Türkei dementiert Berichte über wahllosen Beschuss

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Türkei dementiert Berichte über wahllosen Beschuss

30. Januar 2018 - 17:59
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Der türkische Generalstab hat Berichte dementiert, wonach die türkische Armee in Nordsyrien wahllos Ziele beschießt. Türkischen Medienberichten zufolge ist die Presseerklärung eine Antwort auf die Vorwürfe, die türkischen Streitkräfte würden Zivilisten töten, kulturelle oder infrastrukturelle Ziele zerstören.

PKK-nahe Medien verbreiten den Vorwurf, die türkische Armee beschieße antike Stätten

Ankara / TP - Der türkische Generalstab hat am Dienstag Berichte dementiert, wonach die türkische Armee in Nordsyrien während der Operation "Olivenzweig" wahllos Ziele beschießt und dabei Zivilisten tötet oder kulturelle oder antike Stätten zerstört. Türkischen Medienberichten zufolge ist die Presseerklärung des Generalstabs eine Antwort auf die jüngsten Vorwürfe aus PKK-nahen Medien oder Medienberichten aus Europa, die türkischen Streitkräfte würden bei ihren Luftangriffen oder Artillleriebeschüssen Zivilisten töten, kulturelle oder infrastrukturelle Ziele zerstören.

"Zugleich weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass religiöse, kulturelle, antike Stätten und archäologische Ausgrabungen sowie für die Öffentlichkeit wichtige infrastruktrurelle Anlagen seit Beginn der Operation definitiv nicht unter den Zielen der Streitkräfte sind." teilte der Generalstab am Dienstagmittag mit. Alle bislang anvisierten und getroffenen Ziele seien registriert und nachverfolgbar. Die türkischen Streitkräfte würden bei ihren Operationen im nördlichen Gouvernement Aleppo die nötige Rücksicht und Vorsicht walten lassen.

Des Weiteren dementierte der Generalstab, wonach die türkischen Streitkräfte Napalmbomben, chemische oder biologische Waffen bzw. derartiges verwende. Die Türkei richte sich nach internationalem Recht und Vereinbarungen. Derartige Waffen würden sich auch nicht im Waffenarsenal der türkischen Streitkräfte befinden. Die türkischen Streitkräfte würden das internationale Recht sowie moralische Grundsätze achten und entsprechend vorgehen, so die türkische Armeeführung weiter.

In einer weiteren Pressemitteilung legt der Generalstab den Bürgern nahe, entsprechende Berichte oder Mitteilungen aus sozialen Medien oder Medien in die eine Nähe zu Terrororganisationen aufweisen, keinen Glauben zu schenken. Seit Beginn der Operation "Olivenzweig", die sich gegen die Terrororganisationen Islamischer Staat (DAESH) sowie die Volksverteidigungseinheiten (YPG) in der Region um Afrin richtet, werden in sozialen Netzwerken angebliche Kriegsverbrechen anhand von Bildern vorgeworfen. Ein beträchtlicher Anteil davon stammt aus dem Bürgerkrieg in Syrien selbst, aus dem Konflikt in Jemen oder aus anderen Krisenregionen. Eine Vielzahl an Internetseiten in der Türkei oder auf internationaler Ebene, führen daher derzeit verstärkt sogenannte "Faktenchecks" durch.

Zuletzt meldete die PKK-nahe Hawar News Agency (ANHA) am 27. Januar, dass die türkische Armee die Tempelanlage Tell Ain Dara, rund vier Kilometer südlich der Bezirksstadt Afrin, zerstört habe. Die Meldung wurde international weiter geteilt. Ausserdem werfen Kritiker der Türkei vor, Zivilisten zu töten oder die Infrastruktur zu zerstören. So erklärte der Nahostreferent für die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gegenüber Medien, dass die Türkei die Luftangriffe einzustellen müsse, die NATO sich dabei aktiv bemühen müsse, damit die türkische Luftwaffe die Bombardements stoppt. 

Der deutsch-kurdfische Nahostreferent der GfbV, Kamal Sido-Kurdaxi, der selbst aus Syrien stammt, erklärte des Weiteren, dass die Zustände in der Region um Afrin katastrophal seien. Die türkische Armee bringe die Bevölkerung in Gefahr, in dem sie durch Beschuss einen Staudamm gefährde, der die Wasserversorgung sicherstelle. Ausserdem zerstöre sie wahllos Ziele und nehme damit in Kauf, Zivilisten zu töten. Ferner führe die türkische Armee Milizen der Freien Syrischen Armee an, die gegenüber der jesidischen Minderheit feindlich gegenüberstehen würden. Es sei daher nicht auszuschließen, dass die Jesiden dabei vertrieben werden.

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