Syrische Kurden hoffen auf Erfolg der Antiterror-Offensive

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Syrische Kurden hoffen auf Erfolg der Antiterror-Offensive

29. Januar 2018 - 18:13
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Syrische Kurden hoffen auf Erfolg der Antiterroroffensive “Olivenzweig”

Viele Kurden, die nach Beginn des blutigen Bürgerkriegs aus Syrien in die Türkei geflohen sind, hoffen auf einen Erfolg der türkischen Antiterroroffensive "Olivenzweig", um wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können.

© 2014 Human Rights Watch

Izmir / NEX – Viele Kurden, die nach Beginn des blutigen Bürgerkriegs aus Syrien in die Türkei geflohen sind, hoffen auf einen Erfolg der türkischen Antiterroroffensive “Olivenzweig”, um wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können.

“Wir lebten früher in Afrin und sind vor zwei Jahren in die Türkei geflüchtet, weil die YPG zwei meiner Kinder gezwungen hatte, der Organisation beizutreten”, so Huseyin I., ein syrischer Kurde, der vor dem Krieg geflohen ist und in der Türkei Zuflucht gesucht hat, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. I. lebt nun in der westtürkischen Stadt Izmir. Seine Verwandten seien nach wie vor in Afrin und er habe keinen Kontakt zu ihnen. Er träume von einem friedlichen Syrien und hoffe, eines Tages zurückkehren zu können

“Wir lebten eine Weile bei Verwandten in Afrin, bis die PKK auftauchte und meine Töchter zwangsrekrutieren wollte. Als ich ablehnte, bedrohten sie uns. Daraufhin nahm ich meine Kinder und flüchtete in die Türkei”, sagte die 39-jährige syrische Kurdin Zeynep D. gegenüber Anadolu. Auch D. lebt zur Zeit in Izmir. Sie wünsche sich sehr, dass Afrin endlich von allen Terrororganisationen befreit werde.

Auch Nistiman H, ein weiterer syrischer Kurde, der in die Türkei flüchtete, hoffe, dass mit der Militäroffensive alle Terroristen aus dem Gebiet vertrieben würden. “Meine Tochter Rojin hatte immer große Angst und versteckte sich hinter mir, als Assads Kampfflugzeuge über unser Haus flogen”, so der 28-Jährige.

Aus der Luft und vom Boden greift die Türkei seit dem 20. Januar Stellungen der PYD im Norden Syriens an. Mit der “Operation Olivenzweig” wolle die Regierung in Ankara die Bewohner der Grenzregion von der “Unterdrückung durch Terroristen” befreien, erklärte der türkische Generalstab. Er berief sich auf das “Recht zur Selbstverteidigung”.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat sich in einer Stellungnahme zu der  Militäroperation geäußert.

“Wir haben alle Parteien, einschließlich der UN, informiert und US-Außenminister Tillerson mitgeteilt, dass die USA an unserer Seite sein sollten”, so Cavusoglu gegenüber den türkischen Medien. Des Weiteren werde Ankara auch die syrische Regierung schriftlich informieren.

Seit Beginn des syrischen Bürgerkrieges haben zahlreiche Menschenrechtsorganisationen der YPG sowie ihrem politischen Ableger, der PYD, vorgeworfen, willkürliche Festnahmen durchzuführen, Oppositionelle einzuschüchtern, Medienzensur zu betreiben, Kinder als Kämpfer zu rekrutieren oder mit extralegalen Prozessverfahren oder politischen Entscheidungen einen ethnische Säuberung durchzusetzen. So berichtete die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch iim Jahre 2014 n einem 107-seitigen Bericht “Under Kurdish Rule: Abuses in PYD-Run Enclaves of Syria” über willkürliche Festnahmen von politischen Gegnern der PYD, die Misshandlung von Häftlingen und ungeklärte Entführungs- und Mordfälle. Der Bericht untersuchte auch den Einsatz von Kindersoldaten durch die Sicherheitskräfte der PYD und ihren bewaffneten Flügel, den Volksverteidigungseinheiten (YPG).

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