Sprecher von Erdogan: Incirlik kann geschlossen werden

Lesezeit
2 Minuten
Gelesen zu

Sprecher von Erdogan: Incirlik kann geschlossen werden

05. Januar 2017 - 22:09
Kategorie:
1 Kommentare

Die türkische Regierung droht mit Schließung des Luftwaffenstützpunkts Incirlik. In der Bevölkerung gebe es eine starke Abneigung gegen die Stationierung von Luftstreitkräften, die der Türkei im Kampf gegen die Terrormiliz IS nicht beistehen würden, teilte Aussenminister Cavusoglu mit.

Sprecher von Erdogan: Incirlik kann geschlossen werden

Ankara / NEX / TP – Die „Türkei hat das Recht Incirlik zu schließen”, sagte der türkische Sprecher des Staatspräsidenten Erdogan, Ibrahim Kalin, am Donnerstag gegenüber dem türkischen TV-Sender TV24.

Die Türkei habe immer noch das alleinige Recht, den Luftwaffenstützung zu schließen, werde aber zuerst die Bedingungen auswerten, fügte Kalin hinzu. Als souveräner Staat sei es das Recht der Türkei die Nutzung des Luftwaffenstützpunktes für ausländische Luftstreitkräfte jederzeit einzuschränken.

Die Türkei soll der US-Regierung wiederholt mitgeteilt haben, dass sie im Kampf gegen die Terror-Miliz IS nicht ausreichend unterstützt werde und die volle Unterstützung bei der Vertreibung der IS-Terroristen aus al-Bab erwarte.

“Die Türkei wird die Bildung eines Terror-Korridors in der Region unter keinen Umständen erlauben”, sagte Kalin weiter.

Wie der türkische Außenminister Cavusoglu am Mittwoch gegenüber den Medien erklärte, wundere sich die türkische Bevölkerung über die Präsenz der US-Amerikaner am Luftwaffenstützpunkt Incirlik, wo sie die Türkei bei der “für uns wichtigsten Operation” ohnehin nicht unterstützten. Die USA seien dennoch weiter ein wichtiger Verbündeter, stellte Cavusoglu fest.

Koalitionssprecher John Dorrian entgegnete auf Cavusoglus Äußerungen, dass Incirlik für den Kampf gegen den IS von unschätzbarem Wert sei.

„Die ganze Welt wurde dank den von hier aus durchgeführten Operationen sicherer gemacht“, fuhr Dorrian fort und fügte hinzu: „Dies ist ein sehr wichtiger Stützpunkt für die Koalition und den andauernden Kampf gegen den IS (Daesh).“

weitere Informationen zum Artikel
Noch nicht bewertet

Es ist 1 Kommentar vorhanden

Bild von Aslan

Die NATO insgesamt, allen voran die EU-Mitgliedstaaten respektive Deutschland, hat sich mehr als unglaubwürdig gemacht und ist nahe am Verrat gegen die Türkei. Dazu ist auch bemerkenswert, dass gerade deutsche Nachrichtendienste innerhalb des NATO-Verbandes schon im Golfkrieg eine zweifelhafte Rolle gespielt haben und durch Falschmeldungen aufgefallen sind. Diese haben betreffend des Orients einen brisanten Einfluss auf die NATO. Soweit es türkische Interessen betrifft erscheint die Anti-IS Koalition fragwürdig. Dies gilt insbesondere hinsichtlich der Unterstützung und partiellen Kooperation mit den kurdischen Milizen. Wer terroristische Gruppierungen und ihre Ableger jeglicher Nomenklatur bewaffnet, logistisch und militärisch verstärkt, obwohl diese die Nation Türkei, die seit Jahrzehnten ein bedeutendes und wesentliches Mitglied der NATO ist, terrorisieren und Angehörige des türkischen Volkes ermorden, der hat gewiss auch die eigenen Werte verraten und muss sich nicht wundern, wenn dies Konsequenzen nach sich zieht.
Sehr viele sind sehr enttäuscht über die NATO-Strategie in Nahost, gerade im Kontext zu den legitimen Interessen der Türkei und das Bestreben Stabilität und Befriedung in der Region zu erreichen. Die deutsche Präsenz mit Aufklärungsfliegern ist mehr als fragwürdig und es ist nach all den jüngsten Ereignissen verwunderlich, dass die Bundeswehr nicht schon längst samt militärischer Gerätschaft ausgewiesen wurde, gerade auch wegen der politischen Signale und Eskapaden aus Berlin.

Die legitime türkische Regierung und die Oberbefehlshaber der Türkischen Streitkräfte haben uneingeschränkte Befugnisse über den Stützpunkt und mindestens innerhalb des Türkischen Hoheitsgebietes. Sie werden hoffentlich immer im Interesse des türkischen Volkes und der nationalen Sicherheit zu handeln wissen.