Türkische Artillerie beschießt Distrikt Afrin

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Türkische Artillerie beschießt Distrikt Afrin

28. Juni 2017 - 00:49
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Die Türkei sieht in der syrischen Verwaltungseinheit Distrikt Afrin eine nationale Bedrohung. Seit Montagabend treffen vermehrt Meldungen über den Einsatz von Artillerie ein, die vor allem Afrin, nordwestlich von Syrien, betreffen.

Türkische Panzer stehen an der syrischen Grenze

Gaziantep / TP - In der Türkei gehen seit Montagabend vermehrt Berichte über türkische Militärbewegungen entlang der syrisch-türkischen Grenze ein, insbesondere aus dem angrenzenden Gouvernement Aleppo. Demnach beschießt aber das türkische Heer auch Ziele im Distrikt Afrin, die von der Terrororganisation YPG gehalten wird. Ausserdem sollen in der Nähe der türkischen Grenzstadt Reyhanli türkische Panzerverbände bereit stehen. Seit Tagen melden syrische Beobachtungsstellen Übergriffe von YPG-Einheiten auf Gebiete im Distrikt A'zāz, die unter der Kontrolle der Freien Syrischen Armee (FSA) steht, bei der auch Zivilisten zu Schaden kamen.

Laut türkischen Medienberichten beschießt die türkische Armee seit Montagabend Ziele in Afrin, Tall Rifat, Birsaya, Harbul, Maranaz und Deir Ballut mit schwerer Artillerie. Alle unter schweren Artilleriebeschuss stehenden Gebiete werden von den Volksverteidigungseinheiten (YPG) gehalten, die in der Türkei als syrischer Ableger der Terrororganisation PKK gilt und an die Türkei oder von der Terrormiliz IS befreiten Gebiete angrenzen. Seit geraumer Zeit ist auch im Gespräch, dass die Türkei Militärverbände in die syrische Region Idlib entsendet. Damit wäre das Distrikt Afrin quasi im Zangengriff zwischen türkischen Bodentruppen und Rebellenmilizen der Freien Syrischen Armee (FSA).

Der türkische Generalstab berichtet in der jüngsten Stellungnahme, die täglich herausgebracht wird, dass das türkische Heer als Vergeltung für Angriffe auf türkische Ziele, im Nordwesten Syriens Stellungen der YPG beschossen hat. Seit längerem betrachtet die Türkei den Nordwesten Syriens, vor allem das Distrikt Afrin, als eine nationale Sicherheitsbedrohung an. 

Der türkische Staatspräsident Erdogan hatte während einer Rede am Ende des Fastenmonat Ramadan erklärt, man werde beim Nachbarn Syrien keinen Terrorstaat zulassen, falls notwendig auch dafür sorge tragen, dass das nicht passiert. Erdogan sprach damit die Versuche der YPG und deren politischen Arm PYD an, entlang der türkisch-syrischen Grenze über drei syrische Verwaltungseinheiten hinweg, eine autonome kurdische Region Rojava errichten zu wollen.

Im August 2016 startete die türkische Armee zusammen mit Milizen der Freien Syrischen Armee eine Bodenoffensive gegen die Terrormiliz IS und stieß dabei innerhalb weniger Monate bis nach al-Bab vor. Damit trieb die militärische Operation "Schutzschild Euphrat" auch einen Keil zwischen die Distrike Afrin und Distrikt Dscharabulus. 

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