Erdogan: Saudische Behörden tief in Mord an Khashoggi verwickelt

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Erdogan: Saudische Behörden tief in Mord an Khashoggi verwickelt

02. November 2018 - 23:26
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In einem Gastkommentar der US-amerikanischen Zeitung Washington Post hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan saudischen Behörden vorgeworfen, die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi vertuschen zu wollen. Erdogan zufolge soll der Befehl hierzu von den obersten Ebenen der saudischen Regierung gekommen sein.

Erdogan: Saudische Behörden tief in Mord an Khashoggi verwickelt

Washington / NEX / TP – In einem Gastkommentar der US-amerikanischen Zeitung Washington Post hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan saudischen Behörden vorgeworfen, die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi vertuschen zu wollen. Erdogan zufolge soll der Befehl hierzu von den obersten Ebenen der saudischen Regierung gekommen sein.

In dem Gastbeitrag für die Washington Post erklärte Erdogan weiter: „Wir wissen, dass sich die Täter unter den 18 in Saudi-Arabien festgenommenen Verdächtigen befinden. Wir wissen auch, dass sie kamen, um ihre Befehle auszuführen: Khashoggi töten und verschwinden. Schließlich wissen wir auch, dass der Befehl, Khashoggi zu töten, von höchsten Ebenen der saudischen Regierung kam.“

Erdogan warnt in dem Gastbeitrag eindringlich davor, solche Taten auf dem Boden eines NATO-Verbündeten erneut zu begehen. Wer auch immer diese Warnung nicht ernst nehme oder ignoriere, müsse mit schwerwiegenden Folgen rechnen, so Erdogan. Seiner Ansicht nach habe der Mord gegen sämtliche  Abkommen und Übereinkommen verstoßen. Es werde auch durch Riad nur noch weiter verschlimmert, wenn man die Aufklärung des Falles behindere oder zu vertuschen versuche. Man sei betrübt und schockiert darüber, wie die saudische Regierung den Fall behandle. Anstatt der Gerechtigkeit Geltung zu verschaffen, schütze man unter anderem den saudischen Generalkonsul, der zuerst gelogen habe, um dann Hals über Kopf nach Riad zurückbeordert zu werden. Auch der saudische Staatsanwalt habe Erdogan zufolge keine gute Figur abgegeben. Seine Weigerung, schlichte Fragen zu beantworten, bei den Ermittlungen zu kooperieren, habe die türkischen Ermittler frustiert.

Erdogan sicherte der Familie Khashoggi einschließlich seiner ehemaligen Kollegen von Washington Post zu, ihnen die Gelegenheit zu geben, sich vom "ehrenwerten "Khashoggi" verabschieden und Respekt erweisen zu können. Es sei ferner nach allgemein anerkannter islamischer Religionsauffassung nicht zu verstehen, weshalb man weiterhin die Leiche bzw. Leichenteile zurückhalte oder bei der Ermittlung nicht behilflich sei, um diese nach islamischen Brauch auch zu bestatten. Nach islamischen Regeln sei das zutiefst abstoßend, so Erdogan. Dem Islam nach gilt der Körper nach dem Tod als heilig und erfordert eine Bestattung.

Khashoggi, der als Kolumnist auch in der Washington Post schrieb, verschwand am 2. Oktober, nachdem er das saudische Generalkonsulat in Istanbul betreten hatte. Der Körper Khashoggis wurde nach seiner Ermordung im saudischen Konsulat nach bisherigen Erkenntnissen zerstückelt, teilte die Staatsanwaltschaft Istanbul am vergangenem Mittwoch mit. Khashoggi wurde demnach kurz nach seinem Betreten des saudischen Konsulats in Istanbul erdrosselt.

Anschließend sei der 59-jährige laut Medienberichten zerstückelt und die Körperteile aus dem Generalkonsulat fortgeschafft worden. Die Ermordung und die Beseitigung der Leiche erfolgten gemäß einem „vorgefassten Plan“. Bisher berichteten Medien, unter Berufung auf angebliche Tonaufnahmen, dass Khashoggi vor seinem Tod gefoltert und bei lebendigem Leibe zerstückelt wurde.

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