Türkische MIT dementiert Bericht der Taraf

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Türkische MIT dementiert Bericht der Taraf

31. Dezember 2011 - 20:03
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In einer schriftlichen Erklärung hat der türkische Nachrichtendienst Medienberichte zurückgewiesen, wonach sie die Informationen für den Luftwaffeneinsatz gegen eine Gruppe von Schmugglern im Grenzgebiet zum Irak geliefert habe. Erdogan gibt Erklärung ab. Die BDP weint und lacht zugleich

Der türkische Geheimdienst MIT reagiert auf einen Bericht der Tageszeitung TARAF. Mehmet Baransu, Journalist der TARAF hatte in einer Kolumne angegeben, der Nachrichtendienst habe die Informationen für einen Luftschlag der türkischen Luftwaffe geliefert und so den Tod von 35 Schmugglern zu verantworten. Dabei berief sich Baransu auf die Erklärung des türkischen Generalstabs, die in einer Pressemitteilung angab, nachrichtendienstliche Informationen auch von anderen Diensten ausgewertet zu haben.

Die Pressestelle der MIT zufolge, würden die Berichte in den Medien nicht der Wahrheit entsprechen. Der Generalstab habe am 29. Dezember eine Erklärung abgegeben, worin sie den Vorgang des Einsatzes geschildert habe. Die Medien hätten daraufhin die MIT als verantwortliche auserkoren. Das entspreche nicht der Wahrheit, so in einer offiziellen Erklärung.

Erdogan: Staat bombardiert nich sein eigenes Volk

Unterdessen hat der türkische Ministerpräsident Erdogan die Titelzeilen einzelner Medien kritisiert. In seiner ersten Erklärung zum Vorfall in Uludere, bei der 35 Schmuggler aus einem Dorf in Sirnak ums leben kamen, befand Erdogan die harsche Kritik einzelner Medien mit der Titelzeile "Staat bombardiert eigene Bevölkerung" als unausgewogen und erbarmungslos. Der Staat habe nicht die eigene Bevölkerung bombardiert, so etwas könne es nicht geben, teilte Erdogan vor seiner Rede an die Nation mit.

Erdogan erklärte, man hätte Aufnahmen von über vier Stunden, in der die Gruppe von etwa 40 Personen zu sehen seien. Die vorherigen PKK-Übertritte in der selben Form und Anzahl hätten folgenreiche Entscheidungen nach sich gezogen, zumal vorige Übertritte der Grenze in dieser Form immer mit verheerenden Terroranschlägen wie in Hantepe geendet seien. Zuvor hätten die Sicherheitskräfte nicht mehr als 10 Schmuggler angetroffen. Ausserdem seien diesmal auch viele Maulesel unterwegs gewesen, die schwere Lasten über die Grenze tragen können. Die Sicherheitskräfte hätten daraufhin eine fatale Entscheidung getroffen. Der Vorfall werde vollumfänglich untersucht werden, die Regierung sei über den Ausgang betrübt, so Erdogan.

Bahceli: 1000-jährige Freundschaft zwischen Kurden und Türken nicht beschädigen

In einer weiteren Reaktion bezeichnete der Vorsitzende der nationalistischen Volkspartei MHP, Devlet Bahceli, den Vorfall als "Mord". Die Regierung müsse den Fall untersuchen lassen, die türkische Armee, der türkische Nachrichtendienst in den Untersuchungen alles offenlegen, sagte Bahceli. Gleichzeitig forderte Bahceli die Regierung auf, die Terrorfrage entschiedener anzugehen. Die Medien rief Bahceli auf, jedwede Propaganda zu unterlassen, damit der Vorfall genaustens untersucht werden könne. Die "1000-jährige Freundschaft" dürfe keinen Schaden nehmen, so Bahceli.

BDP weint und lacht zugleich

Unterdessen kursiert eine Videoaufnahme der Nachrichtenagentur DHA, in der Spitzenpolitiker der pronationalistisch-kurdischen Partei BDP vor und während einer Presseerklärung zu sehen sind. Vor der eigentlichen Presseerklärung werden die Mitglieder der Partei, darunter Sebahat Tuncel und Ertugrul Kürkcü in einer fröhlichen Runde aufgezeichnet, in der sie witzeln und lachen. Während der Presseerklärung sind die "finsteren" Minen zu erkennen, so türkische Medien nach der Veröffentlichung der Aufzeichnung. Die BDP hatte zu einer Presseerklärung in Sirnask aufgerufen, um den Vorfall in Uludere zu bewerten. Zuvor brachen bei der Ankunft in Sirnak die Abgeordneten Selahattin Demirtaş und Gültan Kışınak in Tränen aus, als sie die Särge der Leichen im Krankenhaus aufsuchten.

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