Türkische Generalkonsulate wegen Afrin im Visier der PKK

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Türkische Generalkonsulate wegen Afrin im Visier der PKK

30. Januar 2018 - 15:31
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Gleich zwei türkische Generalkonsulate wurden in der Nacht auf Montag in europäischen Zentren Ziele von Aktivisten der Terrororganisation PKK. 

Das türkische Generalkonsulat in Stuttgart wird Ziel eines Farbanschlags

Stuttgart / TP - Trotz Überwachung der Niederlassungen türkischer Generalkonsulate in europäischen Großstädten durch die nationalen Polizeibehörden, kommt es immer wieder zu Übergriffen extremistischer Organisationen mit Bezug zur Terrororganisation PKK oder DHKP-C. So auch in der Nacht auf Montag in Zürich sowie in Stuttgart. Zu den Anschlägen bekannte sich eine linksextremistische Bewegung sowie Aktivisten einer PKK-nahen Splittergruppe.

Laut der Polizei in Zürich legten Unbekannte in der Nacht auf Montag einen Brandsatz unter einem Fahrzeug, die auf dem rückwärtigen Gelände des Generalkonsulats abgestellt war. Das Fahrzeug ging jedoch nicht in Flammen auf, der Brandsatz ging wohl vorzeitig aus. Der Vorfall wurde erst nach Stunden bemerkt. Am Montagmittag bekannte sich dann eine Gruppierung, mutmaßlich linksextremistischer Natur, die sich mit "Rojava und dem Kanton Afrin" solidarisieren, zum versuchten Brandanschlag. Mit der Tat habe man beabsichtigt, auf die Unterstützung der "kapitalistischen und imperialistischen Staaten für diese Eskalation" aufmerksam zu machen.

In Stuttgart warfen Unbekannte in der Nacht zum Montag Farbeutel auf die Fassade des türkischen Generalkonsulats. Die Fassade wurde von zwei Beuteln mit roter Farbe getroffen, es entstand dabei geringer Sachschaden. Am Dienstag bekannte sich auf einer PKK-nahen Internetseite eine Gruppe namens "Şehîd Avesta Xabur Rache Team" zum Farbanschlag. Am selben Abend soll in Stuttgart zeitgleich auch eine SPD-Parteibüro Ziel einer Aktion gewesen sein. Näheres hierzu wird jedoch nicht gesagt. Es heißt lediglich, dass die SPD eine tragende Rolle in den Waffenlieferungen an die Türkei eingenommen habe. 

Seit Beginn der türkischen Militäroperation "Olivenzweig" in Nordsyrien, haben die gewalttätigen Übergriffe auf türkische Bürger, Einrichtungen, Vereinssitze, Moscheen oder auch SPD-Büros im Bundesgebiet stark zugenommen. Auch in anderen europäischen Ländern kam es zum zu teils erheblich gewalttätigen Ausschreitungen oder Anschlägen. 

Erst vergangene Woche hatte ein Gericht im französischen Marseille sieben PKK-Aktivisten in einem Schnellverfahren zu drei bis zwölf Monaten Haft verurteilt. In Amsterdam konnte die Polizei bei einer Pro-PKK Demonstration rechtzeitig verhindern, dass ein türkischstämmiger Taxifahrer gelyncht wird.

In Deutschland wurden nach offiziellen Meldungen der türkischen Moscheegemeinden bislang fünf Moscheen Ziele von Angriffen. Die Dunkelziffer wird weitaus höher sein, weil viele Gemeinden die Übergriffe nicht melden und damit auffallen wollen, um einen weiteren Anschlag zu provozieren. Weshalb das so ist, mussten nicht nur Moscheen erfahren, auch der SPD-Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, Michael Weinreich, bekommt das seit Monaten zu spüren. Weil er weiterhin an seinem politischen Standpunkt festhält, wurde sein Büro bereits zum fünften Mal attackiert, diesmal in einer neuen Dimension, wie Weinreich erklärte.
 

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