PKK-Propaganda – ruchlos, doch erfolgreich

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PKK-Propaganda – ruchlos, doch erfolgreich

28. Februar 2018 - 01:32
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Mit einer totalitären, gewalttätigen Gruppe sympathisieren, aber im nächsten Augenblick „Frieden“ und „Freiheit“ fordern, um die öffentliche Debatte zu dominieren? Das geht? Ja, sagt der in Österreich lebende Journalist Ruşen Timur Aksak.

PKK-Propaganda – ruchlos, doch erfolgreich

Ruşen Timur Aksak: Mich hat schon immer die Ruchlosigkeit der PKK-Aktivisten fasziniert.

Mit einer totalitären, gewalttätigen Gruppe sympathisieren, aber im nächsten Augenblick „Frieden“ und „Freiheit“ fordern, um die öffentliche Debatte zu dominieren. Denn wer stellt sich schon gegen „Frieden“ und „Freiheit“? Und daher habe ich schon vor Jahren gesagt, dass man Propaganda am besten von PKK-Kreisen lernen kann – wenn man denn keine moralischen Bedenken hätte.

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Die Ruchlosigkeit steigert sich dabei ins Irrationale, wenn die Dinge nicht so laufen, wie es sich die PKK vorstellt. Nehmen wir als Beispiel das kleine, syrische Eckchen Afrin. Die Türkei interveniert dort, der syrische PKK-Ableger hält dagegen. Militärisch gesehen ist es nur eine Frage der Zeit, wann sich die PKK geschlagen geben wird müssen. Doch das kann sie nicht einfach so hinnehmen, also ruft sie Assads Todesschwadronen zu Hilfe. Die Todesschwadronen jenes Mannes, der nicht nur einen Vernichtungskrieg gegen sein eigenes Volk führt, sondern auch für ein Regime steht, dass insbesondere die syrischen Kurden über Jahrzehnte hinweg mehr als unwürdig behandelt hat.

An dieser Stelle würden weniger Eifrige an ihrer „Organisation“ zweifeln, nicht jedoch die Apostel Öcalans. Nein, sie steigern sich einfach ins Irrationale. Assads Todesschwadronen würden ja nur helfen die türkische Invasion zu verhindern. Denn die Türkei sei ja schlimmer als Assads Syrien. Kritische Nachfragen unerwünscht; man hat es zu glauben.

Für Außenstehende erscheint es also immer – mit Verlaub – peinlicher, wie sich die PKK-Propagandisten winden, doch die Bereitschaft den Boden der Realität zu verlassen, scheint derweil auch auf einheimische Sympathisanten überzugreifen. Diese meist bürgerlichen Fratzen, die sich „links“ nennen, verbreiten also eifrig jede noch so widersinnige Behauptung ihrer PKK-„Genossen“. Nur um am nächsten Tag dann vor demokratiepolitisch bedenklichen Aktionen der Schwarz-Blauen Regierung zu warnen oder eben mehr Demokratie im Land zu fordern. Dass sie aber selbst längst zu demokratiepolitisch bedenklichen Kreisen gehören, das wollen sie nicht (ein)sehen.

Daher will ich am Ende meines Textes jenen Kreisen, die meine Statusmeldungen fleißig kopieren und teilen, um mich als den „Bösen“ zu entlarven, folgendes Zitat des PKK-Dissidenten Selim Çürükkaya mit auf den Weg geben:

„Unser großer Führer hat schon vor der Gründung des Staates mehr Freunde umgebracht als Mustafa Kemal und viele Bucharins, Kamazanevs, Zonovyevs und Trotzkis produziert. Schon jetzt hat er Assad übertroffen und bis auf sich selber alle ausgeschaltet.

Und er ist ein Aga, wie er sitzt, wie er spricht, selbst in der Art, wie er die Bauern beschimpft und auf das Volk herabschaut. Seine Lebensweise ist die einmalige Erscheinung eines Agas,..“ 

PKK: Die Diktatur des Abdullah Öcalan, 1997, S.157

 

*Agas sind Clanchefs und Großgrundbesitzer in der Türkei, Anm.

**Mehmet Selim Çürükkaya ist ein Gründungsmitglied und einer der bekanntesten Dissidenten der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und ein kurdischer Schriftsteller und P.E.N.-Mitglied. Çürükkaya lebt in Deutschland und veröffentlichte acht Bücher, zwei davon wurden ins Deutsche übersetzt, darunter das Buch "PKK: Die Diktatur des Abdullah Öcalan" mit einem Vorwort von ‎ Günter Wallraff.

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Bild von ali ria ashley

Ja, es ist im höchsten maße seltsam, dass die Medien in Deutschlalnd, ja in ganz Europa, sich gegen alles stellt, was der Türkei nutzen könnte. Es wird alles, was die Türkei tut nicht nur in frage gestellt, sondern auch in den Dreck getreten. mal abgesehen davon, das diese Einseitige Sichtweise zu nichts führt, ist es dennoch ausgesprochen seltsam, dass es fast alle Medien tun und das, obwohl sie wissen, das sie lügen. Wir sprechen ja hier nicht über menschen, die nicht lesen und schreiben könnten, sondern über menschen oft mit Abitur und abgeschlossenem Studium. Das ist das, was der türkische Außenminister zu den Armeniern sagte: "Das ist das was es ist: Niederträchtig!" Obwohl man ganz genau weiß, das Afrin tatsächlich befreit wurde und die menschen nun frei leben können, wird diese befreiung als akt der gewalt datrgestellt. Es ist was es ist: Erstaunlich! Die Menschen in dieser region Afrin haben schreckliches durchmachen müssen undzwar durch die PKK / YPG. Immer mehr kommt ans tageslicht was da in den letzten jahren passiert ist: Junge Menschen und Kinder wurden zwangsrekrutiert und als Konenfutter an der Front verbrannt. Interessiert all das diese deuschen Politiker nicht? Es ist schlicht unfassbar. Der gesammte Bundestag, hetzt offenbar gegen die Türkei und das aktiv! Und das, von Links, Liberal, über die Sozis, bis hin zu den ganz rechten. Da hat aber irgendjemand ganze arbeit geleistet! Eine gehirnwäsche von feinsten!  

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