Türkische Streitmacht steht erneut vor syrischer Grenze

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Türkische Streitmacht steht erneut vor syrischer Grenze

29. Juni 2017 - 02:20
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In der Nacht auf Mittwoch startete das türkische Militär einen Artilleriebeschuss auf Stellungen der Terrororganisation YPG im Nordwesten Syriens. Staatschef Erdogan droht nun, in Nordsyrien diesmal im Distrikt Afrin einzumarschieren.

Türkische Streitmacht steht erneut vor syrischer Grenze

Ankara / TP - Das türkische Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht auf Mittwoch Stellungen der Terrororganisation YPG im Norden Syriens zerstört. Der Generalstab teilte mit, man habe auf einen Angriff von Terroristen der YPG auf von der Türkei unterstützte Truppen reagiert, die einen von der Terrormiliz IS befreites Gebiet kontrollieren. 

Die sogenannten Volksverteidigungseinheiten (YPG), eine Miliz der Partei der Demokratischen Union (PYD) hätten in der Nacht zum Mittwoch aus dem nordwestlich gelegenen Distrikt Afrin heraus, Stellungen der Freien Syrischen Armee (FSA) im syrischen Distrikt A'zāz im Gouvernement Aleppo angegriffen, die einen breiten Korridor zwischen den türkischen Grenzstädten Kilis und Karkamış bis tief hinein in das syrische al-Bab kontrollieren. Die türkische Artillerie habe die Angriffe erwidert und die Ziele zerstört, hieß es.

Unterdessen ziehen sich unbestätigten Angaben nach russische Militärs aus dem Distrik Afrin zurück, die von der YPG besetzt ist. Ausserdem soll der Parteivorsitzende der PYD, Salih Muslim, Russland aufgefordert haben, im Distrikt Afrin trotz der angespannten Lage russische Bodentruppen zu stationieren. 

Das türkische Militär rüstet sich türkischen Medienberichten zufolge vermutlich für eine weitere breitangelegte Bodenoffensive im Norden Syriens. Voraussichtlich geht es dabei um die Befreiung des Distrikt Afrin, die zwischen der türkischen Provinz Hatay und der während der Operation "Schutzschild Euphrat" von der Terrormiliz IS befreiten Distriktzone A'zāz liegt. Mehrere gepanzerte Bataillione sollen nahe der syrischen Stadt Idlib in der türkischen Provinz Hatay positioniert sein, weitere Einheiten nahe der türkischen Grenzstadt Kilis.

Ankara hält die YPG sowie die PYD für den syrischen Ableger der Terrororganisation PKK und hat bereits mehrmals angekündigt, ein Staatengebilde im Norden von Syrien nicht zuzulassen. Ankara betrachtet die derzeitige Lage als eine nationale Sicherheitsfrage. Das wurde erneut deutlich, nach dem Staatspräsident Erdogan am vergangenem Freitag erklärte, man werde jederzeit in der Lage sein, über Nacht in Afrin und Tall Rifat einzumarschieren. 

Am 24. August 2016 startete die türkische Armee das erste mal eine Bodenoffensive und befreite zusammen mit der Freien Syrischen Armee das Distrikt A'zāz bis tief in syrisches Hinterland bei al-Bab. Die Terrormiliz IS hatte angekündigt, in Dabiq der türkischen Armee eine vernichtende Niederlage zu bescheren. Anfang 2017 war Dabiq befreit, der Vorstoß der Bodenoffensive namens Operation "Schutzschild Euphrat" endete mit der Einnahme der Stadt al-Bab.

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