Kopftuch-Zwang oder nicht? Mädchen unter Druck gesetzt

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Kopftuch-Zwang oder nicht? Mädchen unter Druck gesetzt

27. September 2016 - 17:41
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Die Schicksale vernachlässigter oder getöteter Kinder bewegen das Land. Dagegen, von solchen, die aus falscher Fürsorge von ihren Eltern getrennt werden, erfahren wir allzu wenig. Ein heikler Fall einer 12-jährigen mit Kopftuch beschäftigt derzeit insbesondere das Jugendamt in Königswinter.

Rhein-Sieg-Kreis / TP - Wenn es nach den Jugendämtern geht, dann müssen Eltern mit Sorgerechtsmaßnahmen bis zum Entzug der elterlichen Fürsorge rechnen, falls sich herausstellen sollte, dass das Kind unter Zwang gesetzt wird, wogegen zunächst nichts einzuwenden wäre. In diesem Fall geht es um eine 12-jährige, die kurz vor den Sommerferien das Kopftuch angelegt hatte und seitdem zwischen Eltern und Jugendamt ein Streit entbrannt ist, wer denn nun Zwang und Drohungen ausübt.

Das 12-jährige Mädchen hatte nach Angaben des Rechtsvertreters der Eltern das Kopftuch kurz vor Beginn der Sommerferien angelegt. Das blieb auch der Schule nicht verborgen. Lehrer befragten das Mädchen nach eigener Darstellung mehrfach, ob Gewalt oder Druck der Eltern im Spiel wären. Trotz der glaubhaften Verneinung des Mädchens wurde durch die Schule diesmal auch das Jugendamt eingeschaltet.

Das Jugendamt ordnete daraufhin eine Anhörung der Familie an, ließ alle Kinder durch einen Arzt auf Gewalteinwirkung untersuchen und obwohl es keine erkennbaren Misshandlungsspuren gab und der Verdacht sich auch sonst nicht erhärtete, wurde daraufhin auch die Wohnung der Familie in Augenschein genommen.

Schliesslich schaltete die Familie einen Anwalt ein, der nach eigener Darstellung das Jugendamt aufforderte, keine weiteren Maßnahmen einzuleiten oder die Untersuchung fortzusetzen. Inzwischen wechselte das Mädchen auch die Schule, auch weil das Vertrauensverhältnis zur Schule zerstört war.

Darüber hinaus verwehrte das Amt dem Rechtsanwalt auch die Akteneinsicht, begann diesmal auch in der neuen Schule das Mädchen aufzusuchen. Wie jetzt bekannt wurde, soll das Mädchen mitten im Unterricht von Mitarbeiterrinnen des Jugendamtes erneut aufgesucht worden sein. In der Folge habe man das Mädchen in einen anderen Raum geführt, die Klassenlehrerin aufgefordert den Raum zu verlassen und dann die 12-jährige befragt.

Nach eigener Schilderung des Mädchens hätten die Mitarbeiterinnen des Jugendamtes sie angeschrien und angedroht, sie könne das Zimmer erst verlassen, wenn sie zugebe, dass ihr Vater sie schlage. Die Nötigung des Mädchens geschah in solch einer Lautstärke, dass die Klassenlehrerin den Raum entgegen der Anordnung der Jugendamtsmitarbeiterinnen betrat und das Mädchen aus dem Raum brachte. Zuvor teilte das Mädchen den Mitarbeiterinnen des Jugendamtes der Stadt Königswinter mit, der Anwalt der Familie habe gesagt, das Jugendamt dürfe überhaupt keine weiteren Anhörungen der Familie durchführen. Hierauf entgegnete eine der Mitarbeiterinnen des Jugendamtes der Stadt Königswinter nach Angaben des Mädchens, das sei ihr „scheißegal“. Das Mädchen war hiernach so verstört, so der Anwalt der Familie, dass sie am nächsten Tag wegen psychosomatischer Probleme zum Arzt gebracht werden musste.

Der Rechtsanwalt erklärte, er habe daraufhin Dienstaufsichtsbeschwerden eingelegt, Strafanzeigen erstattet und ein verwaltungsrechtliches Verfahren in die Wege geleitet. Des Weiteren erklärte der Rechtsanwalt:

Kopftuchträgerinnen sind Menschen zweiter Klasse in diesem Land, nicht erst bei der Arbeitsplatzsuche.

Ein Neffe des Präsidenten John F. Kennedy antwortete in einem Interview auf die Frage, warum viele Muslime Probleme mit der westlichen Welt hätten:

Sie lehnen uns nicht wegen unserer Werte ab, sondern weil, wir unsere Werte an ihnen verraten.