• AABF nimmt Zusammenarbeit mit DPB für Wahlkampf wieder auf

AABF nimmt Zusammenarbeit mit DPB für Wahlkampf wieder auf

Lesezeit
2 Minuten
Gelesen zu

AABF nimmt Zusammenarbeit mit DPB für Wahlkampf wieder auf

07. März 2017 - 01:50
Kategorie:
0 Kommentare

Die Alevitische Gemeinde Deutschland hat während einer "Nein"-Wahlkampfkampagne in Bergisch Gladbach erklärt, die Zusammenarbeit mit der "Demokratischer Plattform Bündnis" wieder aufgenommen zu haben. Generalsekretär Özgür Öz erklärte, man habe sich bereits vor zwei Wochen geeinigt und die Probleme überwunden.

AABF nimmt Zusammenarbeit mit DPB für Wahlkampf wieder auf - Screenshot: Politika

Bergisch Gladbach / TP - Nach dem Köln-Debakel auf der Deutzer Werft am 12. November 2016, hatte der AABF in einer internen Mitteilung an ihre Mitglieder erklärt, die Zusammenarbeit mit dem "Demokratischen Plattform Bündnis" (DPB) vorerst ruhen lassen. In Bergisch Gladbach hat nun der Generalsekretär der Alevitischen Gemeinde Deutschland (AABF) erklärt, dass die Zusammenarbeit wieder aufgenommen worden sei.

Die Kundgebung an der Deutzer Werft in Köln am 12. November 2012 hatte nach negativen Schlagzeilen ein Nachspiel. Die Alevitische Union Europa (AABK), die als Veranstalter zusammen mit der Alevitischen Gemeinde Deutschland (AABF) die Kölner Kundgebung als Veranstalter ausgetragen hatte, musste daraufhin in einer Erklärung mitteilen, die Zusammenarbeit mit den Vereinen und Verbänden innerhalb des Demokratischen Plattform Bündnis (DPB) vorerst auf Eis zu legen.

Nach Abschluss der Kundgebung in Köln, war nach heftigen Debatten innerhalb der AABK- und AABF-angeschlossenen Verbände und Vereine ein Streit darüber ausgebrochen, ob man mit den PKK-nahen Vereinen weiter in Zusammenhang gebracht werden will. Kritiker innerhalb der Gemeinschaft hatten den AABK- und AABF-Vorständen vorgeworfen, die Aleviten für radikal-politische Zwecke missbraucht zu haben, in der man PKK-nahen Vereinen und Föderationen ein Podium geboten habe. Das obwohl man zuvor deutlich gemacht hätte, dass die AABF nur ihre eigenen Symbole zulässt. Wie jetzt bekannt wird, hatte die AABF sowie die AABK Spitze aber mit dem Vorsitzenden Yüksel Koç von der KCDK-E (Kongress der kurdisch-demokratischen Gesellschaft in Europa) vereinbart, dass die Flaggen und Symbole von allen teilnehmenden Organisationen gezeigt werden können. 

Nicht bekannt ist, ob die Zusammenarbeit nach dem Debakel auch mit der ABDEM auf Eis gelegt wurde, die Ende Juni 2013 zusammen mit der KONGRA GEL (Volkskongress Kurdistan), der KCD (Kurdische Demokratische Kongress der Gesellschaft) - der Vorgängerorganisation KCDK-E, der AGIF, der AvEG-Kon, der YEK-KOM (der Vorgängerorganisation der NAV-DEM) sowie weiteren Vereinen und Föderationen neben der AABF wie auch AABK als Europäischer Friedens- und Demokratie Kongress fungieren und die Arbeiten koordinieren sollte.

Die Kölner-Kundgebung machte Schlagzeilen, nach dem ein Meer von PKK-Fahnen und Symbolen die Deutzer Werft vorherrschte. Zahlreiche Mitgliedsvereine hatten daraufhin den Platz umgehend verlassen, ehe sie es betraten. Die Kundgebung musste von den Veranstaltern zeitweise unterbrochen werden, damit die Anweisungen der Polizei folge geleistet wird, die PKK-Fahnen und Symbole wegzustecken. Yüksel Koç soll die nachträgliche Aufforderung der AABF und AABK sowie die der Polizei verurteilt haben.

Nun wurde bekannt gegeben, dass die AABF mit der DPB zusammen arbeite. Während einer Wahlkampfveranstaltung in Bergisch Gladbach am vergangenem Sonntag erklärte der Generalsekretär der AABF, Özgür Öz, dass die Zeit  es erfordere, gemeinsam gegen die Annahme der Verfassungsreform in der Türkei vorzugehen. Dazu habe man bereits vor zwei Wochen Gespräche mit der "Kurdischen Freiheitsbewegung" (Kürt Özgürlük Hareketi) aufgenommen und die Probleme überwunden. Es sei an der Zeit mit der "Europäischen Nein-Plattform" (Avrupa Hayir Platformu) gegen die "rassistische wie rückständige" Gesinnung anzugehen, heißt es unter anderem in einem Bericht der nationalistisch-kurdischen Zeitung Politika.

Die "Europäische Nein-Plattform" hat laut der Politika bereits Anfang Februar die Arbeit nach den türkischen Parlamentswahlen am 7. Juli und 1. November 2015 wieder aufgenommen, um der nationalistisch-kurdischen Partei HDP solidarisch beizustehen. Bei der von der KCDK-E (Kurdische Demokratische Kongress der Gesellschaft) einberufenen und organisierten Konferenz unter dem Vorsitz des Co-Vorsitzenden Yüksel Koc, sei man übereingekommen, europaweit für ein "Nein" zum Volksreferendum am 16. April in der Türkei zu agieren. 

Die Demokratischen Plattform Bündnis (DPB) ist ein Zusammenschluss von migrantischen Vereinen und Verbänden, darunter auch mehrere Vereine und Föderationen, die von Bund und Ländern in Verfassungsschutzberichten unter ausländischer Extremismus aufgeführt werden und denen u.a. auch eine Nähe zur Terrororganisation PKK nachgesagt werden. Das Bündnis wurde am 23. Januar 2013 gegründet und sollte unter der Föderation der Arbeitsimmigrant/innen aus der Türkei e.V. (AGIF) und der Konföderation der unterdrückten Immigranten in Europa (AvEG-Kon) ihre Arbeit verrichten. Beiden Organisationen wird vom Verfassungsschutz eine politisch-ideologisch Nähe zur MLKP unterstellt, die in der Türkei ebenfalls als eine Terrororganisation eingestuft wird.

Die Marxistisch-Leninistische Kommunistische Partei MLKP hatte zusammen mit den Terrororganisationen PKK, TKP/ML, DKP, MKP, TKEP/L, TİKB und THKP-C/MLSPB Mitte März 2016 offiziell angekündigt, gegen die Türkei eine gemeinsame Strategie zu verfolgen sowie koordiniert vorzugehen. 

weitere Informationen zum Artikel