Duisburg: AStA wirft türkischen Studenten Leugnung vor

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Duisburg: AStA wirft türkischen Studenten Leugnung vor

29. April 2016 - 23:58
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Der Verein Türkischer Studenten sieht sich veranlasst, die Behauptungen der AStA über einen Vortrag an der Uni Duisburg richtig zu stellen. "Es gab kein Bedrohungsszenario seitens der Teilnehmer des Vortrags über den "Terror in Istanbul" und die Lage entspannte sich nach anfänglich gereizter Stimmungs seitens der von der AStA angekündigten Störaktionen", teilte ein Besucher mit.

Duisburg/TP - "Wer die Schwäche fühlt, pflegt zu schreien". So beginnt die Pressemitteilung des Vereins türkischer Studenten (VtS) der Universität Duisburg-Essen. Es geht dabei um die Veranstaltung "Terror in Istanbul" an der Uni Duisburg, die am 26. April im alten Audiomax stattfand. Während die AStA (Allgemeinen Studierendenausschuss der Universität Duisburg) in einem Bericht der Focus den Veranstaltern sowie Teilnehmern vorwirft, den sogenannten "Völkermord an den Armeniern" zu relativieren, die Mitglieder der AStA bei der Veranstaltung angeblich bedroht und beleidigt zu haben, legt die VtS der AStA nahe, im nächsten Semester eine Vorlesung in Verfassungsrecht zu belegen.

Laut VtS verfüge man über genug Beweismittel, die die Vorwürfe der AStA mehr als wiederlegen würden, teilten Mitglieder der VtS mit. Auch in der Pressemitteilung wird erneut bekräftigt, die Vorwürfe so nicht stehen zu lassen. Wenn man sich genötigt sehe, werde man das Videomaterial auch veröffentlichen und damit auch die "Gräuelmeldungen" der AStA wiederlegen. In der Presseerklärung bedankt sich der VtS zudem bei der AStA für die "emsige Reklame", die dafür gesorgt habe, die Veranstaltung über die Universität Duisburg-Essen hinaus bekannt zu machen. Die rege Teilnahme an der Veranstaltung zeige aber auch, so die VtS, dass das Interesse am Thema sehr groß sei. 

Über die Teilnahme der AStA habe man sich gefreut, so die VtS, da deren anfängliche angespannte und emotionsbeladene Stimmung im verlaufe der Debatten mit Wortführer und Gastredner nachgelassen habe. Der Gastredner habe mit der Bereitschaft, auf Fragen und Vorwürfe der Kritiker einzugehen, auch gezeigt, das man sehr wohl Meinungen austauschen könne, der Tonfall zum Schluss an einen akademischen Diskurs erinnert habe.

Dennoch werte man die jetzt von der AStA aufgestellten Behauptungen als ein gebrochenes Verhältnis zur Wahrheit und empfehle der AStA deshalb, den Artikel 10 der Europäischen Konvention über Menschenrechte zu verinnerlichen, mit der das EGMR in einem entgültigen Urteil feststellte, dass die Behauptung der "Armenische Genozid" an Türken genauso wie die Behauptung "die Türken haben einen Genozid an den Armeniern" verübt, durch das Recht der freien Meinungsäusserung gedeckt ist. Beide Fälle seien rechtlich nicht anerkannt und könnten daher auch zur Debatte stehen, ohne mit "Leugnung" in Zusammenhang zu stehen.