Der Anführer des Putschversuches erhält Asyl

Lesezeit
2 Minuten
Gelesen zu

Der Anführer des Putschversuches erhält Asyl

02. Februar 2018 - 19:24
Kategorie:
0 Kommentare
Aufrufe

Er ist einer der meistgesuchten Männer der Türkei: Ilhami Polat (ehemaliger Oberst) wird vorgeworfen, den Putsch gegen die Regierung von Erdogan mitangeführt zu haben. Nun haben ihm die deutschen Behörden nach SPIEGEL-Informationen Asyl gewährt.

Der Anführer des Putschversuches erhält Asyl

Berlin / TP - Laut SPIEGEL-Informationen wurde einem der meistgesuchten Putschisten der Türkei, dem ehemaligen Oberst Ilhami Polat, Asyl in Deutschland gewährt. Daneben erhielten auch Atakan Adaşoğlu (Oberstleutnant), Hasan Eçik (Major) ve İbrahim Yılmazbaş (Unteroffizier) Asyl. Die türkische Justiz wirft Polat vor, in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2016 in der Türkei die amtierende Regierung mit Gewalt stürzen zu wollen. Dabei wurden insgesamt über 290 Menschen getötet, über 2.400 Menschen verletzt.

Ilhami Polat soll laut der Anklage der Generalstaatsanwaltschaft in Ankara zusammen mit drei weiteren hochrangigen Militärs den Putsch geplant und eingeleitet zu haben. Als Kronzeuge hat die Generalstaatsanwaltschaft die Ehefrau von Polat angeführt, die laut Niederschrift in der Anklageschrift erklärt hat, dass die Planung und Anweisung direkt vom islamischen Prediger Fethullah Gülen kam. Kurz nach dem Scheitern des Putschversuchs habe sich Polat bei ihr entschuldigt und sie zu einem Fluchtpunkt mitgenommen, wo ihr die Verbindung zur Gülen-Bewegung offensichtlich wurde und sie zurück blieb, so in der Anklageschrift weiter. 

Jetzt hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge laut SPIEGEL-Informationen Ilhami Polat Asyl in Deutschland gewährt. Damit ist auch verbunden, dass Polat sich nun nicht vor einem türkischen Gericht für im Zuge des Putschversuches ermordeten und schwer verletzten Bürger verantworten muss. Mitlerweile muss man sich wirklich allen Ernstes fragen, welche Ziele Deutschland wirklich verfolgt? 

Terrororganisationen der in der Türkei Menschen mordenden und Anschläge verübenden PKK und YPG, erhalten Waffenlieferungen aus Deutschland und anderen europäischen und westlichen Ländern. Putschisten des islamischen Gülen-Netzwerkes erhalten Asyl in Deutschland.  PKK-Sympathisanten und Aktivisten, die trotz eines geltenden PKK-Verbotes in Deutschland, allein in den letzten 2 Jahren 5 Großveranstaltungen behördlich genehmigt bekommen haben und dabei PKK-Fahnen schwenken sowie öffentlich gegen die Türkei hetzen durften, werden geschützt, während Antiterror-Proteste Türkischstämmiger mit Gewalt in Verbindung gebracht werden.

Jetzt erhält einer der Anführer des Putsches in Deutschland Asyl. Gehts eigentlich noch verlogener? Auf der anderen Seite wurde seinerzeit der Terrorführer der PKK, Abdullah Öcalan, von westlichen Ländern quasi an die Türkei ausgeliefert, obwohl die Todesstrafe herrschte. Jetzt gibt es keine Todesstrafe, auch nicht rückwirkend und dennoch ist es das einzige Kriterium - angebliche Missstände in der Rechtsstaatlichkeit - die anscheinend der Beweggrund des positiven Asly-Bescheids war? Sind jetzt auch Putschisten, die einen demokratisch gewählten Präsidenten eines demokratischen Landes stürzen wollten, den "kurdische Freiheitskämpfer" ebenbürtig? Anscheinend ist das so!

Nicht nur, dass man sich in die innenpolitische Lage der Türkei einmischt, man mischt sich jetzt auch schon in die Rechtsstaatlichkeit eines Landes ein, die sich dem Europäischen Menschenrechtscharta unterworfen hat und damit dem Europäischen Gerichtshof untergeordnet hat. Wie will man das nun erklären? Es gibt keine Erklärung!

weitere Informationen zum Artikel
Bewertung: 
Bewertung: 2.3 (3 Stimmen)