Weltfrauentag - Türkische Frauenrechte, Islam und Gleichstellung

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Weltfrauentag - Türkische Frauenrechte, Islam und Gleichstellung

08. März 2018 - 22:00
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Die türkische Frauenrechtsbewegung ist fast so alt wie die türkische Republik selbst. Das Frauenwahlrecht wurde 1934 eingeführt, rund 40 Prozent der Professoren sind Frauen. Erdoğan sprach am Donnerstag in einer Rede zum Weltfrauentag über die Frauenbewegung, die Frau im Islam und seine persönliche Haltung zu marginalen Stimmen der Fanatiker oder selbsternannter Imame.

Weltfrauentag - Türkische Frauenrechte, Islam und Gleichstellung

Ankara / TP - Erdoğan hat in seiner heutigen Rede zum Weltfrauentag religiöse Fanatiker mit veraltetem Frauenbild in der Türkei scharf zurechtgewiesen: "Ihr könnt nicht die Bestimmungen von vor 14 Jahrhunderten heute anwenden. Vielleicht werden viele Imame mir übel nachreden. Für mich zählt jedoch nur Gottes Wohlwollen", sagte er in seiner Rede vor weiblichen Gästen im Präsidentenpalast in Ankara. 

Erdoğans progressives Frauenverständnis im Islam, die er auch selber im politischen Leben immer wieder vorlebt, wie zum Beispiel dass er die Hand seiner Frau immer öffentlich zu halten pflegt oder sogar vor laufenden Kameras für die Frau singt, sorgte insgeheim bei religiösen Fanatikern immer wieder für Kritik. 

Erdoğan ist zweifellos ein Wegbereiter für die Emanzipation der Frauen insbesondere in den konservativ geprägten Schichten der Türkei. Er hat eine Vielzahl von Gesetzen für die Gleichberechtigung der Frau, gegen die Frauenuntedrückung in die Wege geleitet und die Gesetze bei Gewalt gegen Frauen massiv verschärft. 

Seit seiner Amtsübernahme 2002 hat sich das Frauenbild in der konservativen Schicht der Türkei massiv zum positiven geändert. Viele muslimische Frauen führen in der heutigen Türkei ein selbstbestimmtes unabhängiges leben, die sie vor Jahren nicht mal zu träumen wagten.

Die türkische Frauenrechtsbewegung ist fast so alt wie die türkische Republik selbst. Das Frauenwahlrecht wurde 1934 eingeführt, rund 4ß Jahre vor der Schweiz oder Deutschland, rund 40 Prozent der Professoren in türkischen Universitäten sind Frauen. Über 26 Prozent der Anwälte und Ärzte im Land setzen sich aus Frauen zusammen. Die Stellung der Frau und die Geschlechterverhältnisse in der gegenwärtigen Türkei sind von großen Widersprüchen geprägt. Dennoch ist die angeblich islamisierte Türkei auch gegenwärtig in Fragen der Frauenbewegung oder Frauenrechte viel weiter als in manchen europäischen Staaten. 

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