Schutzschild Euphrat: 260.000 Syrer in ihre Heimat zurückgekehrt

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Schutzschild Euphrat: 260.000 Syrer in ihre Heimat zurückgekehrt

01. November 2018 - 18:38
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Seit dem Ende der türkischen Militäroperation "Schutzschild Euphrat" sind nach Angaben des Verteidigungsministers Hulusi Akar rund 260.000 syrische Flüchtlinge in den Norden von Syrien zurückgekehrt. Akar bezeichnete die Versuche der syrisch-kurdischen Terrororganisation YPG, sich in der nordsyrischen Region Manbidsch einzugraben, als Fehler der Folgen nach sich ziehen werde. In seiner Rede erklärte Akar des Weiteren, dass das Militär seit dem gescheiterten Putschversuch rund 15.000 Militärangehörige vom Dienst entlassen wurden.

Schutzschild Euphrat: 260.000 Syrer in ihre Heimat zurückgekehrt

Ankara / TP - Während einer Rede vor dem Kontrollausschuss des Parlaments ging der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar auf mehrere Themen ein, die die türkische Sicherheitspolitik betreffen. Laut Akar sind seit dem Ende der türkischen Militäroperation "Schutzschild Euphrat" nach Angaben des Verteidigungsministers rund 260.000 syrische Flüchtlinge in den Norden von Syrien zurückgekehrt. Akar bezeichnete die Versuche der syrisch-kurdischen Terrororganisation YPG, sich in der nordsyrischen Region Manbidsch weiter einzugraben, als Fehler, der schwerwiegende Folgen nach sich ziehen werde.  In seiner Rede erklärte Akar des Weiteren, dass das Militär seit dem gescheiterten Putschversuch rund 15.000 Militärangehörige vom Dienst entfernt hat.

Vor dem Haushalts-Kontrollausschuss des Parlaments erklärte der türkische Verteidigungsminister Akar, dass seit dem Ende der militärischen Operation "Schutzschild Euphrat" Ende März 2017, bei der türkische Bodentruppen rund 2.300 Quadratkilometer nordsyrisches Territorium von der Terrormiliz Islamischer Staat und der syrisch-kurdischen YPG befreiten, bislang rund 260.000 syrische Flüchtlinge in den Norden von Syrien zurückgekehrt sind. Die in den Regionen Dscharābulus, al-Bab und ar-Raʿi stationierten türkischen Bodentruppen und Milizen der Freien Syrischen Armee (FSA) sorgen seitdem für Sicherheit und Stabilität. In der Türkei leben nach Angaben der UNO noch immer insgesamt 3,4 Millionen syrische Flüchtlinge.

Akar warnte in seiner ausführlichen Rede erneut die syrisch-kurdische YPG, dem syrischen Ableger der Terrororganisation PKK, sich in der Region Manbidsch, die von ihr kontrolliert wird, weiter sicher zu fühlen. Ihre Versuche, sich in Manbidsch gegen eine Militärintervention abzusichern und sich im Umland der Stadt einzugraben, werde wie in Afrin kläglich scheitern, sagte Akar weiter. 

Die YPG versucht seit der Stationierung von US-Bodeneinheiten in der Region Manbidsch, sich in der Stadt und im Umland gegen mögliche Offensiven der Türkei zu wappnen. Die USA sehen in der YPG einen Verbündeten gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Die Türkei betrachtet die YPG als Ableger der Terrororganisation PKK, die von den USA für ihren mutmaßlichen Kampf gegen die IS in Syrien instrumentalisiert wird. 

Seit vergangenen Sonntag beschießt die türkische Armee Stellungen der YPG in den nordsyrischen Regionen von Kobane und Manbidsch. Der türkische Präsident Erdogan hatte zuvor angekündigt, den Osten des Euphrats in Nordsyrien von "Terrorelementen" demnächst befreien zu wollen. Akar betonte in diesem Zusammenhang, dass die Warnungen der Türkei vor der türkische Militäroffensive auf Afrin (Operation Olivenzweig) von der YPG ebenfalls in den Wind geschlagen wurden. Das Ergebnis sei selbstverschuldet und ersichtlich, man habe die YPG stets gewarnt und sie aufgefordert, sich bis östlich des Euphrats zurückzuziehen.

Unterdessen haben laut Akar türkische Soldaten und US-Soldaten begonnen, in der Region Dscharābulus entlang des Euphrats gemeinsam zu patroullieren. Es ist seit dem gemeinsam beschlossenen Roadmap vom 4. Juni die erste gemeinsame militärische Zusammenarbeit. Die Roadmap sah vor, dass die gemeinsamen Patrouillen nach dem 4. Juni innerhalb von drei Monaten abgeschlossen und alle YPG/PKK Terroristen, auch die im Zentrum des Landkreises miteinbegriffen gänzlich von der Region abgezogen werden. Danach sollten die militärischen und zivilen Strukturen der Region neustrukturiert werden. Die USA hatte noch in der Anfangsphase der Roadmap Begründungen vorgehalten und somit für Verzögerungen gesorgt.

In seiner Rede erklärte Akar des Weiteren, dass das Militär seit dem gescheiterten Putschversuch am 15. Juli 2016 rund 15.000 Soldaten und Beamte entlassen hat. Insgesamt sollen bislang 150 Generäle, 7.595 Offiziere, 5.723 Unteroffiziere, 1.261 Zeitsoldaten und 424 Beamte vom Militär entlassen worden sein. 323 Militärangehörige, die zuvor suspendiert oder entlassen wurden, seien wieder in Dienst gestellt worden, so Akar weiter.

Akar ging auch auf die europäische wie zypriotisch-griechischen Provokationen ein. Ihm zufolge werde man Versuche unterbinden, in der in Zypern, im ägäischen Raum und im östlichen Mittelmeer die Türkei ausgeschlossen werde. Die Partnerländer, die sich politisch wie wirtschaftlich an Projekten beteiligen oder forcieren, in der die Türkei bei Themen um Zypern, im ägäischen Raum und im östlichen Mittelmeer nicht beteiligt oder bewusst umgangen werde, würden damit scheitern. Verteidigungsminister Hulusi Akar erklärte, die türkischen Streitkräfte würden weiterhin für die Wahrung der Rechte und Interessen der Türkei und der Türkischen Republik Nordzypern im ägäischen Raum und im östlichen Mittelmeer eingesetzt werden. Die türkischen Streitkräfte seien, im Rahmen des internationalen Garantie-Abkommens und gesonderten Verträge, auf der Insel Zypern. Jedwede andere Auslegung werde nicht akzeptiert werden.

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