover als Gebietsleiter der PKK seit längerem im Visier. Im Juli 2015 soll er dann nach Sachsen in die PKK-Hochburg Celle beordert worden sein. Bei der Razzia in Celle griff unter Mitwirkung des LKA-Sachsen, die niedersächsische LKA zu. Neben einem Vereinsheim in Celle wurde auch eine Luxuslimousine und ein Imbiss durchsucht. Weitere Räumlichkeiten wurden in Dresden und in Hannover von Beamten des LKA durchsucht, gab die Generalstaatsanwaltschaft bekannt.

Seit langem stören sich Merkel-Gegner daran, dass die Bundesregierung gegenüber der Türkei handlungsunfähig ist, ein Ausverkauf der Werte stattfindet, dessen Paradoxon mit dem Besuch der Kanzlerin in Istanbul einen Abschluss fand. Staatspräsident Erdogan konnte schalten und walten, wie es ihm beliebt. Darunter das von vielen "Kurdenvereinen" hierzulande prophezeite Umschwenken der deutschen Politik gegenüber der PKK und ihren Sympathieträgern in Deutschland, was auch in Dringlichkeitstreffen mit der Bundesregierung zur Aussprache gebracht wurde. Es half alles nichts. Es hilft auch sonst niemanden, unentwegt von einem "Ausverkauf" der Werte Europas zu sprechen, die die Bundeskanzlerin angeblich betreibe, um den Flüchtlingen Schutz in der Türkei zu bieten.

Tatsächlich ist die Lage doch ernster, als es bislang hier durchgedrungen ist. Im österreichischen Spielfeld spielen sich Szenen ab, die man bis vor kurzem wohl nicht einmal in Erwägung gezogen hätte und nur an den Grenzen Ungarn, Griechenlands oder Lampeduza erahnen konnte. "Wir saufen ab", schreien bereits bayrische Polizeibeamte und in den Notunterkünften in Deutschland, da sind die Zustände auch nicht besser. Selbtsverständlich hat die Bundeskanzlerin Merkel so viele Berater um sich, dass die zur Zeit herumkeifenden Kritiker eigentlich nicht viel zu lachen hätten, wenn sie denn wüssten, was noch alles auf sie zukommt. Aber zur Zeit wird alles nur häppchenweise nachgereicht, damit der deutsche Stubenhocker auch ja nicht mitbekommt, dass die Flüchtlinge längst auf seinem Gartengrundstück Platzkarten bekommen haben und verköstigt werden müssen. Zumindest diejenigen, die jetzt in Spielfeld die Grenze überrennen. 

Glaubt man denn im ernst, dass die Bundeskanzlerin nicht alle Optionen durchspielen ließ und die bestmögliche Lösung für das Land langsam aber stetig dem Volk näher bringt, weil deren Hysterie schon krankhafte Züge hat? Der Deutsche kann wohl vorausschauend sein Lebensabend planen, ist imstande ein Hausbau von der Finanzierung bis hin zur Errichtung exakt aufzuzeichnen und entsprechende Handlungsanweisungen und Bautermine zu erstellen, kann sogar im voraus seine jährliche Steuererklärung abschätzen - geht es dann aber um geopolitische, aussenpolitische Zustände und deren Gesamtbetrachtung und richtige Schlussfolgerung, scheitert man bereits an der österreichischen Grenze. Dabei hat doch die Bundeskanzlerin schon politisch vorausschauend vorgesorgt, bzw. versucht, ohne dabei den Anschein zu erwecken, sie schleime sich bei Erdogan ein, was ja dieser ganz bestimmt anders aufgefasst und die Verhandlungen im Nu beendet hätte, die Türkei irgendwie dazu zu bewegen, die Flüchtlinge auf Kosten der EU bei sich zu behalten.

Alleine das ist schon eine Herkulesaufgabe, die Flüchtlinge daran zu hindern, nach Europa weiter wandern zu lassen. Oder glaubt weiterhin auch nur einer hier in Deutschland, das ein Flüchtling der jahrelang von den europäischen Werten und Menschenrechten geträumt hat, sich von einem Grenzstein, einem Grenzpolizisten, einem Soldaten oder gar meterhohen Zäunen und Mauern aufhalten lässt? Noch nie von der mexikanisch-us-amerikanischen Mauer gehört? Man kommt auf die Idee, dass das der Fall ist, wenn man ab und an immer noch liest, dass die europäischen Werte vor dem Verrat, vor dem Ausverkauf stehen. 

Da wäre dann wohl nur noch die Frage zu klären, was denn passieren würde, wenn man mit der Türkei nicht in Verhandlung tritt, den EU-Fortschrittsbericht veröffentlicht, der kritischer denn je sein wird, Staatspräsident Erdogan eine Abfuhr erteilt und somit der Türkei die Tür vor der Nase zuschlägt. Klar, das wäre das mindeste was sie verdient hat. Aber klar sollte auch sein, dass dann die EU mit den Flüchtlingen rechnen muss, die bislang nur mit Mühe und Not in Kleinasien aufgehalten werden können. Was hat man denn sonst noch für feuchte Träume?

Was überwiegt nun? Die plötzlich verinnerlichten europäischen Werte oder die persönlichen Befindlichkeiten eines jeden einzelnen EU-Bürgers, bis hin zu dem Stubenhocker im letzten Winkel der Republik?

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